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Wie Roboter "Garmi" in der Altenpflege helfen kann | BR24

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Hausarzt Günter Steinebach testet für STATIONEN den Pflege-Roboter GARMI im Geriatrie-Forschungszentrum der TU München in Garmisch-Partenkirchen.

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    Wie Roboter "Garmi" in der Altenpflege helfen kann

    Medikamente geben, aus dem Sessel helfen, Waschen und Anziehen: In Zukunft könnten Roboter diese Aufgaben von Altenpflegern übernehmen. Pflegekräfte hätten dann wieder Zeit für eine Sinn stiftende Begleitung der Senioren.

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    Auf dem Rumpf sitzt ein weißer runder Kopf mit einem großen Display als Gesicht. Greif-Arm-Hände, Lautsprecher-Ohren und ziemlich viel Technik als Innenleben: Das ist der 1,40 Meter große Service-Roboter GARMI, der ältere Menschen im Alltag unterstützen soll: Das rollende Universalgenie soll Essen warm machen, beim Aufstehen helfen, Zeitung vorlesen, Tisch abräumen oder die Tür öffnen und schließen können. Er soll aber nicht nur einfache Alltagstätigkeiten erledigen können, sondern auch Blutdruck messen, Medikamente verabreichen und im Notfall Hilfe rufen. Auch eine "Fernsprechstunde" mit dem Arzt könnte mit GARMI möglich werden.

    In Würde altern dank Roboter?

    Mit Robotern wie GARMI könnten alte Menschen viel länger in den eigenen vier Wänden leben, hofft Professor Sami Haddadin, der Erfinder von GARMI und Leiter des Geriatrie-Forschungszentrums der TU München in Garmisch-Partenkirchen. Daher kommt übrigens auch der Name GARMI. Bei der Eröffnung des Forschungszentrums im Herbst 2018 sagte Staatsminister Florian Herrmann: "Wir wollen, dass jeder Mensch in Würde leben und altern kann." Roboter könnten dabei in Zukunft eine wichtige Rolle spielen, deshalb wolle der Freistaat Bayern die Forschung im Pflegebereich intensiv fördern.

    Aber nicht nur zuhause sollen Pflege-Roboter in Zukunft eingesetzt werden: Die Altenpflege ist laut Bundeswirtschaftsministerium "zum Mangelberuf Nummer eins geworden". Bundesweit fehlt es an Fachkräften. In Pflegeeinrichtungen könnten spezielle Pflege-Roboter also helfen, Engpässe zu beseitigen. Die Idee dabei ist aber nicht, Pflegekräfte komplett zu ersetzen, sondern Pflegende von "lästigen" oder "monotonen Tätigkeiten" zu befreien. Die Pflegekräfte hätten dann mehr Zeit für eine Sinn stiftende Arbeit, hofft Professor Sami Haddadin.

    GARMI muss noch lernen

    Noch steht die Entwicklung von intelligenten Pflege- und Assistenzsystemen am Anfang. GARMI wird in ein paar Wochen in die erste offizielle Testphase in Seniorenheime gehen. Aber erst in rund zehn Jahren, schätzen Experten, wird GARMI tatsächlich intelligent genug sein, dass er seine Arbeit aufnehmen kann.

    Mehr zum Thema Künstliche Intelligenz in STATIONEN, am Mittwoch 9. Oktober 2019 im BR-Fernsehen und im Anschluss in der Mediathek. Außerdem findet vom 7. bis 11. Oktober 2019 die BR-Themenwoche zur Künstlichen Intelligenz statt.