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Wochenzeitung "Die ZEIT": Erfolgreich auch in der Pandemie | BR24

© picture-alliance/ Bildagentur-online/Schoening

Trotz Corona-Krise und Niedergang der Printmedien ein Erfolg: Die Zeit

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    Wochenzeitung "Die ZEIT": Erfolgreich auch in der Pandemie

    Auch die Zeitungsbranche ist von der Corona-Krise betroffen: Anzeigen brechen weg, Termine finden nicht statt, Veranstaltungen werden abgesagt. In vielen Redaktionen ist Kurzarbeit angesagt – aber bei der ZEIT geht es aufwärts, gedruckt und digital.

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    Gegen den Trend gewinnt die ZEIT aus dem Holtzbrinck-Verlag. Das war schon vor der Pandemie so, aber sogar im 2. Quartal 2020, mitten im sogenannten Lockdown, verzeichnet Geschäftsführer Rainer Esser Erfolge: Mit 520.000 verkauften Exemplaren ein Allzeithoch, das vor allem auf einer Steigerung der Digital-Abonnements beruht, die mittlerweile 26 Prozent ausmachen.

    In Journalismus investieren

    Während andere Zeitungen in Krisenzeiten sparen und Redaktionen ausdünnen, investiert die ZEIT in journalistische Qualität – und zwar bei Print und Online. Das zahlt sich offenbar aus – gerade in der Pandemie, meint Jochen Wegner, Chefredakteur Zeit online: "Jetzt haben wir das Gefühl, Journalismus hat wirklich eine existentielle Funktion, die man nie so stark gespürt hat wie in solch einer Krise. Wissenschaftsjournalismus ist zum Beispiel auf einem Level relevant geworden, wie man es sich früher nie hätte träumen lassen."

    Mehr als nur Zeitung

    Neben der Wochenzeitung, gedruckt und digital, sowie dem Online-Portal gibt es weitere Aktivitäten des Verlages, so gibt er Magazine wie ZEIT Wissen, ZEIT Geschichte und ZEIT Campus heraus. Neue erfolgreiche Geschäftsfelder sind Konferenzen, E-Commerce und E-Learning.

    Außerdem setzt man auf ein gutes Dutzend Podcasts, die von Mounia Maiborg verantwortet werden. Sie betont den reichweitenstarken "Verbrechens"-Podcast, oder das Format "Alles gesagt", ein Interview-Podcast ohne definiertes Ende, der auch mal über viele Stunden laufen kann.

    Publikumsbindung groß geschrieben

    Die Kommunikation mit dem eigenen Publikum wird groß geschrieben im Verlag. Beleg dafür sind die "Freunde der Zeit", ein seit drei Jahren laufendes Treueprogramm für die AbonnentInnen des Blattes. Im Zentrum steht die Vermittlung des ZEIT-Journalismus, sagt Wencke Tzanakakis, Leiterin des Teams "Freunde der Zeit".

    Interessierte LeserInnen können sich für das zusätzliche Programm anmelden und erhalten dadurch Zugang zu attraktiven Extras: Live-Begegnungen mit Redaktionsmitgliedern – derzeit wegen Corona ausgesetzt –, Lesungen oder Buchverlosungen. Das Lieblingsformat von Programmleiterin Tzanakakis ist das "Leserparlament" mit Chefredakteur Giovanni di Lorenzo.

    Das sechsköpfige Team kommuniziert mit den "Freunden" per E-mail und Telefon, organisiert die Events, kümmert sich ums Marketing. Der wöchentlich erscheinende Newsletter zählt rund 200.000 AbonnentInnen.

    Google News von der ZEIT

    Geschäftsführer Esser arbeitet längst an neuen Projekten. Ende Juni kündigte Google an, von ausgewählten Verlagen Lizenzen für die Nutzung qualitativ hochwertiger Inhalte zu erwerben. Auch die ZEIT wird dabei sein. Lange hatte der US-Konzern sich geweigert, auch nur einen Cent für verlegerische Leistungen zu zahlen. Jetzt winken den Verlagen Reichweitensteigerung plus Lizenzeinnahmen, hofft man. "Wir wären dumm, wenn wir da nicht mitmachen würden", so Esser.

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