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Vier Filme beim Deutschen Menschenrechts-Filmpreis ausgezeichnet | BR24

© Bayerischer Rundfunk 2020

Die Verleihung des Menschenrechts-Filmpreises fand in diesem Jahr online statt.

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Vier Filme beim Deutschen Menschenrechts-Filmpreis ausgezeichnet

Fehlender Zugang zu Bildung, Krieg und Antisemitismus: Das Thema Menschenrechte ist facettenreich. Das zeigt sich auch an den Filmen, die beim Deutschen Menschenrechts-Filmpreis ausgezeichnet wurden.

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Von
  • Eleonore Birkenstock

Das Thema Menschenrechte sei dieses Jahr nicht so sehr das Thema in der Öffentlichkeit gewesen, sagt Moderator Christoph Süß gleich zu Beginn der Preisverleihung zum Deutschen Menschrechts-Filmpreis 2020. Als Grund dafür nannte Süß die Corona–Pandemie. Sie ist auch der Grund, warum die Preisverleihung ohne Publikum nur online stattfand.

"Für Sama" - Liebe und Leben mitten im Krieg

Der Preis in der Kategorie Langfilm geht an "Für Sama". Der Film ist als ein Liebesbrief der Regisseurin an ihre Tochter Sama gedacht und zeigt das Leben in Aleppo während des Bürgerkrieges in Syrien. Fünf Jahre lang hat Waad al–Kateab mit ihrer Kamera und ihrem Smartphone im vom Krieg geschüttelten Land gefilmt. Daraus ist in "Für Sama" ein berührendes, schmerzhaftes und sehr persönliches Werk geworden. Die Regisseurin wurde aus ihrem jetzigen Wohnort in London live zugeschaltet.

"Für mich ist 'Für Sama' nicht nur ein Film 'Für Sama' ist mein Leben. Und jede Anerkennung dafür und jedes Bewusstsein für Menschenrechte werden uns uns dabei helfen, weiterzumachen", Waad al-Kateab, Regisseurin

Periodenarmut: Keine Bildung ohne Binde

In den in diesem Jahr ausgezeichneten Filme geht es um ganz verschiedene Themen, zum Beispiel auch um Periodenarmut in Namibia. In dem afrikanischen Land können Mädchen an den Tagen ihrer Menstruation nicht zur Schule gehen, weil sie sich keine Binden leisten können. Der in der Kategorie "Non Professional" prämierte Film "Just.Another.Month" zeige das Thema Periodenarmut, ohne Frauen als Opfer darzustellen, heißt es in der Begründung der Jury.

Jude? Jude! – "Masel Tov Cocktail" bekommt Preis in zwei Kategorien

Erstmals gewinnt dieses Mal ein Film in zwei Kategorien: Hochschule und Bildung. Es ist der gut halbstündige Film "Masel Tov Cocktail" von Arkadij Khaet und Mickey Paatszch. Es geht darum, was es bedeutet als junger Jude in Deutschland aufzuwachsen, inklusive Antisemitismus und sämtlicher Klischees. "Dieser Film ist ein Glücksfall, erfrischend frech, und hervorragend für Schule und politische Bildung geeignet", heißt es wörtlich in der Begründung der Jury.

Menschenrechtsfilme in die Klassenzimmer

Die Menschenrechtsfilme sollen Teil des Unterrichts an Schulen werden, sagt Klaus Ploth von der Evangelischen Medienzentrale, die den Filmpreis mitbegründet hat. "Das war uns von Anfang an wichtig", sagt Ploth. Gerade das Medium Film könne Jugendliche fesseln. Die Schulen bekommen zusätzliches Info-Material mit Hintergründen zu den Filmen und ihren Themen.

Hintergrund zum Deutschen Menschenrechtspreis

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis wird seit 1998 alle zwei Jahre vergeben und ist ein unabhängiger Medienwettbewerb. Der bundesweit aktive Filmwettbewerb wird von über 20 Organisationen aus der Menschenrechts-, Bildungs-, Kultur- und Medienarbeit durchgeführt. Die Preise sind in jeder Kategorie mit 2.500 Euro dotiert.

© BR

Der Deutsche Menschenrechts-Filmpreis geht in der Kategorie Langfilm an den syrisch-britischen Dokumentarfilm "Für Sama" von Waad al-Kateab und Edward Watts. Ausgezeichnet wird auch der Film "Masel Tov Cocktail" von Arkadij Khaet und Mickey Paatszch.