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Vatikan-Instruktion: Mehr Kritik als Zustimmung bei Bischöfen | BR24

© picture alliance/Andreas Arnold/dpa

Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz

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    Vatikan-Instruktion: Mehr Kritik als Zustimmung bei Bischöfen

    Trotz Priestermangel sollen nur Pfarrer in katholischen Gemeinden weiterhin das Sagen haben - und nicht die Laien. Die bayerischen Bischöfen sind angesichts dieser Instruktion aus dem Vatikan geteilter Meinung.

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    "Es wäre besser gewesen, diese Instruktion so nicht zu veröffentlichen", findet der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick. Denn das von der Kleruskongregation unter päpstlichem Segen veröffentlichte Papier "Die pastorale Umkehr der Pfarrgemeinde im Dienst an der missionarischen Sendung der Kirche" bringe für die Gemeinschaft der Kirche "mehr Schaden als Nutzen", findet Schick.

    Schick: "Raum für Spekulationen, die Schaden anrichten"

    "Ein großes Manko" sei, dass weder Anlass noch Zweck für die Instruktion genannt werden. "Wozu die Kleruskongregation diese Instruktion herausgegeben hat, wird nirgends deutlich", so Schick. Dadurch werde Raum für Spekulationen geöffnet, "die Schaden anrichten". Schick kritisiert weiter, die Instruktionen würden nicht auf die jeweilige Situation der einzelnen Bistümer und Kirchen in verschiedenen Ländern eingehen. Zudem sei sie theologisch defizitär, so der promovierte Kirchenrechtler.

    Auch der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf und der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode sprachen sich gegen die Instruktion aus. Das Engagement von Laien für die Kirche würde nicht genügend wertgeschätzt. Auch Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg Stuttgart, sieht die gemeinsame Leitung der Kirchengemeinden durch Laien und Kleriker im Einklang mit dem Kirchenrecht. "Das hat sich bei uns in 50 Jahren sehr gut bewährt", so Fürst.

    Bistum Augsburg kann gut mit den Vorgaben leben

    Andere Töne kommen aus dem Bistum Augsburg. Mit dem Papier aus Rom, laut dem Nicht-Klerikerinnen und Nicht-Kleriker für die Leitung einer Pfarrei nicht in Frage kommen, könne die Diözese gut leben, schreibt Bischof Bertram Meier auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks. "Die wahre Erneuerung der Kirche setzt weniger auf eine Veränderung von Strukturen, sie muss tiefer an die Substanz gehen: Ziel ist eine geistliche Reform", so Meier.

    So käme laut Meier auf Pfarrei-Ebene bei "allem Einsatz der Mitglieder des Volkes Gottes", der Laien, "dem leitenden Pfarrer einer Seelsorgeeinheit der Dienst der Einheit zu." Heißt: Der Pfarrer soll weiterhin in Leitungsfunktion bleiben, die Laien sollen ihn beraten, unterstützen und entlasten - so der Tenor aus Augsburg. Ähnlich sieht das auch der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. Er meint: "Papst Franziskus rückt hier einiges zurecht."

    Das Papier aus dem Vatikan sorgt bereits seit einigen Tagen für Aufregung. Vor allem Vertreter der Laien, wie das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, oder die Reformbewegung "Wir sind Kirche" kritisierten die Instruktion.

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