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Münchner Werksviertel: Akustiker erhält Auftrag für Konzertsaal | BR24

© BR / Antje Dörfner

Bauminister Hans Reichhart hat dem kanadischen Akustikexperten Tateo Nakajima den Vertrag für das neue Konzerthaus München überreicht. Nakajima soll die Akustik für die drei Säle planen. Sie sollen einen ganz individuellen Klang erhalten.

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Münchner Werksviertel: Akustiker erhält Auftrag für Konzertsaal

Bauminister Hans Reichhart hat dem kanadischen Akustikexperten Tateo Nakajima den Vertrag für das neue Konzerthaus München überreicht. Nakajima soll die Akustik für die drei Säle planen. Sie sollen einen ganz individuellen Klang erhalten.

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Die Arbeit am neuen Münchner Konzerthaus geht voran: Am Freitag (24.05.) hat Bayerns Bauminister Hans Reichhart den Vertrag an den Akustiker des Projekts übergeben. Seit der Kanadier sich vor gut einem Monat bei einem internationalen Wettbewerb durchgesetzt hat, hat er schon etliche Gespräche geführt: mit den Bregenzer Architekten des neuen Münchner Konzerthauses und auch mit den zukünftigen Nutzern. Denn eine passende Akustik zu entwerfen, gehe nur miteinander.

"Wir haben natürlich kreative Partner, mit denen wir arbeiten. So die Münchner Musikhochschule und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Da müssen viele Gespräche geführt werden. Wir reden darüber, welche Art von Akustik sinnvoll ist. Das braucht den Dialog." Tateo Nakajima, Akustiker

Akustikplanung für drei Säle

Nakajima und sein Team werden drei Säle im neuen Münchner Konzerthaus planen: einen großen Saal mit 1.800 Plätzen, einen kleinen mit 600 sowie eine kleine Werkstattbühne für die Musikstudenten, so Bauminister Hans Reichhart. Eine gute Akustik stünde der Stadt gut zu Gesicht.

"Denn wir haben Weltklassekünstler hier am Standort München, mit dem Orchester des Bayerischen Rundfunks. Wir haben tolle Nachwuchskräfte, die sich einbringen und die über die Musikhochschule das alles mitgestalten. Die dann auch nachwachsen sollen und dann unseren Kindern wieder den Spaß an der Musik, die Freude an der Musik, die Freude am Klang mitgeben sollen." Hans Reichhart, Bauminister

Und deswegen freue es ihn, dass die Akustik nicht nur für den großen Saal, sondern auch den kleinen Saal, die Werkstadtbühne, gemacht werde. Das werde aber auch eine große Herausforderung.

"Ein warmer und weicher Mantel" für das Münchner Konzerthaus

Tateo Nakajima ist selbst Musiker. Absolviert hat er eine Geigen- und eine Dirigierausbildung. Zur Akustik kam er, als er den Akustiker des hochgelobten Konzertsaales in Luzern, Russell Johnson, kennenlernte. Damals sei er in eine andere Welt hineingezogen worden, so Nakajima - eine Welt, in der man Räume geschaffen habe, in denen Künstler miteinander sprechen könnten. Und über Dinge kommunizierten, bei denen Worte nicht ausreichten.

Nakajima ist insbesondere bekannt für die Akustik der Konzertsäle in Breslau und Montreal. Kunstminister Bernd Sibler hat den Saal in Montreal kürzlich besucht.

"Das war einfach schön, das in der Praxis zu erleben. Alles das, was man Ihnen zuschreibt, einen warmen, weichen Mantel, umhüllend – all diese Dinge durfte ich nicht nur theoretisch in großen Abhandlungen lesen, sondern wir waren auch da und haben es gehört." Bernd Sibler, Kunstminister

Arbeitsreiche Monate liegen nun vor den Planern des neuen Münchner Konzerthauses. Im kommenden Jahr sollen die ersten Planungen dem Haushaltsausschuss im Landtag vorgelegt werden.