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"Warhol für das 21. Jahrhundert": Große Werkschau in New York | BR24

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Kuratorin Donna De Salvo hat für das Whitney Museum rund 300 Werke des Künstlers zusammengetragen. Die Schau ist die erste große US-Retrospektive seit rund 30 Jahren - und zeigt, wie weit Warhol seiner Zeit doch voraus war.

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"Warhol für das 21. Jahrhundert": Große Werkschau in New York

Kuratorin Donna De Salvo hat für das Whitney Museum rund 300 Werke des Künstlers zusammengetragen. Die Schau ist die erste große US-Retrospektive seit rund 30 Jahren - und zeigt, wie weit Warhol seiner Zeit doch voraus war.

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Ein Mann, ein Name, eine Marke - Andy Warhol. Selbst dann, wenn er bloß über viereinhalb Minuten hinweg gefilmt wird, wie er einen Burger verspeist.

"Das kann man zurückführen auf Marcel Duchamp", sagt Kuratorin Donna De Salvo. "Der Künstler macht die Kunst. Warhol hat einfach sehr viel in der Werbewelt der 1950er Jahre gelernt - auch, wie man sich mit einem geheimnisvollen Nimbus umgibt. Zudem hat er verstanden, was Markenbildung, was Branding ist."

Die Kuratorin und Warhol-Expertin De Salvo und ihr Team haben für das Whitney Museum in New York rund 300 Werke des exzentrischen Künstlers zusammengetragen. Es ist die erste große Retrospektive in den USA seit einer Generation.

Hätte Warhol einen Instagram-Account gehabt?

Die Ausstellung verfolgt Warhols vielfältiges Spiel mit den Medien: Stummfilm, Siebdruck, Zeichnung, Tonaufnahmen, Gemälde. Die Ikone der Pop Art, der Anti-Künstler des Trivialen ist als multimedialer Meister seiner Zeit voraus. Man kann nur spekulieren, wie er das egozentrische Zeitalter von Instagram, Facebook und Co. zum Klingen gebracht hätte.

Die Ausstellung verfolgt Warhol zudem durch die Jahrzehnte, auch die weniger erfolgreichen 70er und 80er Jahre nach dem Mordanschlag auf ihn. Als eines seiner letzten Werke zeigt das Whitney "Camouflage Last Supper" von 1986 - da Vincis letztes Abendmahl, überzogen mit einem Camouflage-Muster. Da sind sie wieder, Warhols Themen: Original und Kopie, Reproduktion und Echtheit, Tod und Religion.

"Eine Skulptur, ein Gemälde - einfach alles!"

Im Jahr darauf - 1987 - stirbt Andy Warhol, die Marke aber ist geblieben: Ein Mann, ein Burger und ein hingerissener Museumsdirektor Adam Weinberg: "Das ist eine meiner Lieblings-Arbeiten! Einen Hamburger auszupacken und zu sagen: 'Ich bin Andy Warhol, ich esse einen Burger.' Das ist eine Skulptur, ein Gemälde - einfach alles!"