Bunt gekleidete Schauspieler agieren auf einer Theaterbühne.
Bildrechte: BR

Michael Endes Buch Märchen-Roman "Momo" wird in Bayreuth von der Studiobühne inszeniert.

Per Mail sharen
Artikel mit Video-InhaltenVideobeitrag

Zu jeder Zeit aktuell: Studiobühne zeigt Klassiker "Momo"

Seit seinem Erscheinen vor 50 Jahren haben Millionen Menschen in aller Welt den Roman von Michael Ende gelesen: "Momo". Die Geschichte des Mädchens, das gestohlene Zeit zurückgebracht hat. Aktuell wird es in Bayreuth von der Studiobühne inszeniert.

Über dieses Thema berichtet: regionalZeit am .

"Es gibt ein Geheimnis, das jeder kennt, weil es ganz alltäglich ist: Es ist die Zeit." Und um die geht es in der 80-minütigen Inszenierung von Michael Endes Kinderbuchklassikers "Momo" der Studiobühne Bayreuth: Die Zeit.

Statt Stress und Hektik: Zuhören

Es ist ein Wiedersehen mit alten Bekannten: Bebbo Straßenkehrer, Gigi Fremdenführer, die Schildkröte Kassiopeia und natürlich Momo. Wo Momo hergekommen ist, weiß keiner so genau. Mit ihren dunklen, hochgebundenen Zöpfen, der roten Hose, dem Flickenhemd und einem weiten Mantel ist Momo einfach da. Sie hat nichts - außer Zeit. Und die teilt sie mit ihren Freunden. "Wir können von Momo lernen, dass man seinen Freunden zuhören kann und sich Zeit lassen kann. Die Welt wird immer hektischer und stressiger", sagt Alex Leschinsky. Sie spielt die Rolle des Mädchens, das Freude und Wärme versprüht, allein durch ihre Anwesenheit. Bis die "grauen Männer" kommen.

Keine Platz für Fantasie und Menschlichkeit

Die "grauen Männer", in ihren langen Mänteln, überdimensional großen, das Gesicht verdeckenden grauen Hüten, Aktenkoffern und Zigarren in der Hand haben nur eines im Sinn: Sie wollen die kostbare Lebenszeit der Menschen stehlen. Stück für Stück verwandelt sich das anfangs kunterbunte Bühnenbild in eine graue, farblose Welt. "Die Zeiten ändern sich", schallt es durch den Raum.

Job, Geld und Ansehen sind plötzlich wichtiger als Fantasie und Menschlichkeit. Zeit für Angehörige, Freunde und das Genießen hat keinen Platz im neuen, schnelllebigen, optimierten Lebensalltag. Die Kinder bekommen neuste Technologien und das teuerste Spielzeug zur Beschäftigung.

Grau gekleidete Schauspieler mit großen Hüten stehen auf einer Theaterbühne.
Bildrechte: Studiobühne Bayreuth/Thomas Eberlein
Artikel mit Audio-InhaltenAudiobeitrag

"Momo" auf der Studiobühne in Bayreuth: Die "Grauen Männer" sind auf der Suche nach der Zeit.

"Momo"-Thema brandaktuell

Vor 50 Jahren, 1973 erschienen, scheint der Roman von Michael Ende brandaktuell. "Es ist ein Appell an die Fantasie und ein Plädoyer für die Freundschaft. Man soll das Leben nicht in einem farblosen Grau verstreichen lassen, in Hektik und dem ständigen Blick in ein Smartphone", so Regisseurin Birgit Franz.

Sie bringt mit ihrem Ensemble der Studiobühne Bayreuth das Stück auf eine Bühne, die kaum besser passen könnte. In der Vorlage ein Amphitheater, in Bayreuth das Römische Theater in der Eremitage. Ein Ruinentheater des 18. Jahrhunderts, erbaut im Auftrag der Markgräfin Wilhelmine.

Noch bis Ende Juli wird "Momo" aufgeführt – zusätzlich gibt es Sonderaufführungen für Schulklassen.

Bildrechte: Studiobühne Bayreuth/Thomas Eberlein
Artikel mit Bild-InhaltenBildbeitrag

Wollen die Menschen retten: Meister Hora, Momo und die Schildkröte Kassiopeia

"Hier ist Bayern": Der BR24 Newsletter informiert Sie immer montags bis freitags zum Feierabend über das Wichtigste vom Tag auf einen Blick – kompakt und direkt in Ihrem privaten Postfach. Hier geht’s zur Anmeldung!