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Johannes Heidecker war als Dekan für 12.000 evangelische Christen im Dekanat Donauwörth im Donau-Ries zuständig. Vor einigen Wochen hat sich für ihn ein Wunsch erfüllt: Er ist Landpfarrer geworden und kümmert sich nun um 900 Menschen.

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Vom Traum, ein Pfarrer auf dem Land zu sein

Johannes Heidecker war als Dekan für 12.000 evangelische Christen im Dekanat Donauwörth im Donau-Ries zuständig. Vor einigen Wochen hat sich für ihn ein Wunsch erfüllt: Er ist Landpfarrer geworden und kümmert sich nun um 900 Menschen.

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Nici MühlbergerNici Mühlberger

Es sind die ersten Wochen, in denen Pfarrer Heidecker in Heidenheim Gottesdienst feiert. Zuvor war er als Dekan über 13 Jahre lang für den Dekanatsbezirk Donauwörth und 12.000 evangelische Christen zuständig.

"Es ist ein Kraftort, der mich anzieht"

Jetzt also Pfarrer für "nur" noch knapp 900 Gemeindeglieder. Jetzt "nur" noch Land? So manch einer würde das wohl als einen Schritt zurück empfinden. "Für mich war es ein Schritt nach vorne, einfach, weil ich diesen Ort hier wunderschön finde. Und weil der mich anzieht. Es ist eine Art Kraftort. Und weil ich hier auch die Arbeit tun kann, wegen der ich Pfarrer geworden bin."

In Heidenheim ist Pfarrer Heidecker einer der wenigen Neuzugänge, hier hat man, wie in vielen ländlichen Gegenden, eher mit Abwanderung zu tun.

Anziehungspunkte gegen Abwanderung schaffen

Zusammen mit dem Zweckverband Kloster Heidenheim will Pfarrer Heidecker das alte Kloster als Anziehungspunkt voranbringen, das ländliche Heidenheim auch für Besucher aus der Stadt attraktiver machen. Wie unterscheiden sich denn Land- und Stadtbevölkerung aus der Sicht von einem, der beide Seiten aus seiner langjährigen Arbeit als Dekan und Pfarrer kennt? "Es hat, denke ich, sehr viel mit dem sozialen Gefüge zu tun. Das ist auf einem Dorf enger und dadurch manche Begegnungen intensiver als in der Stadt. So empfinde ich es zumindest."

Unterschiede im sozialen Gefüge ja, aber in Sachen Religion und Glauben nähern sich Stadt und Land immer weiter an, findet er. Auch auf dem Land gibt es immer mehr Kirchenaustritte, der soziale Druck am Sonntag in die Kirche zu gehen, fällt zunehmend weg. Was bedeutet das für den Glauben? Und für Heideckers Berufsstand?

"Wenn man zu den Leuten hingeht, wenn man die die Leute aufsucht und sie einlädt, dann kommen sie auch. Dann kommen sie in der Stadt, dann kommen sie am Land. Der Frühgottesdienst war wirklich gut besucht, und ich freue mich, wenn sich die Leute ansprechen lassen."

"Es wird wieder häufiger an der Tür geklingelt"

Und wie hat sich das Arbeiten und Leben für ihn selbst jetzt nach den ersten Wochen auf dem Land verändert und für die Familie?

"Was uns auffällt ist, wie viel häufiger es hier an der Tür klingelt als in Donauwörth. Sobald ein Licht brannte die ersten Tage, waren Leute da, aus ganz unterschiedlichen Gründen, haben gesagt: 'Jetzt haben wir gesehen, dass ein Licht brennt. Klingeln wir geschwind.' Und dafür sind wir ja da. Das haben wir uns auch erhofft oder auch gewünscht."

Mehr zum Thema der ARD-Themenwoche Stadt.Land.Wandel in der Sendung STATIONEN am kommenden Mittwoch, 10. November 2021 um 19 Uhr im BR-Fernsehen und in der BR-Mediathek.

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STATIONEN

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