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Umstrittener Regisseur Polanski gewinnt Filmpreis César | BR24

© dpa-Bildfunk/Julien Mattia

Demonstranten protestieren vor dem Gebäude in dem der César-Filmpreis verliehen wird gegen die Nominierung von Regisseur Polanski.

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    Umstrittener Regisseur Polanski gewinnt Filmpreis César

    Das Sozialdrama "Die Wütenden" erhält in Paris den César für den besten Film, "Parasite" den Preis als bester Auslandsfilm und der umstrittene Regisseur Roman Polanski eine Auszeichnung für die beste Regie - trotz Protesten zahlreicher Frauen.

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    Das Sozialdrama "Die Wütenden" hat am Freitagabend in Paris den französischen Filmpreis César als bester Film gewonnen. Die Produktion von Regisseur Ladj Ly beschreibt den Alltag aus Gewalt und Rassismus in einem Pariser Vorort.

    Die oscarprämierte Gesellschaftssatire "Parasite" des südkoranischen Regisseurs Bong Joon Ho erhielt den Preis als bester Auslandsfilm. Der Film erzählt die Geschichte einer Familie aus der koreanischen Unterschicht, die sich als Hausangestellte in einer reicheren Familie einschleicht. Der Film wurde Anfang Februar mit vier Oscars ausgezeichnet.

    Auszeichnung für umstrittenen Regisseur Polanski

    Der Preis für die beste Regie ging an "Intrige" von Roman Polanski. Bei der Verleihung des renommierten Filmpreises war der französisch-polnische Regisseur nicht dabei. Wegen der anhaltenden Kritik rund um die César-Nominierungen - das Polanski-Historiendrama war in zwölf Kategorien im Rennen - hatte der 86-Jährige seine Teilnahme an der Zeremonie abgesagt. 

    Zuschauer verließen aus Protest den Saal

    Aus Protest gegen den Regiepreis verließen einige Zuschauer den Saal, unter ihnen die Schauspielerin Adèle Haenel. Eine Auszeichnung an Polanski wäre so, als würde man allen Missbrauchsopfern ins Gesicht spucken, hatte Haenel der "New York Times" vor wenigen Tagen gesagt.

    Vor Beginn der Zeremonie demonstrierten mehrere Hundert Menschen, vor allem Frauen, gegen die Nominierung des Polanski-Films (im Original "J’accuse") über den jüdischen Offizier Alfred Dreyfus, der 1894 zu Unrecht wegen Landesverrats verurteilt worden war. Im Vorfeld der Gala hatte sich unter anderem Frankreichs Kulturminister Franck Riester gegen eine solche Auszeichnung für den mit Vergewaltigungsvorwürfen konfrontierten Polanski ausgesprochen.

    Polanski bestreitet Vorwürfe

    Polanski sieht sich als Opfer einer "Lynchjustiz". Vor dem Kinostart von "Intrige" hatte ihm ein früheres Model vorgeworfen, sie 1975 vergewaltigt zu haben. Der Filmemacher bestreitet dies, ebenso wie ähnliche Vorwürfe von fünf weiteren Frauen.

    In den USA wird Polanski weiter wegen Missbrauchs einer Minderjährigen in den 70er Jahren gesucht. Der Streit um Polanski hatte die Film-Akademie in eine Krise gestürzt - ihre Direktion trat vor rund zwei Wochen kollektiv zurück. 

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