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Christoph Links (l), Christoph Nix (r), PEN- Mitglieder, stehen vor Deniz Yücel (M) zu Beginn der Mitgliederversammlung.

Christoph Links (l), Christoph Nix (r), PEN- Mitglieder, stehen vor Deniz Yücel (M) zu Beginn der Mitgliederversammlung.

Bildrechte: picture alliance/dpa | Martin Schutt
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    Verjüngung nötig: Reaktionen auf Yücels PEN-Rücktritt

    Nach dem Rücktritt des PEN-Präsidenten Deniz Yücel haben PEN-Mitglieder personelle Verjüngung und radikale Neuaufstellung gefordert. Auf der Jahrestagung in Gotha wurden zudem Befremden über den Ton der Diskussion und Austrittsüberlegungen geäußert.

    Von
    Stephanie MetzgerStephanie Metzger
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    Die Schriftstellerin Thea Dorn sagte am Samstag bei der Aussprache auf der Mitgliederversammlung in Gotha, für sie mache ein Verbleib im PEN nur Sinn, wenn sich die Schriftstellervereinigung radikal neu aufstelle. PEN-Mitglied Herbert Wiesner sagte: "Wir brauchen einen Neuanfang mit jüngeren Leuten nach diesem Desaster, wir steuern ins Nirwana." Neumitglied Markus Ostermair sah in der personellen Verjüngung eine der wichtigsten Aufgaben für die weitere Existenz des Vereins.

    Der Journalist Deniz Yücel hatte am Freitagabend in Gotha nach einer teils giftig geführten Debatte und eines nur knapp gescheiterten Abwahlantrags sein Präsidentenamt hingeschmissen. Am Samstag traten dann auch die restlich verbliebenen Präsidiumsmitglieder in Gotha zurück. Ein Notvorstand soll nun bis zur Neuwahl auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die PEN-Geschäfte führen.

    "Höllenspektakel": Unwürdiger und beschämender Umgang

    Der Führungsstil der erst im Oktober gewählten Spitzenriege hatte zu heftigen internen Querelen und einer tiefen Spaltung der Vereinigung geführt. Viele Mitglieder haben nach dem Debakel in Gotha über einen Austritt aus der Schriftstellervereinigung nachgedacht, wie sie am Samstag bekannten. Sie werteten den gegenseitigen Umgang als unwürdig, beschämend, schäbig und peinlich.

    Die Schriftstellerinnen Eva Menasse und Julia Franck äußerten in der Aussprache ihr Befremden über die in Gotha zutage getretene Häme und Grabenkämpfe. Franck sprach von einem "Höllenspektake"» und Gefechten, an denen sie sich nicht beteiligen wolle.

    Mit Material der dpa

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