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Warum Burkhard Hose die Kirche nicht retten will | BR24

© Stefan Weigand

"Die Kirche hat ihre Glaubwürdigkeit verloren", sagt der katholische Hochschulpfarrer Burkhard Hose.

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    Warum Burkhard Hose die Kirche nicht retten will

    Der Würzburger Hochschulpfarrer Burkhard Hose hat ein Buch mit dem provokanten Titel "Warum wir aufhören sollten, die Kirche zu retten" geschrieben. Darin fordert er weitreichende Reformen: So sollen etwa Ämter auf Zeit vergeben werden.

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    Nach dem Missbrauchsskandal hat Burkhard Hose keine Lust mehr auf seine Institution. „Die Kirche hat ihre Glaubwürdigkeit verloren“, sagt der katholische Hochschulpfarrer aus Würzburg. Und verweist dabei auf entsprechende Aussagen von Kardinal Reinhard Marx. „Ich möchte nicht an einer Imageverbesserung der Kirche mitwirken, sondern ich möchte, dass die Botschaft Jesus zur Geltung kommt“, sagt Hose. Dafür reicht es für den Pfarrer nicht, etwa den Zölibat aufzuheben. Und die derzeit durch Maria 2.0 diskutierte Weihe von Frauen wäre bestenfalls ein Türöffner für ihn. "Ich könnte mir auch ein Modell vorstellen, Ämter auf Zeit in der Kirche zu vergeben", sagt Burkhard Hose. Es würde seiner Meinung nach dem nichts wegnehmen, was es kirchlich in der Tradition immer wieder brauche: "die Anbindung an die Anfänge, das, was wir apostolische Sukzession nennen.“

    Die Kirche muss zu den Menschen

    Raus auf die Straße anstatt sich in der Kirche zu verschanzen, dafür plädiert Hose in seinem Buch. Er selbst engagiert sich für Flüchtlinge und geht gegen Rechtsextremismus auf die Straße. „Der Ort Gottes sind die Menschen auf der Straße“, sagt der katholische Pfarrer. Bei seinem Engagement für Geflüchtete oder bei Demonstrationen habe er das gemerkt. „Da erlebe ich Momente, die ich als heilige Augenblicke erlebe. Viel mehr als wenn ich mich in den Kirchenraum zurückziehe.“

    Kritiker werfen Hose vor, mit seinem Buch illoyal gegenüber seinem eigenen Arbeitgeber zu sein. Warum also lässt er nicht Amt und Institution einfach hinter sich? „Jetzt in diesem Augenblick, wo wir den Zusammenbruch der Glaubwürdigkeit der alten Kirche erleben, entsteht paradoxerweise so etwas wie ein neues Interesse auch an Kirche, oder wie es weitergehen kann mit der Kirche“ meint Burkhard Hose.

    Auch den Vorwurf, die Katholische Hochschulgemeinde sei ein Sonderfall innerhalb der katholischen Kirche, lässt Burkhard Hose nicht gelten. Hier engagierten sich viele junge Menschen projektbezogen, ohne gleich das ganze Paket Kirche mitnehmen zu wollen. „Das ist für mich schon ein Modell, das übertragbar wäre auf Kirche als Ganzes.“

    Mehr über das Thema „Warum wir aufhören sollten, die Kirche zu retten“ erfahren Sie in STATIONEN, am 16. Oktober um 19 Uhr in STATIONEN und in der BR Mediathek.