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Mehr als 150 deutsche Unternehmen machen mit bei der Kampagne #ZusammenGegenCorona.

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    #ZusammenGegenCorona: Impf-Sprüche ohne Ende

    Mehr als 150 große deutsche Firmen und Marken rufen mit abgewandelten Werbesprüchen zum Impfen auf. Auch Verbände, Parteien und Behörden springen inzwischen auf. Die Einfälle sind mal mehr, mal weniger originell, aber die Botschaft ist klar.

    Von
    Agnes PoppAgnes Popp
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    Angefangen hat alles mit der Initiative der Berliner Werbeagentur Antoni, die vor gerade einmal fünf Jahren gegründet wurde und zunächst exklusiv für Mercedes-Benz tätig war. Marken hätten Einfluss und Reichweite, erklärte die Agentur, warum solle man also nicht beides für die Botschaft nutzen, dass "die eigene Impfung für uns alle der beste Weg aus der Pandemie" sei. Die Social-Media-Kampagne #ZusammenGegenCorona kam ursprünglich aus der Wirtschaft, inzwischen sind aber auch zahlreiche Verbände, Behörden, Parteien und Medienunternehmen aufgesprungen.

    Öffentliches Bekenntnis zum Impfen fast schon ein Muss

    Die Kampagne #ZusammenGegenCorona, die in erster Linie auf der Plattform Twitter stattfindet, startete am Dienstag mit mehr als 150 deutschen Unternehmen, die ihre Werbeslogans so abwandelten, dass daraus ein Aufruf zum Impfen wird. Bei den meisten Beiträgen wird lediglich ein Wort im Slogan durch das Wort "Impf" oder "Impfen" ersetzt. Das Bekenntnis zur Impfkampagne gehört fast schon zum guten Ton für Akteure aus allen Bereichen, die in der Öffentlichkeit stehen. Wer auf ein Statement verzichtet, könnte in den Verdacht geraten, das Impfen nicht so ernst zu nehmen.

    Viel Aufmerksamkeit für's Impfen – und für die beteiligten Unternehmen

    Der gleichnamige Hashtag #ZusammenGegenCorona rangierte am Mittag noch ganz oben in den Trends auf Twitter. Ganz frei von kommerziellen Interessen ist die Beteiligung der Firmen an der Aktion vermutlich nicht: In jedem Fall beschert die bundesweite Kampagne nicht nur der Impfung, sondern auch den beteiligten Marken und Unternehmen jede Menge Aufmerksamkeit. Und der Name der Werbeagentur Antoni, deren Gründer, die beiden Werbemanager André Kemper und Tonio Kröger auf langjährige Karrieren zurückblicken, dürfte nun auch über die Branche hinaus bekannt sein.

    Dabei sind die Ergebnisse mal mehr, mal weniger originell. Der Onlinehändler Otto wirbt: "Impfen ... find ich gut". Nespresso fragt: "Impfen. What else?", und der Süßwarenhersteller Katjes jubiliert "Impfen jes jes jes". Aber es haben sich nicht nur Wirtschaftsunternehmen an der Aktion beteiligt.

    Zentralrat der Juden gibt sich "empört"

    Der Zentralrat der Juden nimmt mit einer Portion Selbstironie an der Kampagne teil. Der Tweet hat inzwischen über 5.000 Likes bekommen.

    Grafik: Twitter ZentralratJuden

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    Bildrechte: twitter.com/ZentralratJuden

    Slogan des Zentralrats der Juden zur Impfkampagne

    Bild-Zeitung appelliert an den "Teamgeist"

    Immer für eine Überraschung gut: Ausgerechnet das Springer-Blatt, das sich bisher nicht als Unterstützer der Corona-Maßnahmen hervorgetan hat und immer wieder wegen unsachlicher Berichterstattung und Stimmungsmache in der Kritik stand, fungiert als Medienpartner der Kampagne. Bild appelliert nun an den "Teamgeist" der Deutschen:

    Grafik: Twitter Bild

    AfD inspiriert zu Fake-Slogans

    Einige positive Slogans zur Impfkampagne der AfD kursieren ebenfalls im Netz. Dahinter steckt allerdings nicht die Partei der erklärten Impfgegner, sondern etwa der Satire-Account "Der Gazatteur":

    Grafik: Twitter dergazetteur

    © https://twitter.com/dergazetteur
    Bildrechte: https://twitter.com/dergazetteur

    Der satirische Beitrag will die AfD ermutigen, sich zur Impfung zu bekennen.

    Hornbach: Impfen als DoItYourself-Projekt

    Auch die Baumarktkette behauptet optimistisch, es sei genügend Impfstoff vorhanden. Und ermutigt dazu, es pragmatisch und zupackend anzugehen - wie das nächste Heimwerker-Vorhaben in den eigenen vier Wänden.

    Grafik: Twitter Hornbach

    E-Bay bringt die Impfung in die Nachbarschaft

    Die Plattform E-Bay-Kleinanzeigen versieht seinen Impf-Slogan mit dem lakonischen Hinweis "Kuseng hat schon abgeholt":

    Grafik: Twitter eBay Kleinanzeigen

    Ferrero-Fake: Eine Impfkampagne wie ein Duplo

    Dieser Slogan stammt offenbar nicht wirklich aus dem Hause Ferrero, kommt aber trotzdem gut an auf Twitter. In Umlauf gebracht haben ihn Privatpersonen.

    Grafik: Twitter Sascha Pallenberg

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    Bildrechte: twitter.com/sascha_p

    Sascha Pallenberg twittert: "Den Vogel (im positiven Sinne) schiesst Ferrero ab!"

    Spiele-Verein: Das Spiel mit dem Pieks

    Der Verein Spiel des Jahres e.V. kürt die Imfpung kurzerhand zum Stichspiel des Jahres.

    Grafik: Twitter Spiel des Jahres

    Rittersport liefert Impfstoff

    Unter dem Motto "Quadratisch. Praktisch. Geimpft" empfiehlt der Schokoladenhersteller Rittersport: "Erst Piksen, dann Knuspern!" Ob es die Sonderedition auch tatsächlich bald im Supermarkt zu kaufen gibt, ist nicht bekannt.

    Grafik: Ritter Sport Impfkampagne

    © Ritter Sport
    Bildrechte: Ritter Sport

    "Erst Piksen, dann Knuspern!" mahnt der Schokoladenhersteller Ritter Sport.

    Dating-App Parship wirbt fürs Impfen im Minutentakt

    Auch wenn Dating in Zeiten der Pandemie kritisch gesehen werden kann, bekennt sich Parship mit einem entsprechend flapsigen Spruch zur Kampagne.

    Grafik: Twitter Dating-App Parship

    Grafik: Twitter Dating-App Parship

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