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Wenn Familienangehörige zu Pflegekräften werden | BR24

© BR/Julia Müller

Mehr als zwei Drittel aller Pflegefälle in Deutschland werden zu Hause betreut.

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    Wenn Familienangehörige zu Pflegekräften werden

    Ein Großteil der Pflege von kranken und alten Menschen wird in der Familie gestemmt – oft auch von Kindern und Jugendlichen. Die eigenen Bedürfnisse bleiben häufig auf der Strecke, Überforderung droht. Dann brauchen auch die Pflegenden Hilfe.

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    Drei von vier Pflegebedürftigen in Bayern werden zu Hause versorgt, nur ein knappes Drittel erhält zusätzlich Hilfe von Pflegediensten. Wie viel Arbeit und Stress das bedeutet, wissen nur die Pflegenden selbst. Meist sind es Frauen, die diese Arbeit leisten. Sie geben ihren Beruf auf oder arbeiten deutlich weniger. Für Auszeiten wie Kino, Sport oder Urlaub fehlt oft die Zeit. Und auch das eigene Familienleben kommt bei vielen zu kurz. Wenn diese Situation über mehrere Jahre besteht, wird die Pflege immer mehr zu einer psychischen Belastung.

    Pflegende Kinder und Jugendliche

    Wenn das Wort "Angehörigenpflege" fällt, denken die meisten an alte Menschen, die gepflegt werden müssen, und an die zusätzliche Belastung für berufstätige Menschen. Es ist nicht präsent, dass auch viele Kinder und Jugendliche tagtäglich eine große Verantwortung in der häuslichen Pflege leisten. Wenn ein Elternteil schwer erkrankt, übernehmen sie meist automatisch und selbstverständlich viele Arbeiten im Haushalt. Bei chronisch kranken Eltern werden sie immer mehr zu Pflegekräften, die schließlich auch beim Essen, Duschen, Anziehen und dem Gang zur Toilette helfen.

    Einer aktuellen Studie der Universität Witten/Herdecke zufolge soll es fast 480.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland betreffen. Am 4. April 2019 kam deshalb der Sozialausschuss im Bayerischen Landtag zusammen, um dieser Problematik in Zukunft mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

    Hilfsangebote für Pflegende

    Mittlerweile gibt es immer mehr Angebote, die Pflegende unterstützen. Für Jugendliche hat das Bundesfamilienministerium das Projekt "Pausentaste" ins Leben gerufen, das Jugendliche per Telefon- und E-Mail-Beratung unterstützt. Die Johanniter haben die Website www.superhands.de aufgebaut. Krankenkassen und die Caritas bieten spezielle Pflegekurse an, in denen Angehörige nicht nur Tipps für die Pflege, sondern auch Hilfsangebote bekommen.

    Mehr zum Thema "Hilfe, ich pflege!" in STATIONEN am Mittwoch, 5. Juni 2019 um 19 Uhr, im BR Fernsehen und in der Mediathek.