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Optische Täuschung in Münster

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Zwei Scheiben aus Einsteins Gehirn: Ausstellung in Münster

Fußballspielende Roboter, optische Täuschungen, Gewebeproben von berühmten Gehirnen und viele Modelle: Das Naturkundemuseum im westfälischen Münster zeigt auf 1200 qm eine spektakuläre Ausstellung über das Denkorgan: Ein Wahrnehmungs-Abenteuer.

Über dieses Thema berichtet: LÖSCHEN Kultur am .

Liebhaber von „grauen Zellen“ kommen derzeit in Münster auf ihre Kosten: 71 echte Gehirne sind dort in der aktuellen Ausstellung zu sehen, von Menschen und Tieren. Darunter als spektakulärstes Objekt zwei Scheiben aus dem zerschnittenen Denkorgan von Albert Einstein. Der amerikanische Pathologe Thomas Harvey hatte gegen den erklärten Willen des Nobelpreisträgers nach dessen Tod dem Leichnam das Gehirn entnommen, es konserviert und Gewebeschnitte angefertigt. Diese wurden weltweit an Forscher verschickt, um dem Geheimnis der Intelligenz auf die Spur zu kommen.

Gehirn lässt sich austricksen

In Münster geht es um lernfähige Pflanzen, „kreative“ Maschinen und Tiere, die Werkzeug benutzen können. Es wird gezeigt, wie das Gehirn Emotionen erzeugt und wozu diese gut sind. Auch die Bedeutung der Empathie, des Einfühlungsvermögens in andere, ist dokumentiert. Spielerisch können Besucher anhand von optischen Täuschungen erfahren, wie leicht sich das Gehirn bei der Wahrnehmung austricksen lässt.

Die Grenzen der Sinne bestimmen die Grenzen der eigenen Realität. So erleben Schlangen durch den Infrarotsinn und Fledermäuse per Echoortung ganz eigene Wirklichkeiten. Auch die Wahrnehmung des Menschen ist sehr individuell. Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Denn das Repertoire der persönlichen Geschmacksrezeptoren ist sehr variabel, wie auch die Erinnerungen, die die Einordnung des Geschmacks bestimmen. – Aus dem Ausstellungskonzept

Londoner Taxifahrer: "Gehirnakrobaten"

Zu den anregenden Ideen der Ausstellungsmacher gehört ein Londoner Taxi, das symbolisch für den komplizierten Stadtplan der britischen Hauptstadt steht. Dort müssen sich Fahrer ohne Weiteres zurecht finden – eine Meisterleistung des Gehirns: 

Der Zulassungstest für Londoner Taxifahrer gilt deshalb als einer der schwersten weltweit. Die Probanden bereiten sich zwei bis vier Jahre darauf vor, indem sie sich Tausende Straßenverläufe, Straßennamen und sehenswerte Orte einprägen. Forscher des University College London nahmen diese außergewöhnliche Gedächtnisleistung Anfang des Jahrtausends als Grundlage für ein wissenschaftliches Experiment: Können sich Nervenzellen in Gehirnen von erwachsenen Menschen noch anpassen oder sogar neu entwickeln? – Aus dem Ausstellungskonzept

Gruselig ist die Darstellung einer Pilz-Art, die Ameisen-Gehirne befällt und systematisch „umprogrammiert“. Was nach Science-Fiction klingt, ist pure Evolution!

Noch bis 27. Oktober 2018