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Umstrittenes Reformpapier: Vatikan lädt Bischöfe nach Rom ein | BR24

© Simon Berninger / BR

Nach Kritik an Reformpapier: Einladung an Bischöfe nach Rom

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Umstrittenes Reformpapier: Vatikan lädt Bischöfe nach Rom ein

Ein Vatikan-Schreiben ist bei deutschen Bischöfen auf scharfe Kritik gestoßen. Mit Unverständnis reagierten einige darauf, dass trotz Priestermangel Laien weiter wenig mitbestimmen dürfen. Nun hat der Vatikan den Bischöfen ein Gespräch angeboten.

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Nach der harschen Kritik deutscher Bischöfe an einem Vatikan-Dokument über Gemeindereformen bietet Rom ein klärendes Gespräch an. "Zu gegebener Zeit“ und nur, "wenn sie es wünschen“ - so hat Kardinal Beniamino Stella seine Einladung an die deutschen Bischöfe formuliert. Gegenüber der Katholischen Nachrichtenagentur betont der Leiter der Kleruskongregation in Rom: Seine Vatikan-Behörde empfange die Bischöfe gerne, um deren Zweifel und Verblüffung über das jüngste Schreiben aus dem Vatikan zu klären.

Laien bereits in Führungsverantwortung

Mit teils heftiger Kritik hatten die deutschen Bischöfe zuvor auf die Anweisung aus Rom reagiert, wonach Pfarreien auch in Zeiten wachsenden Priestermangels explizit nur von Pfarrern geleitet werden dürften. In manchen Bistümern in Deutschland haben Laien allerdings schon Führungsverantwortung in Pfarreien übernommen, weil es immer weniger Priester gibt. Entsprechend war aus der katholischen Kirche in Deutschland zu hören, das Schreiben aus dem Vatikan sei realitätsfern.

Unverständnis für Schreiben aus Rom

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx kritisierte außerdem, dass das Papier ohne Vorankündigung und Mitsprache herausgegeben wurde. Auch der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick war der Auffassung, dass das Schreiben für die Gemeinschaft der Kirche "mehr Schaden als Nutzen" bringe. Er bezeichnete es als "großes Manko", dass weder Anlass noch Zweck für die Instruktion genannt worden seien.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken reagierte empört auf das Schreiben: In einer modernen Gesellschaft, in der man Partizipation gewohnt sei, könne man nicht von Hirten und Schafen sprechen. Das sei ein "völlig antiquiertes und völlig überholtes Bild".

Ob die Bischöfe die Einladung aus Rom annehmen, ist noch nicht bekannt.

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