22

Personenzug rammt Lastwagen Mehrere Verletzte bei Bahnunfall in Schongau

Ein Lastwagen und ein Personenzug sind heute Früh auf einem Bahnübergang in Schongau zusammengestoßen. Sieben Menschen wurden verletzt, einer von ihnen schwer.

Von: Henning Pfeifer

Stand: 23.01.2018

Bahnunfall Schongau | Bild: dpa-Bildfunk

Der Unfall ereignete sich gegen 8.00 Uhr an einem unbeschrankten Bahnübergang an der Friedrich-Haindl-Straße in Schongau. Wie die Polizei berichtet, hatte der 60-jährige Fahrer eines Sattelzugs das Rotlicht an dem Übergang missachtet. Er prallte mit dem Führerhaus gegen den Triebwagen, der kurz zuvor den Bahnhof Schongau in Richtung Weilheim verlassen hatte.

Lkw-Fahrer schwer verletzt

Durch den Aufprall wurde der Sattelzug von der Fahrbahn geschleudert und kam nach mehreren Metern neben den Gleisen zum Stehen. Der Lkw-Fahrer wurde schwer verletzt.

Im Zug waren 44 Insassen - fünf Fahrgäste sowie der Lokführer erlitten leichte Verletzungen. Alle wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Bahnstrecke ist derzeit gesperrt, ein Schienenersatzverkehr ist eingerichtet. Im Einsatz waren neben Kräften der Polizeiinspektion Schongau und Weilheim auch fünf Feuerwehren sowie das Technische Hilfswerk mit insgesamt 120 Einsatzkräften und der Rettungsdienst mit 37 Einsatzkräften.

Bereits der zweite Unfall an dieser Stelle

Erst im September vergangenen Jahres war es zu einem ähnlichen Unfall an diesem unbeschrankten Bahnübergang gekommen. Auch damals missachtete ein Lkw-Fahrer das Rotlicht am Bahnübergang, der Anhänger seines Lastwagens kollidierte daraufhin mit einem Regionalzug. 18 Personen wurden verletzt. Der Unfall löste eine Großeinsatz mit über 170 Einsatzkräften aus.


22

Keine Kommentare mehr möglich. Hinweise zum Kommentieren finden Sie in den Kommentar-Spielregeln.)

Hans gruber, Dienstag, 23.Januar, 19:38 Uhr

6. Unfall Bahn

Und Deutschland sind nur momentan Flüchtlinge wichtig! Ob es im eigenen Land an Sicherheiten mangelt oder baubedürftigte Mängel da sind ist jetzt mal alles egal. Ich hoffe die Jetzige Politik wird zur Rechenschaft gezogen, so geht es auch nicht... Da muss doch wieder ein Prozess her wie es schon mal der Fall war.

  • Antwort von IH, Dienstag, 23.Januar, 20:16 Uhr

    Nicht jeder Waldweg braucht einen beschrankten Bahnübergang. An einer roten Ampel zu halten, schaffen 99.9% der Autofahrer, und das Blinklicht ist eigentlich noch auffälliger als das stehende Ampelrotlicht. Man muss doch entweder sträflich abgelenkt oder gesundheitlich eingeschränkt sein (übermüdet, alkoholisiert), um das rote Licht zu übersehen.

    Ihren Ärger kann ich dennoch irgendwo verstehen.

  • Antwort von Mickel, Dienstag, 23.Januar, 21:15 Uhr

    Also diesen Bahnübergang gibt es seit ca. 100 Jahren da war auch vor den Flüchtlingen lange genug Zeit dort einen Bahnübergang zu bauen, jetzt kam es innerhalb eines Jahres zu zwei Unfällen.

  • Antwort von Mickel, Mittwoch, 24.Januar, 10:00 Uhr

    Verbesserung zu meinem Kommentar, diesen Bahnübergang gibt es in dieser Form seit ca. 100 Jahren da war auch vor den Flüchtlingen lange genug Zeit dort Schranken zu bauen, es war aber schlicht nicht nötig weil der Verkehr der über diesen BÜ führt sehr gering ist. Und selbst wenn eine Schranke da wäre ein LKW Fahrer der blinkende Rote Ampeln übersieht, übersieht auch eine geschlossene Schranke und die modernen Schranken halten keinen LKW auf. Der LKW Fahrer hatte ja noch Glück das der Zug an dieser Stelle noch keine hohe Geschwindigkeit hat da sie erst kurz nach dem Bahnhof Schongau ist wo der Zug ja gestartet ist.

    Jetzt diesen Unfall den Flüchtlingen in die Schuhe zu schieben ist wirklich erbärmlich, auch ohne diese wäre selbst nach dem Unfall im letzten September dort keine Schranken errichtet worden.

