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Warum Eremiten freiwillig einsam leben | BR24

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Das Leben als Eremit oder Eremitin erlebt gerade eine Renaissance. Knapp 80 Menschen leben im deutschsprachigen Raum eremitisch. Nach vielen Umwegen hat auch Bruder Otto sich für diese alternative Lebensform entschieden.

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Warum Eremiten freiwillig einsam leben

Das Leben als Eremit oder Eremitin erlebt gerade eine Renaissance. Knapp 80 Menschen leben im deutschsprachigen Raum freiwillig allein. Nach vielen Umwegen hat auch Bruder Otto sich für diese alternative Lebensform entschieden.

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"Ich bin eher dieser Eigenbrötler, ich bin gern in der Natur, ich bin gern im Wald, ich war immer alleine, und ich hab mit mir auch immer alles alleine abgemacht. Und deswegen war irgendwann auch die Konsequenz, dass ich ins Eremitische gehen werde." Bruder Otto

Bewegte Zeiten

Bevor Bruder Otto, mit vollem Namen Jürgen Otto Stahl, den Weg in die Einsamkeit suchte, hatte er ein bewegtes Leben. Insgesamt 86 mal ist er umgezogen. Der Kindheit und Jugend im Südschwarzwald folgen "wilde Zeiten“ im Freiburg der 80er Jahre, in denen er sich selbst als Chaot wahrnimmt. Alkohol und Punk-Musik sind ständige Begleiter.

Trotz aller Exzesse findet er dank vielfältiger Begabungen beruflich immer neue Optionen. Er ist Schriftsetzer und Buchdrucker, jobbt als Landschaftsgärtner, wird ehrenamtlicher Suchtberater und Sterbebegleiter.

Privat findet er nie die Frau, mit der ein gemeinsames Leben möglich ist. Die Begegnung mit einem Zen-Mönch setzt den Keim für sein spirituelles Interesse. Er wird selbst Zen-Mönch in Japan, später Franziskaner in Nürnberg, dann Angehöriger des Lazarus-Ordens.

© BR / Sabine Barth

Bruder Otto bei der Gartenarbeit am Stammsitz der Klausnervereinigung, Frauenbründl bei Bad Abbach.

Spiritueller Weg

Eremitisch zu leben bedeutet immer, exponiert zu sein. Ein Eremit oder eine Eremitin wird öffentlich wahrgenommen und hat deshalb besondere Verantwortung auch für die "Kollegen“.

Durch Zufall erfährt Bruder Otto von der Bayerischen Klausnervereinigung in Bad Abbach bei Regensburg. Frauenbründl ist der Stammsitz der einzigen Eremitenverbrüderung in Deutschland. Vor wenigen Jahren noch gehörten zur Eremitage nur zwei Brüder, inzwischen sind es elf Frauen und Männer. Es braucht Disziplin und psychische Gesundheit, um mit der Einsamkeit in einer Klause umgehen zu können.

In der Begegnung mit Bruder Jacobus Kaffanke, einem eremitisch lebenden Benediktiner aus dem Kloster Beuron, erfährt Bruder Otto Ermutigung für seine Entscheidung, Eremit zu werden.

© BR / Sabine Barth

Gemeinsame Meditation bei Eremit Jacobus Kaffanke.

Die Fernsehautorin Sabine Barth begleitet Bruder Otto auf seiner spirituellen Reise. Zu sehen ist der Film am Samstag, 11. September 2019 in STATIONEN auf ARD-Alpha.

Sendung

STATIONEN

Von
  • Sabine Barth
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