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Unsere Filmtipps 2020 aus der BR- und ARD-Mediathek | BR24

© BR / Johanna Schlüter
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    Unsere Filmtipps 2020 aus der BR- und ARD-Mediathek

    Verpassen gibt's nicht mehr: Die Mediatheken des BR und der gesamten ARD-Anstalten bieten ihre Inhalte oft noch Monate nach der Erstausstrahlung online an. Unsere Redakteurinnen und Redakteure haben ein paar besondere Tipps für Sie.

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    Von
    • Ronja Dittrich
    • Simone Stern
    • Friedrich Müller
    • Sylvia Griss
    • Franz Xaver Karl

    "Bunch of Kunst"

    Ein Film voller abgefilmter Band-Auftritte ist langweilig? Auf keinen Fall. Erst interessiert sich das betrunkene Publikum nur mäßig für die Auftritte der Sleaford Mods, am Ende feiern die coolen, jungen Fans textsicher die genau gleichen Tracks. Die Doku "Bunch of Kunst" hat die Band aus Nottingham zwei Jahre lang begleitet: Die Sleaford Mods besingen das gespaltene Großbritannien, vor allem den Teil, der "not very nice" ist, wie Rapper und Sänger Lason Williams im Film sagt. Die zwei unglaublich sympathischen Lads mitten in der grauen britischen Realität, die sie besingen. Genau das Richtige, wenn es mit den zuckersüßen Weihnachtsklängen auch irgendwann gut ist.

    Die Doku "Bunch of Kunst" finden Sie hier.

    Ein Tipp von Armin Hirsch

    © arte/BR/Daniel Waldhecker
    Bildrechte: arte/BR/Daniel Waldhecker

    Bunch of Kunst - A film about Sleaford Mods.

    Capriccio spezial zur Kochkunst

    Was könnte schöner sein als ein Festmahl. Es ist eine Kunst, es zuzubereiten – und es ist eine Sinnenfreude, es zu goutieren. Beim Festmahl werden Körper und Geist gestärkt in einem sozialen Akt. Es wird geredet und verzehrt. Ein Festmahl bedeutet: Reproduktion des Körpers bei gleichzeitiger Produktion von Sinn. Wie ist das Festmahl dem Jahresende angemessen – und wie sehr vermissen wir es dieses Jahr!

    Einen Essay über die Kunst des Kochens von unserem Autor Franz Xaver Kral finden Sie auf der BR-Kulturbühne.

    Das Capriccio spezial zur Kochkunst in Bayern finden Sie hier.

    Ein Tipp von Franz Xaver Karl

    © BR
    Bildrechte: BR

    Die österreichische Spitzen-Köchin Johanna Maier.

    "Ganghofer und seine Erben"

    "Heimat" ist für viele ein schwieriger Begriff. Weil er Abgrenzung beinhaltet, angestaubt klingt oder zum Kitsch überhöht wird. Diesen Dissonanzen widmet sich die Doku "Ganghofer und seine Erben – immer wieder Heimat". Aber der Film zeigt auch: Es muss ja nicht so bleiben!

    Mir hat sehr imponiert, wie Regisseurin Lisa Miller mit ihrem queeren Dialektfilm "Landrauschen" den Heimatbegriff inklusiv gestaltet hat. Für mich ein ganz neuer Impuls in meinem Denken über "Heimat".

    Die Doku "Ganghofer und seine Erben" finden Sie hier.

    Ein Tipp von Simone Stern

    © Julie Benkert/BR
    Bildrechte: Julie Benkert/BR

    Krimiautorin Nicola Förg (rechts) und Buchhändlerin Uschi Einberger aus der Doku "Ganghofers Erben".

    "Masel tov Cocktail"

    Dima haut seinem Schulkollegen voll eins in Fresse. Und jeder, der am Bildschirm streamt, versteht: Leider hat er recht damit. Dima möchte eigentlich endlich auf Abi-Fahrt und Dosenstechen. Doch Dima ist Jude, oder besser, wie er selbst sagt, "richtiger, lebendiger Jude". Und das ist in Deutschland 2020 ein Problem: Nicht für Dima, aber offenbar für alle um ihn herum. Die können in seiner Gegenwart nicht anders, als ihn ganz besonders interessant zu finden, sich bei ihm für "die Vergangenheit" zu entschuldigen – oder eben Holocaust-Witze zu erzählen und dafür eine zu kassieren. Und letzteres könnte ihn jetzt die Abi-Fahrt kosten.

