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Beim Waldbaden werden alle Sinne angesprochen.

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    Waldbaden - Gesund durch Bewegung in der Natur

    Ein Spaziergang durch den Wald kann wahre Wunder bewirken: Er macht den Kopf frei und entspannt Körper und Geist. Ein Waldbad ganz ohne Wasser und Handtuch – und dennoch in der Tradition des schwäbischen Pfarrers und Wasserdoktors Sebastian Kneipp.

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    Von
    • Barbara Weiß
    • Agnieszka Schneider

    Die beruhigende Atmosphäre im Wald bringt den Körper und die Seele zur Ruhe. Daran glaubte schon vor knapp 200 Jahren Sebastian Kneipp. Von seiner Gesundheitslehre lassen sich auch heute immer mehr Menschen überzeugen. Das Waldbaden ist zu einem Trend geworden. Die Ruhe, der Duft der Bäume, das leise Plätschern eines Baches, das Rauschen der Blätter – all diese Sinneserfahrungen helfen Menschen neue Energie zu tanken, und sie beugen Krankheiten vor. Ein Waldspaziergang ist mehr als nur eine kurze Auszeit.

    „Ich kannte zwei Herren, die täglich in einem Wald spazieren gingen und dort die verschiedensten Übungen machten, um alle Körperteile zu stärken, was auf ihre Gesundheit den wohltätigsten Einfluss hatte.“ Sebastian Kneipp

    Wald als Gesundmacher

    Sebastian Kneipp selbst praktizierte das Waldbaden. Auch wenn die medizinische Wirkung erst in den 1980er Jahren in Fernost erforscht wurde, wusste der Wasserdoktor schon damals den Waldaufenthalt zu schätzen. In Japan forscht man deutlich länger an Waldmedizin als hierzulande. In Deutschland ließen sich aber bei den bisher durchgeführten Studien medizinische Effekte beobachten.

    Walddüfte

    Die Duftstoffe des Waldes beispielsweise nehmen einen positiven Einfluss auf das menschliche Immunsystem. Forschungsprojekte einiger deutscher Universitäten haben zudem ergeben, dass der Heilungsprozess in einer grünen Umgebung schneller verlaufe als anderswo. Der Aufenthalt im Wald sei eine wirksame Präventionsmedizin gegen beinahe alle Zivilisationskrankheiten.

    Sich auf den Wald einlassen

    Doch achtsam mit diesem Naturort umzugehen, will gelernt sein. In Augsburg bietet Umweltpädagogin Irmela Bischoff Waldbade-Kurse an.

    „Waldbaden im Gegensatz zu joggen, ist die Ruhe und die Möglichkeit, alles wieder aufzunehmen. Dann wird der Mensch erst wieder ganz.“ Irmela Bischoff, Umweltpädagogin

    Fühlen, Riechen, Hören, Sehen, Schmecken – die Waldpädagogin erarbeitet mit ihren Teilnehmern die Sensibilität, um die Stimmung des Waldes aufnehmen zu können. Sanfte Bewegungen, das Anlehnen an einen Baum und Barfußgehen – all das verstärken die Verbundenheit zwischen Mensch und Natur und geben neue Impulse.

    Für die Teilnehmerinnen des Kurses ist so ein Nachmittag im Wald pure Erholung:

    "Also diese Ruhe, zu sich kommen und vor allem diese Ausgeglichenheit, man geht mit Hektik in den Wald und man kommt ausgeglichen raus." Kursteilnehmerin