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Warum Helmut Schleich so sehr an Allerheiligen hängt | BR24

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Obwohl er aus der katholischen Kirche ausgetreten ist, hängt Helmut Schleich an manchen Ritualen und Feiertagen. Allerheiligen hat für ihn eine besondere Bedeutung, seit er im Alter von sechs Jahren seine Großmutter verloren hat.

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Warum Helmut Schleich so sehr an Allerheiligen hängt

Aus der katholischen Kirche ist er schon lang ausgetreten. Trotzdem hängt Kabarettist Helmut Schleich an manchen Ritualen und Feiertagen. Vor allem Allerheiligen hat für ihn eine besondere, familiär bedingte Bedeutung.

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Auf der Bühne bringt er sein Publikum in der Rolle von Franz Josef Strauß zum Lachen, auch als Kardinal Reinhard Marx macht er eine gute Figur: Helmut Schleich. Die Institution Kirche fasziniert den Kabarettisten, inspiriert ihn zu ironisch-kritischen Sketchen. Auch wenn er schon länger aus der katholischen Kirche ausgetreten ist.

"Ich bin aus der Kirche ausgetreten, nicht, weil ich ein Problem mit der Kirche habe, sondern mit dem Glauben. Ich bin einfach kein gläubiger Mensch. Mit der Idee, dass ich einen Teil meiner Persönlichkeit an eine andere Instanz auslagere, mit dieser Idee kann ich nichts anfangen." Helmut Schleich, Kabarettist

Trotzdem spielen für ihn kirchliche Feiertage eine Rolle, aus Tradition und Respekt. Allerheiligen hat für ihn eine besondere Bedeutung, seit seine Großmutter am plötzlichen Herztod starb. Sie war erst Anfang 50. Ein Schock für die ganze Familie, besonders für Enkel Helmut, für den seine Großmutter die engste Bezugsperson war. "Für mich ist da eine Welt zusammengebrochen."

Seine Mutter Ursula war erst 18 Jahre alt, als sie mit ihm schwanger war. Und ledig. Damit sie arbeiten gehen und den Lebensunterhalt verdienen kann, übernehmen die Großeltern größtenteils die Erziehung von Helmut Schleich. Sie genießen es, noch einmal ein kleines Kind im Haus zu haben, fast selbst noch einmal Eltern zu sein. So entsteht eine sehr enge Bindung von Helmut Schleich zu seinen Großeltern.

Allerheiligen in seiner Heimatkirche Schongau

Allerheiligen ist in Helmut Schleichs ehemaligem Heimatort Schongau auch eine Gelegenheit, sich mit Familienangehörigen am Grab zu treffen. Es ist ein Familienfest, fast so wichtig wie Weihnachten.

"Wir freuen uns, dass wir beieinander sind und gedenken derer, die vor uns da waren und die unser Leben letztendlich ja ermöglich haben. Im Grunde ist das eine Art, sich dessen bewusst zu werden, dass es soziale Bindungen gibt und dass es kulturelle Bindungen gibt, die wichtig sind." Helmut Schleich, Kabarettist

So sind Allerheiligen und Allerseelen für Helmut Schleich keine traurigen Feiertage, sondern Anlass, die ganze Großfamilie zu treffen. Die verstorbenen Angehörigen sind in Gedanken dabei. Auch Helmut Schleichs Familie, seine Lebensgefährtin und seine drei Kinder, haben diese Tradition lieb gewonnen.

Helmut Schleich mit nachdenklichen Gedanken – über das Sterben und den Verlust von geliebten Menschen. Am Freitag, 1. November 2019 um 18.45 Uhr im BR-Fernsehen und in der Mediathek.