Jeder, Dienstag, 23.Januar, 13:16 Uhr

5. Jeder kann mal ein Signal übersehen.

Ja, jeder.
Allerdings stört mich die Berichterstattung.
Zug rammt Auto/LKW/Kinderwagen.
Das klingt immer so als wäre der Zug/die Bahn schuld.
Es müsste lauten: "Lkwfahrer verursacht Zugunglück"

Wenn es dann zu einem Ünglück kam ,dann ist es natürlich gerechtfertigt zu fragen "wie schuld" der Verursacher ist.
War das Andreaskreuz zugewuchert?
War der Fahrer einfach in Fahrtrance?
Oder war es wie so häufig ein Fall von" ICH fahr da noch schnell drüber, ICH muss nicht warten, MEINE Zeit ist zu kostbar"?
Vor vielen Jahren musste ich die Überreste eines 19jährigen wegräumen, der war den Anwohnern bereits bekannt als "der, der immer noch drüberfuhr weil er regelmässig zu spät im Lehrbetrieb war"
Bei sowas reduziert sich mein Mitleid in der Tat.

  • Antwort von IH, Dienstag, 23.Januar, 20:17 Uhr

    Sehr richtiger Beitrag. Und Mitleid und Empathie sollte man generell sehr gezielt anwenden, wohl besonders im Rettungsdienst oder Feuerwehr ...

Jürgen Bethke, Dienstag, 23.Januar, 13:13 Uhr

4. Stoppschild

Also ich habe in der Fahrschule gelernt, dass ein Bahnübergang selbst bei offener Schranke grundsätzlich nur in Schrittgeschwindigkeit überfahren werden darf und im Zweifelsfall (z.B. bei ganz oder teilweise verdeckter Sicht) angehalten werden muss. Allerdings musste ich feststellen, dass mir für solch ein Verhalten auch schon der Vogel gezeigt wurde....

  • Antwort von Oliver M., Dienstag, 23.Januar, 14:23 Uhr

    Hab ich auch schon mal gehört. Bei Bahnübergängen mit Schranke oder Blinklicht gibt es meines Wissens aber andere Gerichtsurteile. Wäre auch ein Schmarrn!
    Wozu ist die Schranke bzw. das Blinklicht dann da, wenn ich trotzdem schauen muss? Im übrigen bringt das bei den Geschwindigkeiten und Bremswegen eh nix, an einem unübersichtlichen Bahnübergang nochmal extra zu schauen, ob was kommt.
    Im übrigen sind solche Anlagen mit dem höchsten Sicherheitslevel eingestuft (SIL4) - sollte man also davon ausgehen können, dass die Dinger funktionieren. Ok, gibt seltene Ausnahmen ...

  • Antwort von Hubert, Dienstag, 23.Januar, 18:01 Uhr

    Das ist selbstverständlich falsch. Wie immer in der Juristerei: "es kommt darauf an".

    Die STVO sagt: "Der Straßenverkehr darf sich solchen Bahnübergängen [mit Andreaskreuz] nur mit mäßiger Geschwindigkeit nähern."
    Der Bußgeldkatalog sagt: "Mit nicht angepasster Geschwindigkeit an einen Bahnübergang herangefahren"? Sie haben einen Punkt gewonnen und € 100.- verloren.
    Was lernen wir daraus?
    Das Andreaskreuz sagt: der Zugverkehr hat immer Vorrang (das Leben sagt, die Lok ist immer stärker).
    Daraus folgt, man darf immer nur so schnell fahren, dass man sicher und gefahrlos anhalten kann, wenn ein Zug kommt. Ist es sehr unübersichtlich u.U. auch nur in Schrittgeschwindigkeit. Aber auch bei bester Sicht ist das Maximum "mäßige Geschwindigkeit".
    Wer bei bester Sicht, besten Verhältnissen und offener Schranke (und keinem Zug) auf einer Überlandstraße auf Schritt runterbremst, kann Verkehrsgefährdung betreiben (Strafe, Haftung).
    Wenn dort ein Schild 60 km/h steht, darf man so fahren

  • Antwort von IH, Dienstag, 23.Januar, 20:00 Uhr

    Einigen wir uns darauf, dass es beim Autofahren sehr wichtig ist, stets seine Umgebung aktiv wahrzunehmen und nicht nur hin und wieder auf blinkende Lichter zu reagieren? Und gerade bei Bahnübergängen so aufmerksam wie sinnvoll möglich zu sein? Mir persönlich ist zwar auch kein Fall (außer einem aus der DDR) bekannt, wo es bei offener Schranke zu einer Kollision kam, aber dennoch schadet ein kurzer Blick links und rechts nicht.

