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Von Männern und Fledermäusen - 80 Jahre Batman | BR24

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Er ist eine Ikone des 20. Jahrhunderts: 1939 erblickte Batman das Licht der Welt. Das Münchner Amerikahaus erzählt nun von der wechselhaften Karriere der Comic-Figur – denn Batman war nicht immer der düstere Ritter, als den wir ihn heute kennen.

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Von Männern und Fledermäusen - 80 Jahre Batman

Er ist eine Ikone des 20. Jahrhunderts: 1939 erblickte Batman das Licht der Welt. Das Münchner Amerikahaus erzählt nun von der wechselhaften Karriere der Comic-Figur – denn Batman war nicht immer der düstere Ritter, als den wir ihn heute kennen.

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"Hier haben wir wirklich etwas Spektakuläres zusammenbekommen", erklärt Kurator Michael Kompa und meint damit, dass diese Ausstellung sowohl Einsteigern ins Comicgeschäft einen guten Überblick bietet, als auch denjenigen etwas Neues zeigt, die "Hardcore-Fans" seien: Originale von über 70 Zeichnern, über 90 Originalzeichnungen aus allen Jahrzehnten. Seit 30 Jahren sammelt Kompa Original-Zeichnungen, angefangen von rührend naiven Bildern des Batman-Erfinders Bob Kane bis zu den aktuellen, künstlerisch ambitionierten Werken von heute. An den Bildern lässt sich auch eine Art "Karriere" der Comic-Figur ablesen.

Vom Klamauk-Superhelden zum dunklen Ritter mit Aura

Die bekam Aufwind, als 1966 eine Batman-Fernsehserie startete, die die Ereignisse in Gotham City eher als schrille Comedy abfeierte. Die Serie hat den Comics aber eher geschadet, glaubt Michael Kompa – klamaukig, albern sei die angelegt gewesen und "diesen Charme hat man dann versucht, auch in den Comics rüberzubringen." Das Ergebnis: Comics, die nicht wirklich lesbar waren. Nicht wirklich spannend: "Erst Anfang der 70er", so Kompa, "ist es besser geworden. Dann wurde Batman der Batman, den man heute kennt: Düster, der dunkle Ritter mit Aura."

Weltweit unsterblich wird Batman aber er erst, als 1989 der erste Batman-Film von Tim Burton in die Kinos kommt. Die Bilder aus den 90er Jahren zeigen Batman als Pop-Art-Kunst-Objekt. Das und die Aufwertung der Comics zu aufwändiger gestalteten Graphic Novels machen Batman zu einer Ikone. Batman ist inzwischen eher ein Leinwand- als ein Comic-Star. Dem trägt die Ausstellung mit einer Video-Projektion Rechnung.

Comics werden Nebensache

Schwerpunkt bleiben aber die vielen Original-Zeichnungen, die nicht nur den Superhelden ohne Superkräfte zeigen, sondern auch Batwoman, Robin und die Gegenspieler vom Joker bis zum Pinguin. Michael Kompa ist sich im Klaren darüber, wie sich die Welt Batmans durch die Filme verändert hat: "Comics werden gar nicht mehr unbedingt wegen den Comic-Geschichten produziert, sondern im Wesentlichen geht es natürlich darum, dass man sagt: Okay, ich bringe einen Comic raus und hoffe, dass da irgendwann auch mal ein Film draus wird. Auf der anderen Seite muss man sagen: Das Gute ist, dass sich da plötzlich wahnsinnig viel Geld bewegt, und das ist für die Zeichner interessant. Insofern kommen da immer bessere, kreativere Zeichner nach, die sich in dem Medium tummeln."

Die Ausstellung "80 Jahre Batman" ist noch bis 30. September im Amerikahaus München zu sehen.

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