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Wie Mark Knopfler sich ein Dire-Straits-Comeback vorstellen kann | BR24

© picture alliance/Pacific Press Agency

Mark Knopfler auf der Bühne Stupinigi Festival bei Turin (2019)

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Wie Mark Knopfler sich ein Dire-Straits-Comeback vorstellen kann

Mark Knopfler ist einer der erfolgreichsten Rockmusiker der vergangenen Jahrzehnte, gibt sich aber betont bodenständig. Nun wird der geniale Autodidakt 70. Ein Comeback der Dire Straits? Wäre mit ihm nur unter bestimmten Bedingungen zu machen.

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Mark Knopfler mag es eher ruhig. Deshalb findet sein 70. Geburtstag im kleinen Rahmen statt: "Es wird keine große Feier, weil das nicht meine Art ist. Ich lade einfach ein paar Freunde ein und mache eine gute Flasche Wein auf." Das passt zu einem Mann, der oft behäbig wirkt, betont langsam spricht und zusehends fülliger wird. Knopfler ist ein Genuss- und Gemütsmensch. Ein Antistar und der Inbegriff von Bodenständigkeit, auch im Hinblick auf seine musikalischen Fähigkeiten.

Dabei ist er – wie die Pioniere des Blues – ein genialer Autodidakt. "Ich hatte nie Gitarrenunterricht – obwohl ich ihn durchaus hätte gebrauchen können. Und ich denke, vielen Kollegen geht es genauso. Es ist eine demütigende Sache, sich mit einem Instrument zu befassen. Manchmal ist es auch ziemlich entmutigend. Und ich erinnere mich selbst immer wieder daran, dass ich mal zu einem Buch greifen sollte, um etwas zu lernen. Ich würde auch gerne jemanden finden, der mir etwas beibringt. Es ist halt nie dazu gekommen."

Comeback der Dire Straits?

Knopfler hat Klassiker wie "Sultans Of Swing" oder "Romeo And Juliet" geschrieben, in den letzten 40 Jahren stolze 120 Millionen Tonträger verkauft und die größten Stadien der Welt gefüllt. Dennoch hat er eine gesunde Distanz zum Erfolg. Vielleicht, weil er erst spät, mit über 30, berühmt geworden ist. Oder die Jahre als Lehrer und Tageszeitungsredakteur nicht vergessen hat. So hat er nie abgehoben, hat keine Skandale vorzuweisen und hält sein Privatleben unter Verschluss.

Die Dire Straits, eine der populärsten Rockgruppen der 80er-Jahre, hat er auf Eis gelegt, weil es ihm zu viel wurde. Trotzdem könnte er sich ein Comeback unter gewissen Bedingungen vorstellen: "Ich hätte nur Spaß daran, wenn es für einen guten Zweck wäre. Was aber gründliche Planung erfordert, also mindestens ein Jahr an Vorbereitungszeit. Ich könnte mir das durchaus vorstellen. Nicht, um damit Geld zu verdienen, sondern um damit einen Beitrag für etwas zu leisten."

© dpa - Bildarchiv

Dire Straits-Auftritt 1985 in Helsinki: Bassist John Illsley und Mark Knopfler (r)

Bislang hat er selbst astronomische Offerten abgelehnt. Genau wie Anfragen ehemaliger Mitstreiter. Und auch die letztjährige Einführung in die Rock'n'Roll Hall Of Fame konnte ihn nicht umstimmen. Da ist Knopfler ein echter Dickkopf, der lieber Solo-Alben und Soundtracks aufnimmt und sich um seine Familie und seine Hobbies kümmert. Wie Oldtimerrennen oder Ausflüge auf dem Motorrad. Viel Bewegung für einen, der oft als Schlaftablette belächelt wird. "Ich fahre schon ziemlich lange Motorrad – am liebsten auf Rennstrecken", sagt Knopfler. "Nicht, dass ich mich mit jemandem messen möchte, aber ich mag es, unter professionellen Bedingungen zu fahren. Das finde ich entspannend. Ich denke, es hat damit zu tun, dass es einen 100-prozentig vereinnahmt. Dass man in etwas involviert ist, das einen komplett absorbiert."

Knopfler hat seinen eigenen Dino: den Masiakasaurus Knopfleri

Knopflers Lieblingsthema ist aber die Musik. Wenn er von seinen Idolen wie den Stones oder Hank Marvin schwärmt, bekommt er große glänzende Augen und lächelt wie ein Buddha. Für eine ähnliche Reaktion sorgt sein Studio British Grove, das er als sein Lebenswerk erachtet. Ein Klangtempel in West-London, der ein Refugium für Rockmusiker ist. Für Dinosaurier wie Eric Clapton, Keith Richards oder ihn selbst. Wobei er den Kollegen zumindest eines voraus hat: Seinen eigenen Dino, den Masiakasaurus Knopfleri. Ein Zweibeiner, der vor 80 Millionen Jahren auf Madagaskar lebte und nun im Londoner Naturkundemuseum zu bewundern ist.

Entdeckt wurde er 2001 von einem Forscherteam, das sich bei den Ausgrabungen von Knopflers Musik inspirieren ließ: "Der Name bedeutet so viel wie 'bösartige Echse'. Und meine Kinder fanden das natürlich brillant. Als das passierte, standen sie total auf Dinosaurier. Und wenn man so viel Nachwuchs hat wie ich, muss man ziemlich oft ins Naturkundemuseum." Vier Kinder hat Knopfler, dazu die ersten Enkel. Sprich: Ganz so langweilig wird es heute Abend, beim Rotwein im Londoner Stadtteil Chelsea, also nicht.

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