  • Antwort von Enrico Pelocke, Dienstag, 23.Januar, 21:03 Uhr

    @Oliver M. Jede Schranke kann mal kaputt gehen. Die Züge bekommen nur angezeigt, daß die Anlage eingeschaltet und sich die Schranke beim vorherigen Zug geschlossen hat.Ob sie sich diesmal senken wird, kann keiner vorhersehen. Sie ist erst dann ganz unten, wenn der Zug kurz vor der Schranke ist. Sonst würden die Einschaltstrecken und die Schrankenschließzeiten zu lang. Bei gestörter Schranke gibt es immer einen Entdeckerzug, der angezeigt bekommt, daß sich die Schranke beim vorherigen Zug schloß, obwohl sie diesmal oben bleibt. Wenn jemand Lichtzeichen, Blinklicht oder Schranke mißachtet, bringen Radaranlagen nicht viel, weil der Zug schon in der Einschaltstrecke ist und der Bremsweg nicht mehr ausreicht. Radaranlagen hätten nur Sinn, wenn der BÜ durch ein kaputtes Auto blockiert ist, bevor ein Zug die Einschaltstrecke erreicht.

Oliver M., Dienstag, 23.Januar, 12:38 Uhr

3. Wäre vermeidbar!!!

1. Vollschranken,
2. Hinderniserkennung am Bahnübergang,
3. Zwangsbremsung des Zuges, wenn der Bahnübergang nicht frei und nicht technisch gesichert ist. Im Idealfall Signalabhängigkeit.
Gibt es längst diese Techniken. Nur kosten die Geld und - noch schlimmer - ist dank Bürokratie für den Umbau eines Bahnüberganges ein zeitfressendes Planfeststellungsverfahren erforderlich. Einfach nur die Technik tauschen geht nicht. Da muss dann schon alles umgebaut werden, damit es den aktuellen baulichen Richtlinien entspricht!
M.E. fahrlässig, einen Zug fahren zu lassen, ohne zu wissen, ob der Bahnübergang frei ist. Können durchaus technische Probleme dazu führen, dass ein Fahrzeug auf einem Bahnübergang liegen bleibt. Wenn das ein Schulbus oder Tanklastzug ist. Und wer von uns hat nicht schon mal eine Ampel übersehen? Kann bei Bahnübergängen genauso passieren - jedem!!!
Egal - Hauptsache ein Schuldiger im juristischen Sinn ist zu finden. Da macht es sich Deutschland zu einfach ...

  • Antwort von nicht nötig, Dienstag, 23.Januar, 13:46 Uhr

    Wozu Schranken überhaupt? Straßenkreuzungen werden auch nicht mit Schranken abgesichert. Wenn da ein 40-Tonner von der Seite kommt, bleibt von ihnen auch nicht mehr viel übrig.
    Zwangsbremsung hilft meist nicht, da ein Zug einen viel zu großen Bremsweg hat, wir reden hier von 1000 m und mehr.
    Ich habe noch nie eine Ampel oder Straßenkreuzung übersehen, ich bin ja nicht lebensmüde.

  • Antwort von Ammerseeanwohner, Dienstag, 23.Januar, 13:48 Uhr

    Zu 2 und 3 : Gibts doch schon alles.
    Beschrankter BÜ, die Schranke geht nicht korrekt runter weil mal wieder bei Stau keiner den BÜ frei lässt., der Zug bekommt eine Zwangsbremsung.
    Dann gibt es bei vielen BÜS bereits eine Radaranlage die , die Schranke erst schliesst wenn keiner mehr auf dem BÜ ist.
    Die sorgt dann nicht nur für mehr Sicherheit , sondern auch für mehr Verspätung, denn (hab ich selbst gesehen) Eine Gruppe Frauen mit Kinderwagen stellt sich bei Rotlicht derart dicht an das Radarei dass logischerweise der BÜ nicht freigemeldet wird, die Schranken bleiben also oben und der Zug hat immer noch keine Freigabe.
    Die Damen schimpfen und fluchen und natürlich ist es darum vollkommen in Ordnung mitsamt Kinderwagen den BÜ zu überqueren und dabei der Bahn die Schuld zu geben.

  • Antwort von Oliver M., Dienstag, 23.Januar, 14:32 Uhr

    @Ammerseeanwohner
    Zwangsbremsung im Bremswegabstand natürlich...

    Und nein, die von mir genannten Aspekte gibt es noch viel zu wenig!!! Bitte nicht vergessen: Menschen machen unbeabsichtigt Fehler! Ich, Sie - jeder! Also sollten wir die Konsequenzen mildern!

