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Zum 80. Geburtstag von Liv Ullmann | BR24

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In Hollywood ist Liv Ullmann ein Star; in Europa aber ist die norwegische Schauspielerin für viele noch immer nur die frühe Partnerin von Ingmar Bergman. Heute wird sie 80 Jahre alt – und blickt auf ein bewegtes Leben zurück.

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Zum 80. Geburtstag von Liv Ullmann

In Hollywood ist Liv Ullmann ein Star; in Europa aber ist die norwegische Schauspielerin für viele noch immer nur die frühe Partnerin von Ingmar Bergman. Heute wird sie 80 Jahre alt – und blickt auf ein bewegtes Leben zurück.

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Dass sie Schauspielerin werden wollte, wusste Liv Ullmann früh. Doch der Start war holprig. Bei der Schauspielschule in Oslo blitzte sie mehrmals ab. Also ging sie erst nach London und spielte dann in Norwegen Theater. Mit 19 tauchte sie zum ersten Mal in einem Film auf, in der norwegischen Komödie "Fjols til fjells" ("Die Narren zum Berg"). Es sei zwar nur eine Statistenrolle gewesen, sagt Ullmann im Interview, und sie habe nur eine Treppe hinaufgehen und sich von einem Mann mit einem Lasso fangen lassen sollen – trotzdem sei sie unglaublich stolz gewesen und habe sich gefühlt wie ein Filmstar.

An der Schauspielschule blitzte sie ab

Nur wenige Jahre später wurde sie zum Star. Mitte der 60er Jahre traf sie den schwedischen Filmemacher Ingmar Bergman. Der 20 Jahre ältere Mann kam ihr nicht nur mit der Kamera nah. Sie wurden ein Paar. 1966 kam die gemeinsame Tochter Linn zur Welt. Ullmann und Bergman landeten mit "Persona" einen internationalen Erfolg. Hollywood riss sich um die Norwegerin. Der Film "Emigranten" brachte Ullmann nicht nur die Oscar-Nominierung. Sie gewann auch den Golden Globe. Damit hatte sie endgültig den Status Weltstar. Der größte Erfolg mit Bergman wurde aber "Szenen einer Ehe" im Jahr 1973.

Heute blickt Ullmann zufrieden zurück – nicht nur auf ihre Karriere als Schauspielerin. Sie engagiert sich unter anderem für das UN-Kinderhilfswerk UNICEF. Sie habe ein phantastisches Leben gehabt, mit vielen Möglichkeiten, resumiert Ullmann aus Anlass ihres 80. Geburtstags. Sie sei Autorin gewesen, habe Theater gespielt, durfte für verschiedene Organisationen arbeiten – und das sei wohl das Wichtigste in ihrem Leben gewesen. Gleichzeitig sei sie alleinerziehende Mutter gewesen und habe ihr Bestes gegeben.

Nach fünf Jahren war die Beziehung zu Bergman in die Brüche gegangen. Ullmann empfand ihr Haus als ein Gefängnis. Bergman sei besitzergreifend und eifersüchtig gewesen. Trotzdem blieben der Regisseur und die Schauspielerin nach der Trennung Freunde und arbeiteten weiter zusammen. Zuletzt in "Sarabande". Bergmans letzter Film vor seinem Tod vor elf Jahren.

Mehr als Bergmans Partnerin

Ullmann wehrt sich bis heute dagegen, auf ihre Arbeit mit Bergman reduziert zu werden. Im Sommer wurde sie bei einer Podiumsdiskussion in Norwegen gefragt, ob er der Grund für ihre Karriere war. Sie antwortete mit einem klaren Nein. Aber er sei einer der besten Regisseure gewesen, mit denen sie zusammengearbeitet habe. Und er habe viel dazu beigetragen, dass sie nach Amerika kam. Mit seinen Filmen im Gepäck sei sie gut ausgestattet gewesen. Er habe an sie geglaubt.

Ullmann betont, die Zusammenarbeit mit Bergman sei nur ein Teil ihres Schaffens. Der schwedische Regisseur hatte dafür Verständnis – wie er sich in einem Fernsehinterview in den 80er Jahren erinnerte. Sie sei ein tolles Mädchen, sagte Bergman damals. Aber sie habe es satt, dass ihr immer Fragen zu ihm gestellt würden. Darauf habe sie keine Lust mehr und das könne er gut verstehen.

Auf das Filmemachen hat Ullmann immer noch Lust. Sie pendelt zwischen den USA und Norwegen, führt Regie und steht auch auf der Bühne.

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