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Marine Le Pen Au revoir, Europa!

Nicht nur aus der EU, auch aus der NATO will der Front National (FN) aussteigen. Mit diesem Paukenschlag starteten Frankreichs Rechte in den Wahlkampf. Heute wird Spitzenkandidatin Maine Le Pen ihre Anhänger darauf einschwören.

Von: Birgit Gamböck

Stand: 05.02.2017

Au revoir EU und Euro, salut Schengen, NATO und Freihandel – bei einem Wahlsieg des rechtspopulistischen Front National (FN) und seiner Spitzenkandidatin Marine Le Pen soll sich Frankreich von allen Bündnissen verabschieden, die die Grande Nation die letzten Jahrzehnte eingegangen ist.    

"Frankreich wieder in Ordnung bringen"

"144 Zusagen, um Frankreich wieder in Ordnung zu bringen" versprach Wahlkampfleiter David Rachline seinen Landsleuten, wenn Le Pen im Mai die Stichwahl um den Einzug in den Élysée-Palast gewinnt. Gelingen soll das allem voran mit dem "Frexit". Plus Forderungen nach weniger Einwanderung und mehr Protektionismus. Trump lässt grüßen.

Dazu kommt noch die Zusage einer massiven Verstärkung der Sicherheit, unter anderem durch die Aufhebung des freien Reiseverkehrs via Austritt aus dem Schengenraum und durch eine Null-Toleranz-Politik, bei der ausländische Straftäter automatisch ausgewiesen werden.

Le Pen in Stichwahl wohl zu schwach

Hayange | Bild: BR zum Artikel Frankreich Front National setzt auf Protestwähler

Fahnen, Gleichschritt, die Nationalhymne – seitdem Fabien Engelmann in dem lothringischen Industriestädtchen Hayange Bürgermeister ist, wird Patriotismus hier groß geschrieben. [mehr]

Das Programm ist stramm, scharfe Parolen werden heute auch in der Rede Le Pens erwartet. Denn Umfragen sehen die Tochter von FN-Gründer Jean-Marie Le Pen zwar stark, aber nicht stark genug. Bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahl am 23. April werde sie mit rund 25 Prozent auf dem ersten Platz liegen, so die Demoskopen. Dass sie die Stichwahl am 7. Mai gewinnen kann, gilt aber als unwahrscheinlich. 

Dort werde sie sowohl dem unabhängigen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron als auch dem Konservativen François Fillon klar unterliegen, so die Prognose. Fillon steht derzeit wegen des Skandals um die Scheinbeschäftigung seiner Frau in der Kritik. Sein Stern sinkt gerade.  

Macron setzt auf Sicherheit

Besser läuft es beim unabhängigen Kandidaten Macron. Laut Umfragen hat er gute Chancen, in die Stichwahl zu kommen. Er macht an diesem Wochenende demonstrativ ebenfalls in Lyon Wahlkampf – und er spielt nach dem versuchten Anschlag am Louvre in Paris auch die Karte "Innere Sicherheit" aus. 

Falls er die Wahl im Mai gewinne, wolle er bis 2022 zusammen 10.000 Polizisten und Gendarmen einstellen, sagte Macron am Samstag vor rund 16.000 Anhängern. Damit hat es sich aber mit den Gemeinsamkeiten mit Le Pen. Macron ist überzeugter Europäer und tritt für eine verstärkte Verteidigung ein – gemeinsam mit den Verbündeten.  


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wm, Sonntag, 05.Februar, 10:05 Uhr

1. Mit Frexit......

......ist das Ende der EU eingeleitet!

Brexit - Frexit - Niexit........