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Uns wird ein Kind geboren! Schwanger sein in Zeiten von Corona | BR24

© BR/Martin Jarde

Teddybär mit Mund-Nasen-Schutz und Glückwunschkarten zur Geburt

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Uns wird ein Kind geboren! Schwanger sein in Zeiten von Corona

Aller Pandemie zum Trotz: Auch in diesem Jahr kommen Kinder auf die Welt, beginnt neues Leben. Die Geburt ist ein Hoffnungssymbol. Doch was fühlen frisch gebackene Eltern und Schwangere in diesem Corona-Winter?

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Von
  • Barbara Weiß

Im Dezember hochschwanger sein. Wie Maria - die Mutter Jesu - sozusagen. So kurz vor der Geburt. Bei Teresa aus München ruft dies in der aktuellen Situation gemischte Gefühle hervor. Wie wird die Geburt verlaufen? Schon ohne Corona - vielleicht zum ersten Mal im Leben - das Gefühl von Kontrollverlust. Jetzt während des Lockdowns scheint man die Situation noch weniger in der Hand zu haben.

Größte Sorge: Darf mein Mann in den Kreißsaal mit?

Auch wenn Teresa von Beruf selbst Ärztin ist, hat sie viele offene Fragen: "Das Schwierigste ist die Ungewissheit mit der Pandemie. Es ändert sich dauernd, dass ich gar nicht weiß, wie es bei der Geburt dann sein wird." Die größte Sorge sei für sie, ob ihr Mann im Kreißsaal mit dabei sein wird können.

Elisabeth hat es schon hinter sich. Am ersten Tag des Lockdown light im November kam ihr zweiter Sohn zur Welt. Ihr Mann Martin war dabei. In der Klinik sei alles recht entspannt gewesen, erzählt sie. Einen Mund-Nasen-Schutz im Kreißsaal mussten sie nur dann aufsetzen, wenn eine Ärztin oder Hebamme im Raum war. Als die Wehen stärker wurden, konnte die werdende Mutter die Maske ganz weglassen.

Corona als Chance auf der Wochenbettstation

Die besondere Situation wegen Corona hat Elisabeth auf der Wochenbettstation sogar genossen. "Es war kein Besucherstress wie bei der ersten Geburt. Ich konnte in aller Ruhe unseren kleinen Schatz kennenlernen." Auch für das Personal auf der Wochenbettstation sei die Situation dadurch viel angenehmer, wie sie aus Gesprächen mit Ärzten und Hebammen erfahren habe.

Die Krise hat auf der Wochenbettstation für mehr Intimität gesorgt. Das glaubt auch Sylvia Braun-Schmidtner von der Ehe- und Familienpastoral des Erzbistums München und Freising: "Nur Mama und Papa und das neue Leben, die Familie ganz für sich. Das sehe ich als große Chance für die Bindung Vater Mutter Kind."

Weihnachten: Mit dem Kind in der Krippe kommt neues Leben

Fürchtet euch nicht! Der Retter ist da! Mit dem kleinen Kind in der Krippe kommt neues Leben, Licht in die Welt. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Es gibt eine größere Kraft: die Liebe. So die Botschaft von Weihnachten. Das Kind im Stall: ein Hoffnungszeichen, vielleicht nicht nur für Christen in diesem Jahr.

"Ich glaube, gerade der Gedanke des Werdens von neuem Leben und Geburt ist so ein schöner Gegenpol zu all den Sterbestatistiken", sagt Sylvia Braun-Schmidtner. "Wir erfahren in diesem Jahr, die Pandemie hat nicht das letzte Wort. Und in dem Kind sehen wir das - in der Botschaft von Weihnachten."

Geburt in der Pandemie eröffnet andere Perspektive aufs Leben

Im Krankenhaus Leben zur Welt bringen, wo derzeit viele Menschen an der Infektionskrankheit Covid 19 sterben, das eröffnet den jungen Eltern eine ganz andere Perspektive aufs Leben, meint die frischgebackene Mutter Elisabeth.

"Man erlebt die Zeit als nicht so bedrückend. Der Fokus liegt auf etwas anderem, auf diesem kleinen Wesen, das seine Bedürfnisse hat." Mutter Elisabeth

Den Fokus auf den Lebensanfang zu legen, kann wohltuend sein. Zwischendurch einen Perspektivwechsel vollziehen und Platz für die Hoffnung machen. Dann geschieht Weihnachten - egal wie und wo und mit wieviel Hausständen man das Fest der Geburt Jesu feiert.

Dieser Gedanke der Hoffnung berühre im Augenblick alle Menschen, glaubt Sylvia Braun-Schmidtner: "Ich glaube, die Geburt und das Wunder des Lebens, das ist tröstlich und darum haben auch dieses Jahr viele Menschen die Sehnsucht, Weihnachten zu feiern, diese Botschaft zu leben."

© BR/Tamara Link

In Corona-Zeiten ein Kind zu bekommen, ist besonders herausfordernd: In manchen Kliniken werden Frauen dazu aufgefordert, im Kreißsaal Maske zu tragen und für werdende Väter gelten strenge Vorschriften.

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