BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
Per Mail sharen
  • Artikel mit Audio-Inhalten

Zum 150. Geburtstag von Eduard Thöny

Heute vor 150 Jahren kam Eduard Thöny in Brixen zur Welt. Der Sohn eines Südtiroler Holzschnitzers machte während des Kaiserreichs in München als Illustrator des „Simplicissimus“ steile Karriere. Justina Schreiber stellt Eduard Thöny vor.

Per Mail sharen
Die Welt der Offiziere und Adligen brachte er wie kein anderer zu Papier. Eduard Thöny hatte an der Münchner Kunstakademie Historienmalerei studiert, sich aber schon früh für französische Illustrationskunst interessiert. Als der Verleger Albert Langen 1896 nach dem Vorbild Pariser Satirezeitschriften in München den „Simplicissimus“ aus der Taufe hob, gehörte Thöny bald zum festen Team. Anders als etwa sein Kollege Thomas Theodor Heine zeichnete der Spezialist für Militärs und Pferde allerdings keine politischen Karikaturen.

Harmlose Bilder mit schlüpfrigen Unterschriften

Thönys oft ganzseitige Bilder zeigen Typen, klobige Bauern oder blasierte Aristokraten oder kokette Städterinnen im Winterurlaub auf der Alm. Bildunterschrift: „Voriges Jahr hab ich mich hier verheiratet Lilly, jetzt bin ich neugierig, ob dies Jahr ein Ehebruch zusammengeht. Also schlüpfrige Unterschriften, aber die Bilder selber sind eigentlich völlig harmlos und idyllisch.“

Thöny: Von den Nazis geehrt

Mit der Popularität des „Simplicissimus“ wuchs der Ruhm seiner Texter und Zeichner. 1914 jedoch verloren die Blattmacher ihren regimekritischen Biss ….vor allem Thöny. Er blieb der zahm gewordenen Satirezeitschrift bis zu ihrem Ende im Jahr 1944 als Zeichner treu. Nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs verlegte sich der Illustrator auf impressionistische Sport- oder Jagdbilder. Erst unter den Nationalsozialisten konnte er wieder reüssieren. Wegen seiner eindrucksvollen Kriegs- und Soldatenbilder erhielt er zahlreiche Ehrungen. Eduard Thöny starb 1950 im Alter von 84 Jahren in Holzhausen am Ammersee.

Von
  • Katharina Altemeier
Schlagwörter