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Vergütung für Kameramann von "Das Boot" wird neu verhandelt | BR24

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Szene aus "Das Boot", BRD 1981.

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    Vergütung für Kameramann von "Das Boot" wird neu verhandelt

    Seit vielen Jahren kämpft der Chef-Kameramann von "Das Boot" um mehr Geld für seinen Anteil am Erfolg des Filmklassikers. Jetzt hat der Bundesgerichtshof ein Urteil des Oberlandesgerichts München aufgehoben. Der Fall muss neu verhandelt werden.

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    • BR24 Kultur

    Der Kampf um eine angemessene Vergütung für die Kameraarbeit beim Erfolgsfilm "Das Boot" geht in die nächste Runde: Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) München aufgehoben. Das Urteil verpflichtete die Bavaria Film, den WDR und einen Videoverwerter zur Zahlung von insgesamt etwa 440.000 Euro an den Chef-Kameramann des Films. Nun muss das OLG erneut über den Fall verhandeln.

    Für die Nutzung nach dem Stichtag 28. März 2002 verlangte der Kameramann eine Nachzahlung. Am 28. März trat eine gesetzliche Neuregelung in Kraft, die festlegt, dass die Vergütung für Urheber nicht in einem "auffälligen Missverhältnis" zu den mit einem Werk erzielten Erträgen stehen darf. Der Mann hält die ursprünglich vereinbarte Pauschalvergütung von umgerechnet 100.000 Euro für zu niedrig.

    BGH bemängelt Urteilsbegründung

    2011 hatte er einen ersten kleinen Erfolg: Der BGH entschied, dass die mit dem Film erzielten Einnahmen offengelegt werden müssen. Daraufhin klagte er gegen die Bavaria, den WDR und den Videoverwerter. Landgericht und OLG München gaben seiner Klage teilweise statt, gegen das Urteil legten sowohl der Kameramann als auch die Beklagten Revision beim BGH ein.

    An dem Urteil selbst habe der BGH nicht viel zu beanstanden, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Koch. Allerdings könne dem Kläger der Anspruch nicht mit der vom OLG gegebenen Begründung zuerkannt werden. Bei der komplizierten Berechnung der möglichen Ansprüche seien systematische Fehler gemacht wurden, erläuterte Koch.

    WDR: "astronomisch hohe Vergütungsansprüche"

    Der WDR begrüßt insbesondere die Begründung des Gerichts, wonach die Rechnung des OLG zu "astronomisch hohen Vergütungsansprüchen" führe. Die vom WDR und den im Parallelverfahren beklagten anderen ARD-Anstalten zu zahlende Nachvergütung dürfte damit niedriger ausfallen als vom Kläger erhofft.

    Weitere Verfahren laufen

    Das OLG habe die ursprüngliche Pauschalvergütung im Hinblick auf jede der beklagten Parteien in voller Höhe zugrunde gelegt - es hätte aber in jedem Fall das Verhältnis zwischen Urheber und Verwerter einzeln betrachten müssen. Zudem habe es für die Ausstrahlung im Fernsehen eine zusätzliche Vergütung für Wiederholungen angesetzt, aber auch dabei fälschlicherweise die ursprünglich vereinbarten 100.000 Euro zugrunde gelegt.

    Neben diesem Fall läuft noch ein weiteres Verfahren, in dem der Kameramann die übrigen ARD-Anstalten verklagte. Dabei entschied der BGH vor einem Jahr mit ähnlicher Begründung, den Fall zur Neuverhandlung an das Berufungsgericht zurück zu verweisen.

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