BR24 Logo
BR24 Logo
Startseite
© dpa-Bildfunk/Terence Patrick
Bildrechte: dpa-Bildfunk/Terence Patrick

Die Hauptdarsteller von "Friends" bei ihrer Reunion

Per Mail sharen

    Zensur bei "Friends"-Spezialfolge: Fans in China empört

    Chinesische Fans der Serie "Friends" sind sauer: Die aktuelle Wiedervereinigungsfolge ist in ihrem Land mehrere Minuten kürzer. Bezüge zu lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen fehlen. Auch Auftritte von Superstars wurden Opfer der Zensur.

    Per Mail sharen
    Von
    • BR24 Kultur

    Anhänger der US-Kultserie "Friends" mussten lange warten, bis ihre Stars wieder gemeinsam in einer Spezialfolge zu sehen waren – und nun ist nach Veröffentlichung von "Friends: The Reunion" am vergangenen Donnerstag der Ärger bei chinesischen Fans groß: Die staatlichen Zensoren haben dort offenbar zugeschlagen und Teile des großen Wiedersehens herausschneiden lassen.

    Prominente "Friends"-Fans wurden aus Film gestrichen

    Betroffen sind die Auftritte von prominenten "Friends"-Fans, wie Lady Gaga, Justin Bieber und der koreanischen Boyband BTS, die in anderen Ländern in der großen Wiedersehen-Folge zu sehen sind. Offenbar sind diese Personen bei der Führung der Kommunistischen Partei in Ungnade gefallen.

    Die Original-Serie wurde von 1994 bis 2004 gedreht und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. "Friends" ist auch in China äußerst beliebt und hat viele Fans. Sie wird in Schulen zum Englischlernen empfohlen. In zahlreichen Städten gibt es Cafés, die dem beliebten Treffpunkt der Hauptcharaktere – dem Central Perk – nachempfunden sind. Die Stars der Sitcom, Jennifer Aniston, Courteney Cox, Lisa Kudrow, Matt LeBlanc, Matthew Perry und David Schwimmer, waren nun für ein einmaliges Wiedersehen der Charaktere wieder vor die Kamera getreten.

    Gründe für die Zensur in China

    Hinter der Zensur in China stecken wohl folgende Gründe: Lady Gaga hatte sich etwa in der Vergangenheit mit dem geistlichen Oberhaupt der Tibeter, dem Dalai Lama getroffen. Das missfiel den Machthabern in Peking, 2016 wurde daraufhin Lady Gagas Tournee durch China verboten. Im Fall von Justin Bieber gab es bereits 2014 ein Auftrittsverbot: Er hatte ein Foto veröffentlicht, das der chinesischen Regierung offenbar nicht gefiel. Es zeigt den Yasukuni-Schrein in Tokio – mit ihm gedenkt Japan der Kriegsopfer, darunter auch verurteilte Kriegsverbrecher aus dem Zweiten Weltkrieg.

    Ebenso traf es die koreanische Boyband BTS. Sie hatte Chinas Kommunistische Partei im vergangenen Jahr verärgert, als sie über die "Geschichte des Leids" in der Region sprach, mit keinem Wort aber die chinesischen Soldaten erwähnte, die im Koreakrieg starben.

    Chinesische Fans enttäuscht über fehlende Szenen

    In der Spezialfolge "Friends: The Reunion" fehlen laut chinesischer Fans zudem alle Bezüge zu lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans- und intergeschlechtlichen Menschen. Die in China gezeigte Version ist so mehrere Minuten kürzer als das 104 Minuten lange Original.

    Chinesische Fans zeigten sich daraufhin enttäuscht und verärgert: "Ich habe seit Wochen auf die Friends-Wiedervereinigung gewartet, nur um festzustellen, dass die in China gezeigte Version völlig verstümmelt ist", schimpfte ein Nutzer in den Online-Netzwerken. "Warum können uns die Zensoren nicht einfach eine Sitcom genießen lassen?", fragte ein anderer Nutzer.

    Die BR KulturBühne – ein Platz für Konzerte, Events, Debatten und auch großes Vergnügen. Hier geht's lang!

    Aktuelle Debatten, neue Filme und Ausstellungen, aufregende Musik und Vorführungen... In unserem kulturWelt-Podcast sprechen wir täglich über das, was die Welt der Kultur bewegt. Hier abonnieren!