BR24 Logo
BR24 Logo
Kultur

"What We Do in the Shadows": Vampire wie wir | BR24

© 2019 FX Productions, LLC. All rights reserved.

Guillermo muss als menschlicher Vertrauter alle Launen des Vampirs Nandor aushalten.

Per Mail sharen
Teilen

    "What We Do in the Shadows": Vampire wie wir

    Taika Waititi hat für sein aberwitziges Drehbuch zu "Jojo Rabbit" gerade einen Oscar erhalten. Vorher hat er zusammen mit Jermaine Clement erst einen überraschenden Mockumentary-Film und dann eine Serie über eine blutrünstige Vampir-WG gedreht.

    Per Mail sharen
    Teilen

    Nachbarn wie diese kennen wir wahrscheinlich alle: sie lassen sich tagsüber niemals blicken, machen nachts einen Heidenlärm und ihre Gäste scheinen zwar einzutreten, die Wohnung aber nie mehr zu verlassen.

    Klar, diese Nachbarn könnten einfach unter Schlafproblemen leiden, oder sie arbeiten im Schichtdienst. Vielleicht sind sie aber auch untote Blutsauger. Diesen beunruhigenden Gedanken haben die Serienmacher Jermaine Clement ("Flight of the Conchords") und Taika Waititi ("Jojo Rabbit") zuende gesponnen: Die merkwürdigen Nachbarn in "What We Do in the Shadows" sind tatsächlich Vampire. Und über genau diese Vampire will ein waghalsiges Filmteam eine Dokumentation drehen und die Vampire zeigen, wie sie noch niemand je gesehen hat - oder besser gesagt: lang genug gelebt hat, um davon berichten zu können.

    Eine ganz normale Blutsauger-WG

    Vier Vampire teilen sich ein riesiges Anwesen in Staten Island, New York. Es ist eine Mehr-Generationen-WG: Nandor (Kayvan Novak) ist der Älteste. Vor Jahrhundeten zog er als Nandor der Gnadenlose noch mordend durch persische Steppen, heute trauert er seinem Harem mit 37 Frauen nach und sinniert über seine gigantische Nachkommenschaft. Er und seine Vampirfreunde Lazlo (Matt Berry) und Nadia (Natasia Demetriou) wurden vor knapp 200 Jahren aus Europa vertrieben und so sehen die drei auch aus. Mit schweren Samtgewändern, Spitzenhemden und etwas verstaubten Prachthüten hängen sie ihren Mitmenschen einige hundert Modetrends hinterher. Im Keller der WG wohnt Colin (Mark Proksch), den die anderen drei meist vergessen. Er ist der jüngste im Bund und ein besonders unerträglicher Vampir: Energievampiren wie Colin macht Tageslicht nichts aus, sie rauben ihren Mitmenschen durch ihr zehrend-langweiliges Wesen jede Energie. Passender Weise geht er dieser Berufung als Angestellter in einem generischen Großraumbüro nach.

    Der letzte Mitbewohner in der Vampir-Villa ist Guillermo (Harvey Guillén). Er wohnt unter der Treppe in der Besenkammer und ist als der menschliche Vertraute von Vampir Nandor sowas wie sein persönlicher Ge-her-da. Dabei wünscht sich Guillermo nichts sehnlicher, als selbst endlich ein Vampir zu werden.

    Das Filmteam dreht Interviews mit den Vampiren, in denen sie das Geschehen einordnen und von sich erzählen. Wacklige Dokuaufnahmen zeigen uns die Vampire außerdem in ihrem ziemlich normalen WG-Alltag. Nervige Mitbewohner, das übliche eben - die Vampire streiten wie wir darum, wer das Essen besorgt und warum der Partyraum wie ein Saustall aussieht.

    Vom Kultfilm zur nicht weniger witzigen Serie

    Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Kultfilm (in Deutschland "5 Zimmer Küche Sarg") von 2014, nur dass die Vampire diesmal nicht in einem neuseeländischen Vorort leben, sondern in New York. Fans vom Film stoßen in der Serie auf viele kleine Anspielungen und unzähligen Gastauftritte, unter anderem von den Serienschöpfern Clement und Waititi, die im Film auch die Hauptrollen gespielt haben. Die Serie bleibt in den ersten beiden Folgen noch sehr nach an der Filmvorlage und führt die Charaktere und die Story auf sehr ähnliche Weise ein.

    Glücklicherweise steckt in der Figurenkonstellation und im Seriensetting unendlich viel Potenzial für absurde und oft sehr makabere Situationskomik. Der Kultur-Clash-Humor der Macher und ihre absolut nicht jugendfreien Vampirwitze sind ohnehin so gut, dass man immer wieder darüber lachen kann – das gilt sogar uneingeschränkt auch für die richtig gute deutsche Übersetzung.

    "What We Do in the Shadows" ist in der deutschen Synchronfassung bei Joyn+ komplett abrufbar.

    Die neuesten Serien und die Geschichten dahinter werden Ihnen im PULS-Serienpodcast "Skip Intro" vorgestellt. Zum Abo geht's hier entlang.

    Verpassen war gestern, der BR Kultur-Newsletter ist heute: Einmal die Woche mit Kultur-Sendungen und -Podcasts, aktuellen Debatten und großen Kulturdokumentationen. Hier geht's zur Anmeldung!