Zurück zur Startseite
Kultur
Zurück zur Startseite
Kultur

Wie Katholikinnen die Kirche modernisieren wollen | BR24

© picture alliance/Pressebildagentur ULMER

Protest-Plakat der Aktion Maria 2.0 des Katholischen Deutschen Frauenbund

Per Mail sharen
Teilen

    Wie Katholikinnen die Kirche modernisieren wollen

    Viele Frauen in der Kirche sind es leid, nur Pflichten zu haben, aber kaum Rechte. Dafür kämpfen sie nun. Gegenwind bekommen sie nicht nur von Priestern und Bischöfen – sondern auch von Frauen, die wollen, dass alles beim Alten bleibt.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Die katholische Kirche kennt die Forderungen, auch Frauen zu Weiheämtern zuzulassen, seit Jahrzehnten. Genauso lange allerdings wird den Frauen gesagt, dass das nicht möglich sei. Damit wollen sich viele Gläubige nicht mehr vertrösten lassen.

    Maria 2.0: Frauen in alle Ämter!

    Anfang Oktober im oberbayerischen Wallfahrtsort Altötting: Gut 1.000 Katholikinnen aus der Erzdiözese München und Freising haben sich dort zur Sternwallfahrt getroffen. Birgit Stoppelkamp von der Katholischen Frauengemeinschaft (kfd) hat dort eine Mission: Sie will Frauen für eine geschlechtergerechte Kirche mobilisieren. In der St. Anna Basilika spricht sie Frauen an und sammelt Unterschriften. Bis Ende des Jahres will die kfd unter dem Slogan "Frauen, worauf warten wir? Macht euch stark für eine geschlechtergerechte Kirche!" 400.000 Unterschriften sammeln.

    Die Situation der Frauen in der katholischen Kirche beschäftigt aktuell viele Frauen in der Katholischen Kirche. Erst vor ein paar Wochen hat sich in München ein neues Aktionsbündnis gegründet, das den Zugang von Frauen zu allen Weiheämtern fordert. "Am meisten ärgert mich, dass wir zu allen helfenden Tätigkeiten herangezogen werden. Wir werden einfach zu diesen Hilfsdiensten herabkommentiert und nicht weiter rangelassen", sagt Christine Braun von der kfd, die am Gründungstag des Aktionsbündnisses gemeinsam mit Vertreterinnen des Katholischen Frauenbundes (KDFB) und Reformgruppen wie "Wir sind Kirche" oder dem "Münchner Kreis" vor der Frauenkirche demonstrierte. Um den Forderungen für den Zugang von Frauen zu allen Weiheämtern Nachdruck zu verleihen, plant das Aktionsbündnis auch, sich Maria 2.0 anzuschließen. Die Protest-Initiative Maria 2.0 mischt seit Anfang des Jahres immer wieder bei Demos und Kirchenstreiks mit, auch Ende September bei der Bischofskonferenz in Fulda. Die Frauen setzen große Hoffnungen auf Kardinal Reinhard Marx: Er soll sich in Rom für sie stark machen. "Ich dränge und pusche, aber es bewegt sich manchmal zu langsam, deswegen ist es gut, wenn Sie ein wenig Wind machen", ermutigte er in Fulda die demonstrierenden Frauen.

    Maria 1.0: Keine Frauen als Priester

    Den lauten Protest von Maria 2.0 und den katholischen Frauenverbänden können Johanna Stöhr und ihre Mitstreiterinnen nicht nachvollziehen. Als Reaktion auf die Forderungen nach voller Gleichberechtigung hat die 33-Jährige die Aktion Maria 1.0 ins Leben gerufen. Natürlich sehe auch sie einen Reformbedarf in der katholischen Kirche, aber für Weihe-Ämter habe Jesus die Frauen einfach nicht vorgesehen: "Jesus Christus hat die Apostel beauftragt, Priester zu sein und nicht die Frauen", meint Johanne Stöhr. Das entspräche dem Stifter-Willen und sei seit 2.000 Jahren schon immer so gewesen, ist Stöhr überzeugt: "Ich frage mich: Würde der Heilige Geist uns hier in die Irre führen?" Die Theologin Ulrike Göken-Huismann, die bei der Frauen-Sternwallfahrt in Altötting als geistliche Begleiterin der kfd dabei ist, ist anderer Meinung. Gott habe es anders gewollt: "Eine Kirche, die Frauen nicht zu allen Ämtern zulässt, macht Gott kleiner. Ich glaube, Gott will, dass in seiner Kirche Männer und Frauen komplett gleichberechtigt sind. Davon bin ich zutiefst überzeugt."