    Arkadij Khaet und Mickey Paatzsch erzählen in ihrem preisgekrönten Kurzfilm "Masel tov Cocktail" eine rasante und völlig unterhaltsame halbe Stunde lang von deutsch-jüdischer Identität 2020.

    Den Kurzfilm "Masel Tov Cocktail" finden Sie hier.

    Ein Tipp von Friedrich Müller

    © SWR/Filmakademie Baden-Württemberg
    Bildrechte: SWR/Filmakademie Baden-Württemberg

    Alexander Wertmann als Dimitrij Liebermann in "Masel Tov Cocktail".

    "Wann. Ein Versuch über die Zeit"

    Manchmal gibt es Filme, die einen von der ersten Sekunde an berühren, die einen Nerv treffen. Mit der Doku "Wann. Ein Versuch über die Zeit" von Angelika Kellhammer ist das so. In diesem atemlosen, verwirrenden, manchmal traurigen, immer fordernden Corona-Jahr spürt man die eigene Vergänglichkeit und fragt sich: Wie sieht es aus, das "richtige" Leben? Eine Antwort, die dieser Film gibt, wäre, im Jetzt zu leben. So wie das Mädchen in einem Super 8-Film, das am Klavier sitzt. Es ist selbstvergessen, ganz im Moment.

    Doch was ist das – ein Moment, ein Augenblick? Zwei bis drei Sekunden, sagt der Neurobiologe Ernst Pöppel. So lang wie ein Händedruck, ein Vers in Goethes Faust oder eine Zeile in Shakespeares Sonett Nummer 18. Immer wieder überrascht einen der Film mit solchen Aussagen. Und findet dazu Bilder und einen Rhythmus, die mit dem Gefühl von Zeit spielen, mit Langeweile, Atemlosigkeit. Es entsteht ein magischer Sog, auch dank einer sehr subtilen, raffinierten Musik- und Tonspur. Und irgendwann ist dieser wunderbare Film vorbei und man denkt sich – schon? Wie gut, dass man ihn in der Mediathek wieder und wieder anschauen kann.

    Die Doku "Wann. Ein Versuch über die Zeit" finden Sie hier.

    Ein Tipp von Sylvia Griss

    © Tom Wittmann/BR
    Bildrechte: Tom Wittmann/BR

    Film-Still aus der Doku "Wann. Ein Versuch über die Zeit" von Angelika Kellhammer.

    "Parlament – EU'll love it"

    "Gesetze sind wie Würste. Man sollte besser nicht dabei sein, wie sie gemacht werden", sagt jemand in dieser schönen kleinen Serie über die EU. Was haben wir doch in diesem Jahr – mal wieder – sorgenvoll nach Brüssel gesehen: Brexit-Verhandlungen, europäische Arzneimittelzulassungen, nicht mal das mit der Zeitumstellung scheint so richtig gelöst. Wo bleibt da der Spaß! Die Lust! Die Satire! (Mal abgesehen von Martin Sonneborns gelegentlichen Redebeiträgen.)

    Die ARD-Serie "Parlament" bringt sie uns: In zehn Folgen wird die Arbeit der EU-Behörden in all ihren Widersprüchen lustvoll auseinandergenommen, bis man die Briten fast versteht. Im Zentrum: ein junger Assistent eines EU-Abgeordneten, der im Haifischbecken Europaparlament plötzlich ungewollt zum Tierschützer wird. Die Serie "Parlament" ist das, woran sich die Mitglieder des EU-Parlaments jeden Tag versuchen: eine gelungene kontinentale, in diesem Fall französisch-belgisch-deutsche Zusammenarbeit.

    Die Serie "Parlament" finden Sie hier.

    Ein Tipp von Ronja Dittrich

    © WDR/arte
    Bildrechte: WDR/arte

    Rabenschwarze Polit-Satire: Szene aus "Parlament" mit Christiane Paul, Xavier Lacaille und Lucas Englander.

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