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Warum Rettungshubschrauber immer "Christoph" heißen | BR24

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Der Hubschrauber "Christoph München" bei einem Einsatz

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    Warum Rettungshubschrauber immer "Christoph" heißen

    In Deutschland heißen alle Rettungshubschrauber Christoph. Sie sind nach dem Patron der Reisenden benannt. Heute feiert "Christoph" seinen Namenstag. Ein Grund, einen Tag lang "Christoph München" und sein Team zu begleiten.

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    Die durchschnittliche Flugzeit beträgt nach dem Start gerade mal zehn Minuten und in Notfällen kann seine Zeitersparnis über Leben und Tod entscheiden. Deshalb tragen alle Rettungshubschrauber den Funknamen Christoph. Der heilige Christophorus ist einer der 14 Nothelfer und gilt als Schutzpatron der Reisenden.

    Als Hubschrauberpilot Leben retten

    In München-Großhadern ist Carsten Strahlendorff einer der Piloten des Intensivtransporthubschraubers. Schon um 8 Uhr morgens hat er seinen ersten Einsatz hinter sich. "Angst darf ich keine haben, aber ich habe Respekt vor dem Arbeitsgerät und dem Wetter. Und wenn man damit nicht umgehen kann, dann hat man ein Problem." Er wollte nie beim einem Rettungseinsatz an vorderster Front dabei sein, dafür gibt es Mediziner. Aber er möchte dazu beitragen, die Retter vor Ort zu bringen, damit sie helfen können.

    Hubschrauberpilot sein und dabei Leben retten. Für Carsten Strahlendorff eine ideale Kombination. "Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass man etwas Sinnvolles tut, und man nicht nur Kerosin verbrennend durch die Gegend fliegt." Als er 13 Jahre alt war hat er einen Militärhubschrauber landen sehen. Er war fasziniert davon und wusste, dass er Hubschrauberpilot werden möchte. Und es hat auch geklappt. Seine Ausbildung absolvierte er bei der Bundeswehr, auch dort war er schon als Rettungshubschrauberpilot im Einsatz.

    Schneller als ein Notarztwagen

    Die Rettungsstation der DRF Luftrettung ist 24 Stunden lang besetzt. Eingesetzt wird der Hubschrauber immer dann, wenn er schneller am Einsatzort ist als ein Notarztwagen. Neben dem Piloten ist Notarzt Andreas Bayer mit an Bord. Eineinhalb Stunden später: Der zweite Einsatz, der Unfallort liegt 40 km entfernt, im Süden von München. Etwa 20 Minuten dauert es, bis die Helfer vor Ort sind. In einem Bauernhof ist ein neunjähriger Bub verunglückt. Aus drei Meter Höhe ist er auf einen relativ harten Holzboden gestürzt, hat sich Schlüsselbein und Oberarm verletzt. Schon wieder ein Kind als Patient. Solche Einsätze hinterlassen Spuren bei den Helfern, gerade wenn sie eigene Kinder haben. Carsten Strahlendorff fliegt den Bub nach Großhadern; denn der Arzt kann nicht ausschließen, dass auch innere Verletzungen vorliegen. Der Neunjährige wird in den Schockraum des Klinikums gebracht.

    In unzähligen Trainingseinheiten hat Pilot Carsten Strahlendorff gelernt, mit Extremsituationen umzugehen. Denn einen Hubschrauber zu fliegen ist gefährlich, oft sind die Landeflächen klein und unübersichtlich. Doch der Familienvater ist gelassen. "Ich bin gläubig und denke, dass es eine höhere Macht gib, und dass irgendwo geschrieben steht, wann meine Zeit gekommen ist. Und dann ist es völlig egal, ob ich im Cockpit sitze, am Schreibtisch, oder im Bett liege. Wenn meine Zeit gekommen ist, kann man nichts dagegen tun."

    Wer war der Heilige Christophorus?

    Laut Legende hat er das Christuskind und damit die ganze Last der Welt getragen. Er wird oft als Riese mit Stab, mit Kind auf den Schultern, durchs Wasser gehend dargestellt. Und obwohl seine Existenz nicht sicher bewiesen werden kann, ist er als beliebter Heiliger unter anderem der Schutzpatron der Reisenden. Sein Gedenktag ist der 24. Juli.

    Mehr zum Thema erfahren Sie am Mittwoch, 24. Juli 2019 in STATIONEN im BR-Fernsehen und in der Mediathek.