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Welchen Stellenwert hat Arbeit für die Menschen?

Was sinnvoll ist und welchen Stellenwert die Arbeit im Alltagsleben einnimmt, das wird sehr unterschiedlich empfunden. Frédéric Munch ist Manager und Geschäftsführer bei einem Beratungsunternehmen und rund um die Uhr erreichbar. Für ihn gibt es keine Überstunden oder freie Wochenenden, und mehrmals in der Woche steigt er ins Flugzeug zu Terminen und Meetings. Das empfindet er persönlich aber nicht als Stress.

"Es ist kein Job von morgens um 9 Uhr bis abends um 6. Da würde ich eingehen. Ich schaue nicht auf meine Arbeitsstunden. Es ist eher so, dass ich abends noch unruhig bin, weil ich noch etwas verbessern möchte und die Mitarbeiter brauchen mich per Mail." Frédéric Munch (42), Manager

Individuelle Bedürfnisse im Job

Luisa Pointner hat eine ganz andere Vorstellung, wie sie ihre Arbeitszeit gestaltet. Sie hat ihren Beruf als Konditorin gekündigt und schreibt nun Gedichte auf Festivals. Nebenbei jobbt die 27-jährige in einem Bioladen.

"Arbeitszeit ist Lebenszeit. Ich möchte gerne mein Leben damit verbringen, was für mich Sinn macht und was mir Spaß macht. Und ich finde es super sinnvoll, wenn Menschen das tun, was sie lieben. Dann kommt das Geld von alleine. Wenn jemand das tut, was er liebt, ist er gut darin." Luisa Pointner (27), Gedichteschreiberin

Wie eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt, hat Arbeit eine hohe Bedeutung im Leben der Deutschen. Sie rangiert auf Platz zwei, wichtiger sind nur Familie und Partnerschaft.

Geld spielt nicht die Hauptrolle

Der finanzielle Aspekt ist jedenfalls nicht der größte Anreiz. Die meisten würden auch arbeiten, wenn sie finanziell nicht drauf angewiesen wären. Mehr als die Hälfte der Befragten (55%) geben an, dass sie trotz eines hohen Geldgewinns weiterarbeiten würden.

Wichtiger als ein hohes Gehalt ist für die meisten Arbeitnehmer, am Arbeitsplatz etwas Sinnvolles zu tun. Das ist ein Ergebnis der Umfrage des "Fehlzeiten-Report" der AOK. Auch, dass man sich in der Arbeit wohlfühlt, gut mit Kollegen zusammenarbeitet und ein gutes Verhältnis zum Chef hat, sorgt dafür, dass Beschäftigte ihren Job als sinnvoll erleben. Wenn sich Mitarbeiter wertgeschätzt fühlen, werden sie seltener krank. Das führt auch dazu, dass sie ihren Job wichtiger nehmen.

Der Spaß zählt

Auch eine Umfrage unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen zeigt, was sich die meisten (71%) wünschen: "Eine Arbeit, die Spaß macht" (McDonald's Ausbildungsstudie 2013). Der Spaßfaktor übertrifft sogar das Bedürfnis nach Sicherheit. Etwas mehr als die Hälfte aller Befragten (64%) geben an, dass ein sicherer Arbeitsplatz Priorität hat.