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Wie aus einem Promi und Playboy ein frommer Pilger wurde | BR24

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Pino Fusaro auf dem Jakobsweg in Spanien im September 2007.

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    Wie aus einem Promi und Playboy ein frommer Pilger wurde

    Pino Fusaro ist Sohn italienischer Gastarbeiter. Als Szene-Gastronom wird er in Nürnberg reich und berühmt – und stürzt ab: Drogen, Gefängnisaufenthalt, Suizidversuch. Dann macht er sich als Pilger auf den Weg - und ist heute glücklicher denn je.

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    Giuseppe "Pino" Fusaro ist Nürnbergs Vorzeige-Italiener. 1962 wird er als Kind kalabrischer Einwanderer in Franken geboren. Er weiß früh, was er werden will: ein erfolgreicher Gastronom. Das gelingt ihm. Lange Zeit ist er Promi-Wirt und Männer-Model, führt ein glamouröses Leben mit schönen Frauen und großen Autos. Er liebt dieses Leben, denn Respekt, Anerkennung und Macht sind sein Lebenselexier. Pino hat 50 Mitarbeiter, schwimmt in Geld und verliert jedes Maß. Doch das Luxusleben hat seinen Preis: unzählige Alkohol- und Drogenexzesse, ein Gefängnisaufenthalt wegen Urkundenfälschung und Mafiaverdacht. Pino, der Paradiesvogel, ist ein Getriebener.

    Sinnsuche auf dem Jakobsweg

    Auf der Suche nach Glück trifft Pino Fusaro 1998 bei einer Veranstaltung den Dalai Lama. Er fängt an, sich mit dem Buddhismus zu beschäftigen, meditiert stundenlang. Von Nürnberg aus pilgert er auf dem Jakobsweg nach Nordspanien - 3.000 Kilometer. Zu diesem Zeitpunkt ist er Buddhist, setzt sich aber auch mit dem Christentum auseinander. Insgesamt vier Monate ist Pino unterwegs und lässt Schritt für Schritt sein altes Leben hinter sich. Doch als er heimkommt, verfliegt der Rausch der Wanderung schnell wieder. Pino ist 45 Jahre alt, hat keinen Job mehr, keinen Erfolg, keine Bestätigung. Er zimmert sich eine eigene Religion aus Buddhismus und Christentum zusammen und findet dennoch keinen Halt. Er ist depressiv und versucht sich das Leben zu nehmen. Am Abend vor der geplanten Tat holt er die Bibel hervor, sucht eine letzte Botschaft. Er stößt auf die Worte des Propheten Jeremia. Diese Worte sprechen von Rettung. Pino bezieht die Worte auf sich.

    Auf der Suche nach Spiritualität

    An diesem Februartag 2013 lässt er das tiefste Tal seiner Depressionen hinter sich. Und er macht sich wieder auf den Weg, sucht nach dem, was ihn trägt und findet das Entscheidende im katholischen Glauben. Er fliegt nach Israel, lässt sich taufen und ist sich sicher: Ohne seinen Glauben würde er heute nicht mehr leben.

    Der ganze Film ist am Mittwoch, 14. August 2019 in STATIONEN im BR-Fernsehen zu sehen und im Anschluss in der Mediathek.