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Würzburg: Organisatoren finden für Mozartfest alternative Formen | BR24

© Jochen Wobser/BR-Mainfranlen

Um das Würzburger Mozartfest in Zeiten der Corona-Pandemie nicht ganz absagen zu müssen, haben die Organisatoren an alternativen Formaten gearbeitet. Dabei setzen sie auf Video-Livestreams, Konzerte im Radio sowie von Balkons und in Hinterhöfen.

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Würzburg: Organisatoren finden für Mozartfest alternative Formen

Um das Würzburger Mozartfest in Zeiten der Corona-Pandemie nicht ganz absagen zu müssen, haben die Organisatoren an alternativen Formaten gearbeitet. Dabei setzen sie auf Video-Livestreams. Konzertiert wird zudem im Radio und in Hinterhöfen.

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Damit das 99. Würzburger Mozartfest aufgrund der Corona-Pandemie nicht komplett ausfällt, haben die Organisatoren in den vergangenen vier Wochen an alternativen Formaten gearbeitet. Am Mittwoch ist nun der bisherige Stand der Alternativplanungen veröffentlicht worden. "Ein Würzburger Frühsommer ohne Musik, ohne Konzerte und ohne Mozart? Unvorstellbar!", so die Macher des Musik-Events. Die Organisatoren setzen nun auf Video-Livestreams, auf Konzerte im Radio sowie auf Konzerte von Balkons und in Hinterhöfen. Das Alternativprogramm 2020 soll laut Veranstaltern nicht nur ein Ersatz für die ursprünglich geplanten 75 Konzerte sein, sondern eine "kreative Auseinandersetzung mit der Krise, die das Kulturleben derzeit in seinen Grundfesten" erschüttere.

Zwei Video-Livestreams aus dem Kaisersaal der Residenz

Das neue Programm startet am 9. Juni unter dem Titel "Live aus dem Weltkulturerbe" mit einer Themennacht aus der Würzburger Residenz. Der Bayerische Rundfunk überträgt die Veranstaltung als Video-Livestream, in der Residenz selbst wird kein Publikum anwesend sein. Im Kaisersaal präsentieren Kammermusik-Ensembles eigens für das Mozartfest erarbeitete Programme. Aus Frankreich wird der Pianist Kit Armstrong mit einem Klavier-Rezital zugeschaltet. In einem zweiten Video-Livestream gibt Reinhard Goebel, Artiste étoile 2020, Einblick in seine künstlerische Arbeit, wenn er mit dem Münchner Rundfunkorchester in einer kleinen Besetzung im Kaisersaal gastiert.

Drei Radio-Konzerte

Darüber hinaus gibt es drei Radio-Konzerte: Ragna Schirmer (Klavier) und Isang Enders (Violoncello) im Duo, Jörg Widmann (Klarinette), Carolin Widmann (Violine) und Oliver Triendl (Klavier) im Trio sowie eine "Streichquartettnacht", in der drei renommierte Quartette in der Residenz zusammentreffen.

"MozartLabor"

Von 13. bis 16. Juni findet das "MozartLabor" im Exerzitienhaus Himmelspforten statt. Das "MozartLabor" versammelt Vorträge, Diskussionsrunden und Workshops. Hier komme der Wert von Musik auf den Prüfstand sowie "die Frage nach der gesellschaftlichen Bedeutung von Kunst und Kultur", so die Veranstalter. Gerade in Krisenzeiten seien diese Themen essentiell, so die Macher des Mozartfests.

"Balkon-Konzerte" in der Innenstadt

Am 20. Juni stehen dann "Balkon-Konzerte" auf dem Alternativprogramm. Christoph Eß, Solo-Hornist der Bamberger Symphoniker, wird mit seiner Formation "german hornsound" an exponierten Orten in Würzburg kurze Konzerte spielen - auf Stadtbalkonen oder von Türmen hoch über den Straßen und Gassen.

Hinterhof-Konzerte mit dem "Blauen Eumel"

Vom 11. bis 14. Juni und vom 19. bis 21. Juni wird die mobile Musikbühne "Der Blaue Eumel" unterwegs sein. Der Musik-Lkw soll Live-Konzerte in Innenhöfe der Stadt bringen. Dazu können sich Würzburger ab sofort mit ihrem Hof als möglichen Spielort bewerben. Für die Bewerbung gibt es auf der Internetseite des Mozartfests ein Formular. Zu den Anforderungen zählt unter anderem, dass möglichst viele angrenzende Wohnungen die Fenster oder Balkone mit Blick zum Innenhof haben.

Organisatoren haben konventionelle Konzerte noch nicht völlig abgeschrieben

Für das Mozartfest-Finale vom 24. bis 27. Juni sind die Planungen noch nicht abgeschlossen. Das Mozartfest plant jedoch "zuversichtlich" das Live-Erlebnis von Musik mit Orchester und Publikum. Es bleibe ein Wagnis, so die Organisatoren, in dieser Zeit Konzerte "unter annähernd gewohnten Bedingungen" zu planen. Dennoch lasse sich das Mozartfest darauf ein und wolle seine Saison mit vier Live-Konzerten vor Publikum beenden. Die Rotationshalle des Vogel Convention Centers sowie die Blaue Halle der va-Q-tec AG seien geeignete Räumlichkeiten, um für ausreichend Abstand zu sorgen und trotzdem ein gemeinschaftliches Konzerterlebnis zu ermöglichen.

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