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Wie die Kunst den Körper untersucht | BR24

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Selbstoptimierung, Nanotechnologie und Eingriffe ins Erbgut: Das Bild, das wir uns von unserem Körper machen, unterliegt seit Jahrhunderten immer einer Veränderung. Die Eres-Stiftung in München widmet sich dieser Frage in der Ausstellung "Body Scan".

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Wie die Kunst den Körper untersucht

Selbstoptimierung, Nanotechnologie und Eingriffe ins Erbgut: Das Bild, das wir uns von unserem Körper machen, unterliegt seit Jahrhunderten immer einer Veränderung. Die Eres-Stiftung in München widmet sich dieser Frage in der Ausstellung "Body Scan".

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Die Anatomie hat einst seziert, die Künstler haben ihre Erkenntnisse visuell umgesetzt. Was aber, wenn der Körper längst molekular erforscht wird? "Wir sind im Grunde auf dem Weg unsere biologische Natur mehr und mehr zu verlassen", erklärt Kuratorin Sabine Adler von der Eres-Stiftung. "Es gibt ja Transhumanisten die uns schon versprechen, das wir 2045 den Status der Unsterblichkeit erreicht haben. Deshalb war es extrem spannend zu schauen: Wie geht eigentlich die Kunst mit dem Thema Körper um."

Bis zur Unsterblichkeit

Mittels einer virtual reality Brille tippt man auf biomedizinische Datensätze, um visuell zu erfassen, wie Gene und Proteine miteinander kommunizieren. Und entwickelt plötzlich eine ganzheitliche Vorstellung unseres millionenfach vernetzten Körpers - auf hochtechnologischer Ebene. Können wir also heute den Körper besser verstehen als Menschen, die seit dem 16. Jahrhundert Zeichnungen, Kupferstiche, Pappmodelle oder Skelette betrachteten, die auch in der Eres-Stiftung ausgestellt werden?

Der Amerikaner Seth Pride hat mit einer forensischen Kamera menschliche Haut tausendfach abfotografiert und zu einem hyper-realistischen Panorama verschmolzen. Verfremdend und befremdend. Der britische Medienkünstler Ed Atkins druckt ein Gesicht auf eine Gummiplane, eine Art Frankenstein-Maske des post-humanen Zeitalters. Diese Ausstellung in der Eres Stiftung ist eine wundersame Reise durch die Körperdarstellungen der Jahrhunderte. Wunderkammerobjekte der Renaissance erinnern an die Vergänglichkeit. Wo doch heute optimiert wird, bis zur Unsterblichkeit.

© © Kiki Smith, Courtesy of the artist / Barbara Gross Galerie, München Foto: Thomas Dashuber

Kiki Smith: Kiki Smith, 1993

© Privatbesitz | Private Collection, Courtesy Kunstkammer Georg Laue, München / London Foto: Thomas Dashuber

Franz Xaver Nißl: Acht Anatomische Relieftafeln/ Josef Knoll: See you all, 2014 Privatsammlung | Private Collection © Josef Knoll

© © VG Bild-Kunst Bonn Courtesy LEVY Galerie, Hamburg Foto: Thomas Dashuber

Meret Oppenheim: Handschuhpaar, Großer Korallenbaum, Sizilien, Trapani, 17. Jahrhundert

© © 2015 Three Star Books / John Baldessari Foto: Thomas Dashuber

John Baldessari: Nose Peak, 2015

© Privatsammlung | Private Collection, Courtesy of John Baldessari

John Baldessari: Eyebrow, Digitaldruck mit Lexanfolie laminiert, geformtes Aluminium, Acrylfarbe, 2009

© Foto: Thomas Dashuber

BODYSCAN Raumansicht Mit Arbeiten von Jeff Wall, Eadweard Muybridge, Peter Kogler, Gautier d´Agoty

© Privatbesitz | Private Collection, Courtesy Kunstkammer Georg Laue, München / London Foto: Thomas Dashuber

BODYSCAN: Wunderkammerobjekte

© Bildvorlagen Courtesy Kunstkammer Georg Laue, München / London und Siemens Healthineers

Peter Kogler: Ohne Titel, 2018, Collage

© Collection De Pont Museum, Tilburg, NL Courtesy of the artist Foto: Thomas Dashuber

Jeff Wall: Adrian Walker, artist, drawing from a specimen in a laboratory in the Department of Anatomy at the University of British Columbia

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