    Was das Radarei betrifft: dann steht das Ding falsch! Sollte bei Rotlicht eigentlich keiner stehen dort!

  • Antwort von Oliver M., Dienstag, 23.Januar, 14:50 Uhr

    @nicht nötig
    Der große Unterschied zwischen einem 40-Tonner und einem Zug sind Geschwindigkeit, Masse und Bremsweg! Wenn ein Fahrzeug auf einer Kreuzung z.B. aufgrund eines Schadens oder Fahrfehlers zum Halten kommt, dann kann auch der 40-Tonner rechtzeitig bremsen! Ggf. selbst dann noch, wenn das Hindernis mit Rotlichtverstoss kurz vorher rein fährt. Ein Zug kann das nicht!
    Drum: großer Unterschied, der auch bzgl. der Kreuzung Straße - Schiene berücksichtigt werden sollte! Aber wie gesagt, Hauptsache ein juristisch Schuldiger lässt sich finden. Dass mit entsprechend moderner Technik Unfälle verhindert werden könnten, spielt keine Rolle - Irrsinn, wenn ich mir anschaue, wo sonst Vorschriften das Leben zur Hölle machen. Schon mal einen Bestandsbau brandschutztechnisch saniert? Da spielen Geld und Zeit von Rechtswegen keine Rolle, um auf dem neuesten Stand zu sein!
    Und auch Sie können eine rote Ampel übersehen - wetten?
    Mit Zwangsbremsung meine ich natürlich im Bremswegabstand!

  • Antwort von DBLer, Dienstag, 23.Januar, 15:14 Uhr

    Keine Ahnung aber gescheit daherreden...
    Was beschrankte Bahnübergänge angeht ist die obige Darstellung absolut richtig.
    Suchen sie nach BÜ 0 und BÜ 1
    Dieses Signal steht in ausreichendem Abstand Stichwort "Durchrutschweg" Kann die Schranke also nicht geschlossen werden, wird der Zug abgebremst.
    Und die Radaranlagen sind meistens Deckungsgleich mit den Schrankenbäumen, ja da kann durchaus ein Kinderwagen oder ein Fahrrad die Freimeldung verhindern.
    Einfach gestrickte Gemüter demonstrieren etwas ähnliches jeden Tag im Bereich der automatischen Türen in Münchens S-Bahnen, die können dann auch nicht losfahren.

    Einen schönen Tag noch und halten sie sich mit ihrem Galileo Halbwissen zurück.

  • Antwort von IH, Dienstag, 23.Januar, 20:06 Uhr

    Hören Sie mir auf mit den Freigeistern, die es nicht schaffen, in einen Zug einzusteigen ... oder mit Gewalt die Türen aufstemmen - aber wehe, 2 min Verspätung, daran ist natürlich dann ausschließlich die Bahn schuld :-)

    Auf der anderen Seite ist es immer wieder amüsant, wenn die Zugabfertiger z.B. am Marienplatz herumgranteln, aber das ist ein guilty pleasure meinerseits. Natürlich würde ich den DBlern wünschen, mit weniger geistigem Kaffeesatz zu tun zu haben.

Wolfgang, Dienstag, 23.Januar, 12:35 Uhr

2. Stoppschild zusätzlich.

in Polen sind an unbeschrankten Bahnübergängen Stoppschilder, diese werden auch von den Kraftfahrern beachtet. Wenn fünf Fahrzeuge kommen halten diese fünf auch einzeln an.

Das dürfte mittels deutlich gebührenkostende Lehrstunden den Fahrzeugführern vermittlet worden sein. Die "Kursgebühr" läge im Bereich 1/2 Monatslohn....

  • Antwort von Oliver M., Dienstag, 23.Januar, 12:47 Uhr

    Kann man trotzdem übersehen - auch Sie, Ihre Frau, Ihre Kinder! Jeder!

  • Antwort von kann man nicht, Dienstag, 23.Januar, 13:42 Uhr

    @ Oliver M.: Kann man nicht übersehen. Ein Bahnübergang wird mit 3 Warnbaken und dem Andreaskreuz angekündigt. Wer es dann noch nicht rafft -> nenne ich natürliche Auslese.

  • Antwort von IH, Dienstag, 23.Januar, 20:10 Uhr

    Dass man ein Verkehrsschild übersehen kann, grade in der Stadt, wenn man irgendwas sucht - ja. Einen Bahnübergang ... sehr, sehr schwer. Außer, man ist sträflich abgelenkt oder generell nicht in der Verfassung, ein Kfz zu führen.