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Darsteller auf der Bühne

Am 14. Mai feiern die Passionsspiele Premiere.

Bildrechte: Christoph Leibold
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    Was Sie zum Besuch der Passionsspiele Oberammergau wissen müssen

    Ab dem 14. Mai starten die 42. Passionsspiele in Oberammergau. Was ist in diesem Jahr besonders? Gibt es noch Tickets für die Aufführungen? Und welche Dinge sollte man besser vorab organisieren? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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    Das weltberühmte Laienspiel in Oberammergau geht zurück auf ein Gelübde aus dem Jahr 1633. Als vor fast 400 Jahren die Pest in vielen Teilen Europas wütete, machte sie auch vor dem oberbayerischen Dorf nicht halt. Seine Bewohner gelobten damals, in jedem zehnten Jahr das Leiden und Sterben Christi aufzuführen, wenn nur niemand mehr an der Pest sterben sollte.

    Das Dorf wurde erhört, und so spielten die Oberammergauer 1634 das erste Passionsspiel. Die letzten Passionsspiele fanden im Jahr 2010 statt. Es kamen 515.000 Menschen aus aller Welt zu dem Großereignis. Der Andrang dürfte in diesem Jahr ähnlich groß sein. Ein Überblick, was Sie dazu wissen sollten.

    Wie lange gehen die Passionsspiele 2022 in Oberammergau?

    Eigentlich sollten die 42. Passionsspiele im Jahr 2020 stattfinden. Doch Corona machte dem Laienspiel, das Hunderttausende Besucher aus der ganzen Welt anzieht, einen Strich durch die Rechnung. Die Spiele wurden wegen der Pandemie um zwei Jahre verschoben, nun finden sie – bereits zum vierten Mal unter der Regie von Christian Stückl – vom 14. Mai bis 2. Oktober statt. Montage und Mittwoche sind spielfrei.

    Wer darf mitmachen?

    An den Passionsspielen wirkt traditionell die Hälfte des oberbayerischen 5.000-Einwohner-Ortes Oberammergau mit. Neben den großen Figuren Jesus, Maria, Petrus, Judas, Pontius Pilatus und Kaiphas gibt es 120 größere und kleinere Sprechrollen, dazu Soldaten, Priester und das Volk von Jerusalem. Mitmachen darf nur, wer in Oberammergau geboren und aufgewachsen ist oder seit mindestens 20 Jahren im Dorf wohnt. Insgesamt wirken in diesem Jahr etwa 2.100 Laiendarsteller aus Oberammergau mit, 500 davon sind Kinder.

    Was ist dieses Jahr besonders?

    Erstmals übernimmt in diesem Jahr ein Muslim eine Hauptrolle: Der Oberammergauer Cengiz Görür feiert als Judas sein Debüt in einer tragenden Rolle. Eine Provokation wolle er in dieser Besetzung jedoch nicht sehen, betonte Spielleiter Christian Stückl. Sein zweiter Spielleiter Abdullah Karaca ist ebenfalls Muslim und spielt außerdem den Nikodemus.

    Wer spielt den Jesus?

    Jesus wird gespielt von Frederik Mayet, der die Rolle bereits zum zweiten Mal übernimmt, sowie von Rochus Rückel, dem zweitjüngsten Jesus-Darsteller in der fast 400-jährigen Geschichte der Passionsspiele. Eine Herausforderung sei der zehnminütige, leidvolle Todeskampf am Kreuz, sagt Mayet. Danach müsse er noch mal zehn Minuten "tot" am Kreuz hängen – ohne Zucken und Zittern.

    Wenn Jesus vom Kreuz genommen und auf den Boden gelegt wird, gibt es als Unterlage schon mal eine Thermodecke. Auch steht hinter den Kulissen eine Dusche für die mit Kunstblut verschmierten Jesus-Darsteller und die beiden anderen Gekreuzigten bereit. Die Dusche wird auch gerne zum Aufwärmen genutzt. Am Kreuz befestigt sind Mayet und der zweite Jesus-Darsteller Rückel übrigens mit einem Klettergurt unter dem Lendenschurz. Hände und Füße sind unter gebogenen Nägeln befestigt, die Füße stehen auf einer kleinen Platte.

    Gibt es auch Vorstellungen in anderen Sprachen?

    Die Passionsspiele sind nur auf Deutsch. Untertitel gibt es keine, dafür aber Textbücher in Englisch, Spanisch und Französisch.

    Gibt es zu den Passionsspielen noch Tickets?

    Insgesamt sind 103 Vorstellungen geplant und Anfang Mai sind noch längst nicht alle ausverkauft. Karten gibt es noch über die Website der Passionsspiele zu kaufen, sie kosten je nach Kategorie zwischen 30 und 180 Euro. Das Passionstheater hat fast 4.700 überdachte Plätze. Es wurde 1928 errichtet, der Zuschauerraum stammt aus dem Jahr 1898. Vor zehn Jahren wurde das gesamte Theater renoviert. Inzwischen kann auch der Großteil der Bühne mit einem Schiebedach vor Regen geschützt werden.

    Wo parkt man am besten in Oberammergau?

    Für die Passionsspiele gibt es laut Veranstalter zwei große Parkplätze am Ortsrand – "P&R Süd" und "P&R Nord". Von dort verkehren Shuttlebusse zum Veranstaltungsgelände. Die Parkgebühr beträgt fünf Euro pro Tag. Für Personen mit Behinderung gibt es Parkmöglichkeiten in der Nähe des Theaters. Im Ortskern gibt es keine öffentlichen Parkplätze.

    Alternativ kann man mit dem Zug anreisen. Vom Bahnhof liegt das Veranstaltungsgelände nur wenige Minuten zu Fuß entfernt (Vorsicht, dass Sie den letzten Zug des Tages zurück noch erwischen, alternativ eine Übernachtung einplanen).

    Wie viel Zeit sollte man für den Besuch einplanen?

    Die Aufführung dauert exklusive Pause gute fünf Stunden und beginnt bereits nachmittags mit dem Einzug in Jerusalem und erzählt die Passionsgeschichte über das Abendmahl bis hin zur Kreuzigung. Sie endet in den Abendstunden mit der Auferstehung.

    Gut zu wissen: Es gibt dazwischen eine längere Pause von drei Stunden, in der Sie sich in Oberammergau umsehen, das örtliche Museum besuchen und eventuell essen gehen können.

    Mit Material der Nachrichtenagentur EPD

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