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Martin Böttcher
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Martin Böttcher

Von Klaus Meyer, BR KLASSIK

Insgesamt hat Martin Böttcher die Musik zu über 50 Kinofilmen und 300 Fernsehproduktionen geschrieben. Die Melodien der Winnetou-Filmmusiken kennt jeder, das gilt auch für viele seiner Fernsehmusiken, die ihn gewissermaßen in jedes deutsche Wohnzimmer brachten: "Sonderdezernat K1", "Forsthaus Falkenau", "Pfarrer Braun". Martin Böttcher erhielt für seine Arbeit zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz am Bande, den "Look & Listen - Telepool-BR-Music-Award" und die Ehrenmitgliedschaft in der US-amerikanischen Max Steiner Society - neben Benny Goodman, Frank Sinatra und anderen.

Vom Abfangjäger zur Gitarre

Die musikalische Heimat des 1927 in Berlin geborenen Urenkels eines Weimarer Hofkapellmeisters war der Jazz. Kurz vor Kriegsende wurde er noch zur Luftwaffe eingezogen und auf dem raketenangetriebenen Abfangjäger Messerschmidt Me 163 "Komet" ausgebildet. Zum Fliegen kam er nicht mehr, aber die Fliegerei blieb eine seiner Leidenschaften. In der Kriegsgefangenschaft begann er mit dem Gitarrenspiel, übte jeden Tag an die 16 Stunden und begann dann seine professionelle musikalische Laufbahn als Rhythmus-Gitarrist im Tanz- und Unterhaltungsorchester des damaligen Nordwestdeutschen Rundfunks in Hamburg. Bereits 1952 schrieb er für einen Dokumentarfilm eine erste Filmmusik.

"Vorbilder? Für mich war Henry Mancini ein toller Komponist und Arrangeur." Martin Böttcher

1954 verabschiedete sich Martin Böttcher von seinem Tanzorchester und gab die Gitarristentätigkeit auf, um sich am Schreibtisch über dem Notenpapier vornehmlich dem Komponieren und Arrangieren zu widmen. Anders als beispielsweise seine Kollegen Werner Müller und Bert Kaempfert, die sich neben dem Komponieren und Arrangieren auch als Big-Band-Leader profilierten, absolvierte Martin Böttcher eher wenige Live-Auftritte als Orchesterleiter.

Viele Kompositionen für Film und Fernsehen

Immer wieder komponierte er für den Film. Erste berühmte Titel waren "Die Halbstarken" und "Endstation Liebe", beide mit Horst Buchholz in den Hauptrollen, später die Pater-Brown-Krimis mit Heinz Rühmann, eine Reihe von Edgar-Wallace-Thrillern und natürlich die insgesamt zehn "Winnetou"-Filme mit Pierre Brice und Lex Barker in den Hauptrollen, deren Erkennungsmelodien Martin Böttcher in den 1960er-Jahren internationale Berühmtheit bescherte. Das "Old Shatterhand"-Thema von 1962 stand 17 Wochen lang an der Spitze der Charts und wurde mehr als 100.000 Mal verkauft, damals eine echte Sensation.

Die Liste der Fernsehmusiken Böttchers ist lang: Sie umfasst noch beliebte Serien wie "Das Kriminalmuseum", "Gertrud Stranitzki" mit Inge Meysel, "Es muss nicht immer Kaviar sein" mit Siegfried Rauch, "Air Albatross" mit Wolf Roth, "Schöne Ferien" mit Claudia Rieschel, Simone Rethel und Sigmar Solbach sowie "Pfarrer Braun" mit Ottfried Fischer.

Der Böttcher-Sound ist unverwechselbar

In all diesen Film- und Fernsehmusiken kultivierte Martin Böttcher einen Sound, der von großer Originalität und Eigenständigkeit geprägt ist. Es sind einprägsame diatonische Melodien, gepaart mit einer klangsinnlichen Harmonik über kräftigen Basslinien, eingebettet in einen warmen, weichen, volltönenden Gesamtklang. In der Tat dürfte es schwer fallen, ein Böttcher-Stück zu finden, bei dem man nicht schon nach 15 Sekunden die unverkennbare Handschrift des Komponisten erkennen würde.

Komponist Martin Böttcher ist im Alter von 91 Jahren gestorben.

Komponist Martin Böttcher ist im Alter von 91 Jahren gestorben.

Martin Böttcher im Interview mit BR KLASSIK

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