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Weltliteratur auf der Kinoleinwand

Das Schicksal von Anne Frank hat schon viele Menschen bewegt. Nun hat Hans Steinbichler aus dem „Tagebuch der Anne Frank“ einen Film gemacht. Am Donnerstag kommt er ins Kino. Eine Kritik von Moritz Holfelder.

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Das Tagebuch war schon Stoff für ein halbes Dutzend Filme. Letztes Jahr war im ZDF als erste deutsche Bearbeitung das von Kritikern hochgelobte, dokumentarische Drama „Meine Tochter Anne Frank“ zu sehen. Nun erzählt auch Regisseur Hans Steinbichler in einem Kinofilm vom tragischen Schicksal der jungen Frau. Er tut das sehr konventionell, er entwickelt keinen eigenen Standpunkt, sondern bebildert mit guten Schauspielern eine Geschichte, die hinreichend bekannt ist und der er nichts wirklich Neues hinzuzufügen hat.

Erinnern ist eine Pflicht

Klar – es ist richtig und wichtig, immer wieder an Rassismus, Verfolgung und den Holocaust zu erinnern. Historische Erkenntnisse, spezielle Sichtweisen und das Allgemeinwissen sind einem dauernden Wandel unterworfen. An Anne Frank und ihren Blick auf die Zeit des Nationalsozialismus zu erinnern, ist gewissermaßen eine Pflicht der Nachgeborenen. Doch leider ist im Fall von Hans Steinbichler daraus kein guter Film entstanden. 

Das Buch ist lohnender als der Film

Man bekommt als Zuschauer keine Vorstellung der vier engen Zimmer auf 50 qm im Amsterdamer Hinterhaus. Der Ort bleibt eine Behauptung und ist nie sinnlich nachvollziehbar. Die Bilder sind fernsehhaft, die Inszenierung ist gediegen emotional. Einzig und allein Hauptdarstellerin Lea van Acken macht „Das Tagebuch der Anne Frank“ halbwegs annehmbar. Sie spielt mit einer Frische und Unbefangenheit, die uns die Figur nahe bringt. Ansonsten ist das originale Tagebuch viel lohnender als dieser Film.

Von
  • Katharina Altemeier
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