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Faule Früchte leichter erkennen Landwirtschaftsministerin stellt neuen Foodscanner vor

Mit Fördermitteln des bayerischen Landwirtschaftsministeriums haben Wissenschaftler einen neuartigen Lebensmittel-Scanner entwickelt. Er soll bewirken, dass weniger weggeworfen wird.

Von: Lorenz Storch

Stand: 16.05.2018

Die Bayerische Landwirtschaftsminsiterin Michaela Kaniber mit einer Tomate und dem neuen Food-Scanner, der anzeigt wenn Obst und Gemüse verdorben sind. | Bild: BR / Lorenz Storch

Der Prototyp ist noch nichts für den Hausgebrauch – etwa 1.000 Euro kostet der Infrarotscanner, der mit einem Tablet-Computer verbunden Lebensmittel berührungsfrei untersuchen kann. Für Tomaten und für Hackfleisch funktioniert es bisher: Das Gerät spuckt eine Zahl aus, wieviel Prozent der Haltbarkeitsdauer schon abgelaufen ist. Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber verspricht sich viel von der Technik: 

"Das gibt vielen Menschen die Sicherheit, wenn so ein Scanner die Dinge für gut befunden hat. Man schmeißt Lebensmittel viel leichtfertiger weg, wenn man sich nicht sicher ist, ob das Lebensmittel auch noch gut ist."

Michaela Kaniber

Kalibrierung des Foodscanners ist noch aufwändig

Den Foodscanner neben den zwei bisher eingespeicherten Lebensmitteln für weitere Waren tauglich zu machen, ist jeweils ein großer Aufwand. 

"Man muss diese Verfahren kalibrieren. Das heißt: Ganz viele Datensätze sammeln über die verschiedenen Zustände einer Ware. Und dann lernt das Verfahren sozusagen daraus, wie der Zusammenhang zwischen Spektrum und Haltbarkeit aussieht."

Robin Gruner, Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung

Die Forscher arbeiten derzeit zusätzlich daran, über maschinelles Lernen die Übertragbarkeit auf neue Produkte zu vereinfachen.

Viele Obsthändler sehen Foodscanner als überflüssig an

Die Rede ist auch von einem rasanten Preisverfall bei der Sensortechnik. In einigen Jahren könnten die Geräte für Preise um 100 Euro verfügbar sein. Damit wäre das Gerät zunächst eher für den Handel interessant. Dort allerdings hat man vielfach bereits jetzt die nötige Fachkenntnis und kein Problem damit, den Frischegrad der Waren zu bestimmen. Unter Obsthändlern auf dem Münchner Großmarkt klang die Reaktion auf Nachfrage des BR vielfach so:

"Jeder sollte doch sehen, in welchem Zustand eine Beere ist. Ob man das noch verzehren kann, ob es schon zu reif ist. Das lernt man doch von Kindesbeinen an. Wenn die da jetzt auch noch mit irgendwelchen Maschinen anfangen, finde ich das doch sehr skurril."

Michael Widmann, Obsthändler

In vier, fünf Jahren könnte ein Gerät für Konsumenten auf dem Markt sein, schätzen an der Entwicklung beteiligte Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts - wenn sich Partner aus der Privatwirtschaft dafür finden. Einen wirklichen Durchbruch bei Privatleuten prophezeien die Beteiligten jedoch erst, wenn einmal schon ins Handy standardmäßig ein Infrarotscanner eingebaut sein sollte – für diese Zukunftsvision fiel, mit vielen Fragezeichen, die Jahreszahl 2040.


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Kommentare

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Meier, Mittwoch, 16.Mai, 21:03 Uhr

3. Weltpremiere in Bayern !

Genau darauf hat die Welt dringend gewartet !
Gesinder Menschenverstand wäre billiger, sinnvoller und weniger störanfällig !
Man darf auf die nächste Innovation gespannt sein....Flugtaxis sind ja wohl schon in Berlin in Entwicklung, zufällig auch von einer Ministerin der CSU !

Handwerker, Mittwoch, 16.Mai, 19:38 Uhr

2. ..die Jahreszahl 2040.

Da gibt's kein Obst und Gemüse, dass zum verzehr geeignet wäre, also was soll denn der Schmarr`n?

tell, Mittwoch, 16.Mai, 18:24 Uhr

1.

Mehr selber danken - weniger Computer ... wäre intelligenter.