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Woodstock - eine Legende wird 50 | BR24

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50 Jahre nach Woodstock wird in Bethel, New York, wieder gefeiert - wenn auch nicht so wild wie bei dem legendären Hippie-Festival. Auf der Bühne stehen etwa Ex-Beatle Ringo Starr und Gitarrist Carlos Santana.

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Woodstock - eine Legende wird 50

Love, Peace and Rock'n'Roll - drei Tage lang feierte fast eine halbe Million Menschen auf einem vom Regen aufgeweichten Feld nördlich von New York. 50 Jahre später sind viele erneut nach Bethel gepilgert. Woodstock prägt noch immer die Popkultur.

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Eigentlich sollte es nur ein Musikfestival werden, doch es wurde so viel mehr: Ausdruck einer Zeit, Symbol für die Hippie-Kultur, eine Demonstration für den Frieden.

Stars aus der Alternativ-Szene auf einem Acker - eine Legende ist geboren

Im Sommer 1969 hatte sich eine Reihe von Stars vor allem aus der alternativen Kultur zu dem mehrtägigen Konzert angesagt: Joan Baez, Janis Joplin, Canned Heat, Grateful Dead, Jefferson Airplane, Sly & the Family Stone, Arlo Guthrie, Crosby, Stills & Nash, Joe Cocker, Carlos Santana, The Who und Jimi Hendrix - ein Who's who aus Folk und Rock.

Mehr als hunderttausend Eintrittskarten waren Wochen vor dem Konzert verkauft, der Musikgeschmack einer ganzen Generation wurde auf dem Acker in der Nähe von Bethel, im US-Bundesstaat New York, geprägt.

Festival verläuft völlig friedlich

Sechs Dollar kosteten die Tickets, doch als hunderttausende Fans die Zäune einfach überrennen, beschließen die Veranstalter, keinen Eintritt mehr zu verlangen. Was folgt, ist ein dreitägiges Fest, bei dem es nicht zu einem einzigen Akt der Gewalt kommt. Stattdessen liegen sich die Menschen in den Armen und feiern die freie Liebe, rutschen durch den Schlamm, genießen die Musik, schwelgen im Drogenrausch und leben den friedlichen Geist der Hippie-Bewegung.

Die Auftritte werden zu Legenden: Zum Schluss am Montagmorgen spielt Jimi Hendrix seine ganz eigene Version der US-Nationalhymne - das schrill verzerrte "Star Spangled Banner" wird zum symbolischen Protest gegen den Vietnam-Krieg.

Revival 50 Jahre später: rollatorfreundlich und rauchfrei

Fünfzig Jahre später soll ein Konzert den Geist von Woodstock wieder auferstehen lassen: Auf der Yasgur-Farm, dem Ort des legendären Festivals, spielen wieder Stars. Ex-Beatle Ringo Starr tritt auf und Gitarren-Gott Carlos Santana spielt unweit von dort, wo er vor fünf Jahrzehnten Musikgeschichte schrieb.

Doch diesmal bleibt das Konzert im vergleichsweise kleinen Rahmen, nur ein paar tausend Fans sind nach Bethel gekommen. Der Rasen ist kurz getrimmt, von Acker oder Schlammwüste keine Spur. Das schätzen vor allem die vielen Rollstuhlfahrer und älteren Herrschaften mit Rollatoren. Es gibt scharfe Sicherheitskontrollen, und auf dem gesamten Gelände herrscht Rauchverbot.

Einer wird wohl fehlen, der damals schon nicht dabei war: Bob Dylan, im Jahre 1969 schon ein Star. Er trat beim Woodstock-Festival nicht auf, obwohl er nicht weit weg von dem Konzertgelände wohnte. Der Legende nach war er so von den ständigen Besuchen von Hippies genervt, dass er an dem Wochenende lieber nach London reiste.