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Ein Kampf gegen Windräder | BR24

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Die Wieskirche ist ein Schmuckstück in der oberbayerischen Landschaft, die UNESCO zählt sie zum Weltkulturerbe. Deshalb verbietet sie, dass in der Nähe der Kirche Windräder gebaut werden.

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Ein Kampf gegen Windräder

Die Wieskirche ist ein Schmuckstück in der oberbayerischen Landschaft, die UNESCO zählt sie zum Weltkulturerbe. Deshalb verbietet sie, dass in der Nähe der Kirche Windräder gebaut werden.

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80 Landwirte aus dem Pfaffenwinkel rund um die Wieskirche haben beschlossen, in elf Kilometern Entfernung der Wieskirche drei Windräder zu bauen. Es sollte ihr Beitrag zur Energiewende und für ein neues Klima sein. Die Wallfahrtskirche liegt den Bauern seit mehr als 200 Jahren besonders am Herzen, denn gegen die Pläne des damaligen Königreichs Bayern, die Wieskirche einfach nach der Säkularisierung abzureißen, erhoben die Vorfahren der heutigen Bauern erfolgreich Protest. Inzwischen ist "die Wies", wie sie im Volksmund genannt wird, zum Touristenmagneten geworden und gehört zum Weltkulturerbe der UNESCO. Das Juwel, das die Bauern damals gerettet haben, könnte ihnen heute zum Verhängnis werden. Denn die UNESCO-Behörde hat jetzt gedroht, den Welterbe-Status der Kirche zu kappen, wenn in der Nähe Windräder gebaut werden. Die oberbayerischen Baubehörden folgten der Einschätzung der UNESCO. Sie erteilten keine Baugenehmigung.

Die Windkraftfreunde fühlen sich vor den Kopf gestoßen. Ihre Argumente, dass die Windräder gar nicht von der Wies aus zu sehen sind, also überhaupt keine Sichtachse zur Kirche vorhanden ist, wurden weggewischt.

Es gilt das Verdikt der UNESCO: Die Wies werde durch Windräder in ihrer spirituell-kulturell und visuellen Fernwirkung gestört.

Pfarrer und Landratsamt auf Seiten der UNESCO

Auch Wallfahrtspfarrer Georg Fellner sorgt sich um den Status und darum, dass ohne ihn viel weniger Menschen in die Wieskirche kommen würden. Die UNESCO-Beauftragte Brigitte Bardenheuer des Landratsamtes Weilheim-Schongau spricht sich ebenfalls gegen die Windräder aus. Ihr Vorwurf an die Bauern: Sie beanspruchen hochwertige Flächen im Pfaffenwinkel für ihr Projekt. Sie sagt, der schöne Pfaffenwinkel dürfe nicht verschandelt werden. Nach dem Motto: Windräder gerne, aber nicht bei uns. Diese Argumente können wiederum die Windräder-Befürworter nicht verstehen, denn die Wieskirche ist auch ihnen ans Herz gewachsen. Die Fronten sind verhärtet.

"Wir haben hier ein Vorzeigeprojekt, bei dem Grundstückseigentümer, von denen viele selbst Landwirte sind, sich zusammengeschlossen haben und gesagt haben: Wenn schon etwas passiert in unserer Heimat, dann wollen wir es selbst gestalten. Die Bürger können sich beteiligen und über ihre Einlagen auch noch Geld verdienen. Man macht also wirklich ein Vorzeigeprojekt und tut was für den Klimaschutz und sorgt dafür, dass das Geld in der Region bleibt." Markus Bader, Bürgermeister Rottenbuch

Die Windräder bleiben für die Bauern im Pfaffenwinkel erstmal noch ein Traum. Bürgermeister Markus Bader hofft, dass, wenn die demonstrierenden Schüler einmal "durch die Institutionen marschiert" seien, sich doch noch etwas ändern kann.

Den Beitrag können Sie am Mittwoch, 26. Juni 2019 um 19 Uhr in STATIONEN im BR-Fernsehen sehen und im Anschluss in der Mediathek.