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Umarmen verboten: Berührung in Zeiten von Corona | BR24

© BR/ Johannes Reichart

Verneigen statt umarmen: zwei Freundinnen begrüßen sich in Zeiten von Corona

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    Umarmen verboten: Berührung in Zeiten von Corona

    Abstand halten und Körperkontakt vermeiden. Das ist für viele nicht einfach auszuhalten. Denn Berührungen haben etwas Heilendes. Wie gehen Menschen damit um, wenn man sich nicht mehr berühren soll?

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    Bindungen leben von Berührung, Berührung schafft Nähe. Aber auch in der Heilkunst ist die Berührung zentral, gilt doch das Handauflegen als eine der ältesten Heilmethoden überhaupt, denn dadurch können auch emotionale Spannungen gelöst werden. Auch Jesus soll Kranke durch Berührung geheilt haben. Heute weiß man: Bei einer Umarmung produziert der Körper das Glückshormon Oxytocin, das gegen Angst und emotionalen Stress wirkt.

    Nähe schaffen ohne Körperlichkeit

    Doch was bis eben selbstverständlich schien, ist nun auf den Kopf gestellt. Berührungen gelten als gefährlich, es heißt: Distanz halten. Dabei bräuchten wir sie in Zeiten von Stress und Ungewissheit mehr denn je. Berührung muss aber nicht immer körperlich sein. Auch über die Augen, über ein Lachen, über eine liebevolle Geste kann man Verbindung schaffen. Zu Freunden und auch zur Oma in Corona-Zeiten.

    Glücklich, wer nicht alleine lebt oder ein Haustier hat

    Dagmar Remmertz ist Heilpraktikerin und gelernte Krankenschwester. Umarmungen seien Balsam für die Seele, sagt sie. Und selbst wenn es "nur" ein Tier ist, dessen Herzschlag man spüren kann und dessen Fell man krault. Als Heilpraktikerin sind ihre Hände ihr Handwerkszeug. Viele Beschwerden kann sie ertasten, und fühlen. "Berührung hat immer etwas mit Helfen und Heilen zu tun, mit dem Emotionalen: Ich werde gesehen, es ist jemand da, der hört mir zu", sagt sie. Und erst durch die Berührung lösen sich oftmals auch emotionale Spannungen.

    In STATIONEN am 20. Mai 2020 um 19 Uhr im BR-Fernsehen erzählen Menschen wie sie mit der Corona-Abstandsregelung umgehen. Im Anschluss ist die Sendung in der BR-Mediathek zu finden.