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Geht das ins Auge?
© Theater Ulm

Autoren

Peter Jungblut
© Theater Ulm

Geht das ins Auge?

Eine "schillernde und interessante Person" wird nach Aussage von Regisseur Stephan Dorn demnächst in der Podium-Bar des Theaters Ulm gewürdigt: Der FC Bayern-Präsident Uli Hoeneß, einer der prominentesten Söhne der Stadt, ist Thema einer "Deutschen Wurstiade", so der Untertitel eines Theaterstücks der Münchner Projekt-Managerin und Schauspiel-Dozentin Sarah Kohrs. In der Ankündigung des Theaters heißt es über den Inhalt: "Darf’s ein bisschen mehr sein? Aber immer, und zwar von allem. Mit übergroßem Appetit verleibte sich der prominente Metzgersohn vom Eselsberg Siege, Titel und eine Menge Geld ein." Stephan Dorn sagte über das Stück im Interview mit Bayern 2 für die Sendung kulturLeben: "Sarah Kohrs hat ein Stück entworfen, das in verschiedenen Szenen chronologisch das Leben von Uli Hoeneß erzählt. Wir werden diese Fassung allerdings nicht in vollständiger Form auf die Bühne bringen, sondern haben sie als Ausgangspunkt genommen, um auf der Probe durch Improvisation, durch Umschreiben der Szenen damit frei umzugehen, mit diesem Material." Es gehe nicht darum, sich über das Leben von Hoeneß "lustig zu machen", so Dorn, und nur dessen "negative Seiten" zu zeigen.

Bühnenbild in Wurst-Form

Die sechs Schauspieler werden auf einer "Moderationsebene" Einblicke in den Proben-Prozess geben und auch über ihr jeweils persönliches Verhältnis zu Hoeneß sprechen, so Dorn. Dabei geht es dem Theater Ulm nicht zuletzt darum, die Herkunft des Prominenten aus einfachen Verhältnissen zu schildern. Hoeneß ist der Sohn des Metzgers Erwin Hoeneß, der am Ulmer "Eselsberg 1" ein Geschäft betrieb. Inzwischen ist dort ein Getränkehandel eingezogen. "Die Herstellung von Würsten ist einfach ein großer Teil dieses Lebens", so Stephan Dorn über den FC Bayern-Präsidenten, "jedenfalls abseits der Fußball-Seite seines Lebens, und deshalb müssen die natürlich thematisiert werden. Ich versuche es mal so zu formulieren: Das Bühnenbild ist stark von der Form der Wurst inspiriert, und sogar die Anordnung der Zuschauer im Raum wird eine gewisse Ähnlichkeit zu einer Wurst haben. Es wird also auf allen Ebenen das Thema Wurst durchgezogen." Der aus Jena stammende Chefdramaturg des Theaters Ulm, Christian Katzschmann, hatte im Vorfeld der Premiere verraten, dass auch Paul Breitner Thema sein wird. Es komme jedenfalls "keine Tragödie oder böse Satire" zur Aufführung, sondern eine "humorvolle Revue".

Werbe-Postkarte des Theaters Ulm

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Auch Stadion-Schlachtgesänge werden gesungen

Da Uli Hoeneß nahezu täglich Thema in der Sportpresse und darüber hinaus ist, haben sich die Macher der "Wurstiade" vorgenommen, nach Möglichkeit auch aktuell zu reagieren: "Jede Vorstellung wird anders, wenn es neue Nachrichten über Uli Hoeneß gibt", sagt Dorn. Pianist Jens Blockwitz wird nach Auskunft des Regisseurs dazu die passende Musik beisteuern: "Der spielt ein breites Spektrum von Liedern, von deutschen Schlagern über Abba bis hin zu aktuelleren Songs, und es wird auch die Fan-Kultur großen Einfluss haben, da wir auch Fan-Gesänge und Stadion-Schlachtrufe in die Musik eingebaut haben."

Für kundige Bayern-Fans und Hoeneß-Experten dürfte es sich sogar lohnen, Senf mit in die Vorstellung zu bringen. Stephan Dorn: "Es kann natürlich sein, dass die Personen im Publikum, die sich sehr gut mit Uli H. auskennen, auch während des Stücks die eine oder andere Wurst ergattern."

Premiere Freitag, 23. November 2018, 19.30 Uhr, in der Podium Bar am Theater Ulm, weitere Termine 29. November, sowie 5. und 7. Dezember.

Autoren

Peter Jungblut

Sendung

kulturLeben vom 22.11.2018 - 14:05 Uhr