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Wie geht es weiter mit den Kinos in Bayern? | BR24

© picture alliance / Peter Kneffel

Ein geschlossenes Kino in München

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    Wie geht es weiter mit den Kinos in Bayern?

    Ab 15. Juni ist der Betrieb von Kinos wieder erlaubt: Große Multiplexe wollen möglichst bald alle Säle wieder öffnen. Bei vielen kleineren Programmkinos ist die Lage allerdings noch unübersichtlich - und viele Betreiber warten absichtlich lieber ab.

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    Rainer Gottwald, Kinobetreiber in Wasserburg und Betreiber des Open-Air-Kinos in Edling am Stoa, ist jetzt erst einmal zufrieden: Das Landratsamt Rosenheim hat ihm nach langem Warten eine Genehmigung für den Betrieb von Freiluft-Vorführungen ausgestellt. Am 18. Juni möchte er. Maximal 300 Zuschauer, Mindestabstand inklusive. Karten dafür muss man sich vorher online bestellen.

    Mit dem regulären Programmbetrieb im Kino in der Wasserburger Innenstadt möchte der vielfach ausgezeichnete Kinomacher Gottwald jedoch abwarten - wie viele seiner Kollegen bis zum 2. Juli. Zu unklar ist das Angebot, das die Filmverleihbetriebe zur Verfügung stellen. Hinzukommt, dass der Juni nach seiner Aussage ohnehin nie ein guter Kinomonat ist und die Pfingstferien die Besucherzahl zusätzlich schmälern.

    Warum kleinere Kinos noch nicht öffnen wollen

    Auch viele seiner Münchner Kolleginnen und Kollegen, die bekannte Arthouse-Kinos betreiben, wollen - mit Ausnahme von Marlies Kirchner vom Theatiner Filmtheater - noch abwarten. Hygieneverordnungen, Saalgrößen, Film-Angebot und zögerliche Besucher werden dabei immer als die ausschlaggebenden Parameter genannt.

    In einem offenen Brief an die zuständige Digitalministerin Judith Gerlach haben gut 20 Münchner Kinobetreiber dargelegt, warum eine frühzeitige Öffnung für sie ökonomisch nicht sinnvoll ist: Um trotz geringer Besucherzahl, mit erhöhtem Personalaufwand, baulichen Maßnahmen und den Hygieneregeln eine vernünftige Auslastung zu erzielen, müssten sie draufzahlen.

    Kinobetreiber schlagen zwei Finanzierungsmodelle vor

    Daher schlagen die Betreiber zwei Finanzierungsmodelle vor, damit die finanzielle Hilfe, die die bayerische Staatsregierung für Filmtheater ermöglicht hat, den Kinobetrieb nachhaltig möglich macht: Modell eins sieht einen Sockelbetrag und eine Ausgleichszahlung vor. Jedes Kino erhielte demnach einen einmaligen Sockelbetrag für die Deckung der Mehrkosten und eine Ausgleichszahlung pro entgangenem Besucher pro Kinosaal. Grundlage dafür ist die Differenz zum Vorjahr, auf Basis der gemeldeten Besucherzahlen von 2019, die der Filmförderungsanstalt (FFA) vorliegen. Alternatives Modell: ein einmaliger Festbetrag gemäß unterschiedlicher Belastungen - wie etwa Miete oder operativen Kosten, um die Mehrkosten und die angenommenen Einnahmeeinbußen zu stemmen.

    Filmverleiher ohne Neuigkeiten

    Matthias Hellwig, führender Programmanbieter am Starnberger See und Festivalchef des beliebten Fünf-Seen-Filmfestivals, findet die Politik bezüglich der Wiedereröffnung der Filmtheater grundsätzlich richtig. Von einem verfrühten Kinostart ist auch er nicht überzeugt. Er beginnt zunächst nur in seinem Gautinger Kino am 15. Juni mit dem Spielbetrieb - unter Auflagen und bei freier Platzwahl. Hellwig zeigt eine Fellini-Reihe, Screwball Comedies und Repertoire. Er erwartet aber nicht viele Besucher. Denn Neues haben die Verleiher nicht im Angebot.

    Hellwig will seine weiteren Häuser erst am 2. Juli wieder in Betrieb nehmen: „Der Juni ist eh ein sehr schwieriger Kino-Monat und wir Betreiber werden uns eh noch auf eine lange, schwierige Durststrecke einstellen müssen!“ Sein Filmfestival will Helwig nun wie Ursprünglich geplant am 2. September eröffnen, jedoch ohne Großveranstaltungen und in einem sehr modifizierten Umfang.

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