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Urlaubsgrüße: Postkarte oder WhatsApp - was ist nachhaltiger? | BR24

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Fliegen oder lieber mit der Bahn in den Urlaub? Viele Menschen stellen sich in Zeiten des Klimaschutzes diese Frage. Und wie sieht es bei den Urlaubsgrüßen aus? Was ist nachhaltiger: die gute alte Postkarte oder doch die WhatsApp-Nachricht per Handy?

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Urlaubsgrüße: Postkarte oder WhatsApp - was ist nachhaltiger?

Fliegen oder lieber mit der Bahn in den Urlaub? Viele Menschen stellen sich in Zeiten des Klimaschutzes diese Frage. Und wie sieht es bei den Urlaubsgrüßen aus? Was ist nachhaltiger: die gute alte Postkarte oder doch die WhatsApp-Nachricht per Handy?

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Wer schickt heute noch Postkarten aus dem Urlaub? Mit dem Handy per WhatsApp sind Bilder, Videos und Eindrücke von den schönsten Tagen des Jahres schließlich in sekundenschnelle an den ganzen Freundeskreis geschickt. Doch ist dies auch nachhaltig? Ein Handy braucht Strom, die Server des Nachrichtendienstes auch - ebenso die Mobilfunkmasten usw.

Handyverzicht = Klimaschutz?

Aber bringt der Handyverzicht im Urlaub wirklich etwas fürs Klima? Der Strom, den ein Handy verbraucht - durchschnittlich etwa 4 Kilowattstunden pro Jahr - kostet etwa ein Euro. Genauso viel wie eine Stunde Klimaanlage. Energie- und klimatechnisch gesehen, ist der Verzicht von einer Woche pro Jahr relativ irrelevant und spart pro Person weniger als 10 Cent im Jahr.

Mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung ist online. 4,92 Milliarden Handynutzer gibt es derzeit - Tendenz steigend, besagt der aktuelle Report der Digital-Agentur "We Are Scial". Bis 2030 - so die Prognose von Forschern des französischen Think-Tanks "The Shift Projekt" - wird die virtuelle Welt mehr Energie als Autos und Motorräder verbrauchen, nämlich ganze acht Prozent des weltweiten Treibhausgasausstoßes. Ganz zu schweigen von der Energie, die für die Herstellung eines Smartphones benötigt wird.

Klimakiller Internet

Klimakiller Internet: Denn der Stromverbrauch des Handys selbst ist nur ein kleiner Teil der Energie, die verbraucht wird, wenn man online ist. Darum ist in Sachen Klimaschutz die Frage ausschlaggebender, wie oft man sich ein neues Handy zulegt und was man dann damit im Internet macht.

Energiefressend im Gegensatz zu Urlaubsgrüßen sind zum Beispiel vor allem Suchanfragen. Wer eine Suchanfrage startet, löst eine ganze Kaskade an Energieverbrauch aus. Beim eigenen Endgerät, in den Daten- und Rechenzentren mit ihren Servern und Kühlaggregaten und bei den Kommunikationsnetzen inklusive Mobilfunkstationen.

3,8 Millionen Google-Anfragen pro Sekunde

100 Mal googlen kostet so viel Strom wie eine halbe Stunde Licht brennen lassen. Mit 3.000 Suchanfragen könnte man einen Eimer Wasser zum Kochen bringen. 3,8 Millionen Google-Anfragen werden pro Sekunde gestellt. Wäre das Internet ein Land, würde es laut Greenpeace an sechster Stelle weltweit in Sachen Stromverbrauch stehen.

Schuld am Anwachsen der Datenmengen sind aber nicht die Nachrichten, die per Mail oder Instagram oder WhatsApp verschickt werden, sondern vor allem das Streamen von Videos, Musik oder Computerspielen.

Postkarte: Nicht unbedingt klimafreundlicher - aber nachhaltiger

Wer also im Urlaub keine digitalen Nachrichten verschickt und seine Handy ausschaltet, schützt damit also nur bedingt das Klima. Ob eine Postkarte - das Papier, der Hochglanzdruck, die Herstellung des Stiftes zum Schreiben, die Briefmarke zum Verschicken, der Transport mit dem Flugzeug - wirklich weniger Energie verbraucht als ein paar Zeilen per WhatsApp, dazu gibt es bisher keine direkten Studien. Die CO2-Bilanz variiert außerdem je nach Art der Karte und Entfernung des Ortes, von dem sie versendet wird.

Auch wenn eine Postkarte nicht klimafreundlicher sein sollte, so ist sie auf jeden Fall nachhaltiger: In Zeiten der Internet-Kommunikation ist sie zu etwas Besonderem geworden und bleibt somit länger im Gedächtnis. Gar nicht zu schreiben, ist, zumindest menschlich gesehen, aber sicher die schlechteste Entscheidung.

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Beim Thema CO2-Ausstoß hat man schnell Klimasünder wie Autos oder Kohlekraftwerke im Visier. Doch auch viele Dinge des Alltags beeinflussen Klima und Umwelt: Lesen etwa oder Bezahlen oder Kommunizieren. Was ist dabei besser? Papier oder Digital.