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Vor genau zehn Jahren hat ein Erdbeben in Japan einen Tsunami ausgelöst, der zur Atomkatastrophe von Fukushima geführt hat. Das nimmt der Würzburger Kulturspeicher zum Anlass, um eine ganz besondere Foto-Ausstellung zu zeigen.

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Würzburger Kulturspeicher zeigt Bilder aus Fukushima

Vor genau zehn Jahren hat ein Erdbeben in Japan einen Tsunami ausgelöst, der dann zur Atomkatastrophe von Fukushima geführt hat. Das nimmt der Würzburger Kulturspeicher zum Anlass, um eine ganz besondere Foto-Ausstellung zu zeigen.

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Von
  • Wolfram Hanke
  • Christiane Scherm

Eine Straße, die aussieht wie ein grüner Urwald. Gelb blühende Felder. Bäume mit roten Blättern. Und das in einer Sperrzone, in der sich niemand dauerhaft der Strahlung aussetzen darf: Die Ausstellung "Tree and Soil" im Würzburger Kulturspeicher zeigt Bilder aus dem japanischen Fukushima von heute. Damit erinnert das Museum an die nukleare Katastrophe vor zehn Jahren. Tree and Soil, übersetzt: Baum und Boden. Die Ausstellung ist das Ergebnis der Studien von Antoinette de Jong und Robert Knoth. Die beiden holländischen Künstler sind mehrfach in die Sperrzone rund um das havarierte Atomkraftwerk von Fukushima gereist, um zu fotografieren, zu filmen und Interviews zu führen.

Großformatige Fotos aus der atomaren Sperrzone

Gezeigt werden großformatige Drucke von Fotos und eine Videoinstallation. Die Drucke von insgesamt 16 großformatigen Fotografien tragen einen Subtext in sich. Vordergründig sind es Bilder von wild wuchernder Natur in voller Farbenpracht. Aufgenommen in einer atomaren Sperrzone. Das macht den besonderen Reiz der Aufnahmen aus, sagt Luisa Heese, die Leiterin des Kulturspeichers. Die Fotografien aus der Sperrzone werden kombiniert mit künstlerischen Darstellungen aus der im frühen 19. Jahrhundert zusammengetragenen Sammlung des Würzburger Arztes Philipp Franz von Siebold.

Bezug zum Würzburger Arzt Philipp Franz von Siebold

Siebold ist in Würzburg geboren. Im 19. Jahrhundert hat er lange in Japan gelebt und die Natur dort erforscht. Ihm ist sogar ein eigenes Museum in Würzburg gewidmet. Seiner Arbeit ist es zu verdanken, dass die Ausstellung "Tree And Soil" überhaupt nach Würzburg gekommen ist. Sonst wären die beiden Holländer nie auf den Kulturspeicher zugegangen. 2011 waren Antoinette de Jong und Robert Knoth zum ersten Mal in Fukushima, also nur wenige Monate nach der nuklearen Katastrophe. Und dann immer wieder, zu unterschiedlichen Jahreszeiten. Damit haben sie auch ihre eigene Gesundheit aufs Spiel gesetzt, nur für das Kunstprojekt.

Katastrophe von Fukushima vor zehn Jahren

Vor ziemlich genau zehn Jahren, am 11. März 2011, löste ein Tsunami im Kernkraftwerk von Fukushima eine mehrfache Kernschmelze aus und verursachte einen Super-Gau. Die ganze Umgebung wurde verstrahlt. 15.000 Menschen kamen ums Leben. 150.000 Einwohner mussten umgesiedelt werden. Zurückgelassene Tiere verhungerten.

Kulturspeicher Würzburg nach Coronapause wieder geöffnet

Mitte März hat der Kulturspeicher in Würzburg nach langer coronabedingter Pause wieder seine Türen für Besucher geöffnet. Das Museum ist auch aktuell geöffnet. Allerdings müssen sich die Besucher vorab für ein Zeitfenster anmelden. Die Ausstellung ist bis zum 24. Mai zu sehen und wird durch verschiedene Online-Angebote wie Führungen im Livestream ergänzt. Im Fall eines erneuten Lockdowns für Museen wäre die Ausstellung weiterhin zu sehen.

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Fukushima-Foto-Ausstellung im Würzburger Kulturspeicher

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