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Das Korbiniansbrünnlein war früher ein beliebtes Ausflugsziel für Pilger.

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    Weihenstephaner Berg: Das Quellwunder von Freising

    Sie entspringt auf dem Weihenstephaner Berg und soll eine der ältesten bayerischen heiligen Quellen sein. Der Legende nach hat der Heilige Korbinian das Wasser zum Sprudeln gebracht. Der etwas versteckte Ort erzählt ein Stück altbairische Geschichte.

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    Von
    • Agnieszka Schneider

    Der Ursprung der Quelle wird dem Heiligen Korbinian zugeschrieben. Im Jahr 724 kommt Korbinian als Bischof nach Freising. Täglich begibt er sich auf den Weihenstephaner Berg zum Gebet. Die Legende erzählt, dass sich die Mönche des Benediktinerklosters hoch oben am Berg täglich abmühten, ihr Wasser hochzuschleppen. Irgendwann stieß der Bischof bei einem Spaziergang mit seinem Stock in die Erde und das Wasser sprudelte hervor. Schnell entwickelte sich eine Wallfahrt. Seit fast 13 Jahrhunderten rinnt nun dort das Wasser.

    Eines der ältesten bayerischen Quellheiligtümer

    Das Quellwunder haben die Gebrüder Asam im 18. Jahrhundert an Fresken im Freisinger Dom abgebildet, erklärt die Kunsthistorikerin und Freisinger Museumsleiterin Ulrike Götz. "Man sieht Korbinian im Zentrum am Abhang knien, wie er eben mit seinem Stock hineinstochert in den Boden und die Quelle entspringt wie eine Fontäne. Es ist sehr dynamisch und lebendig dargestellt. Und rechts und links schart sich das Volk und staunt über dieses Wunder."

    "Ich glaube, man sollte gar nicht zu sehr unterschieden zwischen Legende und wahrer Begebenheit. Es geht darum, das kleine Kloster mit Wasser zu versorgen. Und dann ist es natürlich schon ein religiöses Ereignis: Bevor er mit seinem Stock in den Boden stochert, betet er - also er verbindet sich mit der großen Kraft." Ulrike Götz, Kunsthistorikerin und Leiterin des Stadtmuseums Freising

    Im Jahr 730 verstirbt Korbinian. Doch das Quellwunder vom Weihenstephaner Berg überdauert die Jahrhunderte. Die Mönche des Klosters beschließen, über der Wasserquelle eine steinerne Kapelle zu errichten. 1720 wird durch die Gebrüder Asam eine Rundkapelle mit prunkvoller Ausstattung gebaut – ein außergewöhnlicher Bau direkt am steilen Hang. Doch die Kapelle zu Ehren Korbinians bleibt nicht lange erhalten.

    "Dieser Bau wurde dann im Zuge der Säkularisation sofort abgebrochen. Er hat dem Nützlichkeitsdenken des frühen 19. Jahrhunderts vollkommen widersprochen. Diese Dinge wollte man in dieser Zeit gar nicht mehr. Und dass wir hier diesen Ruinenteil noch sehen, hat einfach damit zu tun, dass man damals beim Abbruch nicht den gesamten Bau wegnehmen wollte, um diese Stützfunktion für den Bergabhang zu gewährleisten", erzählt Ulrike Götz.

    Der Ort lädt zum Verweilen ein – wie viele andere Plätze auf dem Weihenstephaner Berg. Ein kleiner Berg mit einer großen Geschichte.

    Mehr zum Thema am Mittwoch, 21. Juli 2021 in der Sendung STATIONEN im BR-Fernsehen und in der BR-Mediathek.

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