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Twitter-Sturm: So reagieren Hollywood-Promis auf die US-Wahl | BR24

© Matt Slocum/BR Bild

Es wird ausgezählt: Wahlhelfer

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    Twitter-Sturm: So reagieren Hollywood-Promis auf die US-Wahl

    Mit einer wahren Lawine von Kurznachrichten begleiten amerikanische Stars die Auszählung der Stimmen. Dass das Rennen viel knapper ausfällt als erwartet, versetzt manche in Schockstarre. Trump nennt Briefwähler unterdessen "zerstörerisch".

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    Bei manchem linksliberalen Prominenten von der Westküste lagen die Nerven blank in der US-Wahlnacht. Als deutlich wurde, dass Donald Trump insgesamt weit besser abgeschnitten hatte als es die Umfragen zuvor nahegelegt hatten und er in seinem Heimatstaat Florida gegenüber der letzten Wahl 2016 sogar noch erheblich zulegen konnte, schickte die Dokumentarfilmerin Liz Garbus die Botschaft in die Welt, Florida sei ein "mieser, alter, roter Staat", der hunderttausende von Bürgern am Wählen gehindert habe. Die Farbe rot bezieht sich dabei natürlich auf die Parteifarbe der Republikaner. Charlize Theron teilte mit, alle um sie herum würden nur noch durch "einen Haufen Angst" zusammengehalten, und der britische Schauspieler James Corden empfahl allen, "ruhig weiter zu atmen", da garantiert jede einzelne Stimme gezählt werde.

    "Hass auf Dienstage"

    Hollywood und die allermeisten seiner Prominenten gelten nicht gerade als Parteigänger der Republikaner. Entsprechend bang waren die nächtlichen Reaktionen, als sich abzeichnete, dass der Vorsprung eines der beiden Kandidaten auf jeden Fall hauchdünn sein würde. Dabei hatte sich schnell herausgestellt, dass die Wahlkampf-Millionen der Demokraten wenig bewirkt hatten. Ganz im Gegenteil: Gerade in den Staaten, in denen besonders viel Geld verbrannt wurde, nicht zuletzt von Geldgebern aus der Unterhaltungsbranche, wie etwa in Georgia, lagen die Republikaner deutlich vorn. Und auch der emsige Tweet für "Joe" (Biden), den die Sängerin Cher mit US-Flaggen schmückte, scheint wenig bewirkt zu haben.

    © Matt York/BR Bild

    Patriotische Geste

    Die Autorin und Produzentin Lynda Obst "drehte" nach eigener Aussage förmlich durch, weil sie sich von der Presse-Berichterstattung im Vorfeld der Wahl in "falscher Sicherheit" gewogen sah. Auf die Serie von republikanischen Siegen sei sie "nicht gefasst" gewesen. Die Komikerin Whitney Cummings dachte, eigentlich könne sie Dienstage gar nicht mehr hassen als bisher - da sei sie allerdings eines Schlechteren belehrt worden.

    Der Schauspieler John Cho ("American Pie") beließ es immerhin beim erlösenden Satz, er sei froh, dass der Wahltag endlich vorbei sei, er habe vier Jahre darauf gewartet. Sein Berufskollege Josh Gad bot gar seelischen Beistand an für alle, die nach den vergleichsweise starken Zahlen für Trump "in Angst verfielen". Der Satiriker Stephen Colbert ist der Ansicht, dass der menschliche Körper "nicht darauf ausgelegt" sei, sich so intensiv mit Pennsylvania zu befassen, wie es die Wahlnacht erforderte.

    Vor Aufregung "Tonnen von Eiskrem" verbrannt

    Die Schauspielerin Elizabeth Banks verstieg sich zur Behauptung, das Hin und Her der Zahlen sei so aufreibend, dass sie dabei "Tonnen von Eiskrem" verbrannt habe, die sie in letzter Zeit konsumiert habe. Die Autorin Roxane Gay beschwerte sich darüber, dass die Fernsehsender laufend halbgare Informationen sendeten und lieber warten sollten, bis sie wirklich verlässliche Zahlen hätten.

    © Gene J. Puskar/BR Bild

    Stärker als erwartet: Donald Trump

    Der Satiriker Jimmy Kimmel sehnte sich danach, dass ihm der CNN-Chefmoderator Wolf Blitzer "freundliche Nachwahlbefragungen" in sein Ohr flüstert und ihn dabei wie ein Baby liebkost. Die Comedian Sarah Cooper fragte sich, warum Trump von sovielen Menschen gewählt wurde, obwohl er vier Jahre "mit golfen" verbracht habe. Das Model Chrissy Teigen hielt es für "irre", dass die Ängste von Hollywood vor einem Wahlsieg Trumps größer seien als umgekehrt: "Als ob wir alle sterben müssen oder zu Dienstboten degradiert werden, während sie sich allenfalls um die Sicherheit im Badezimmer sorgen."

    "Wir befinden uns im Krieg"

    Die Filmemacherin Ava DuVernay ("Selma") hatte am Dienstagabend bei einer Veranstaltung von "Black Lives Matter" im "Staples Center" in Los Angeles angekündigt, dass die Bewegung unabhängig vom Wahlausgang weiter aktiv bleibe. Sie bedankte sich bei den Anwesenden für ihre "Widerständigkeit", all die Rechte auszuüben, die ihnen zugebilligt würden, aber auch die Rechte, die ihnen vorenthalten würden: "Dieser Moment ist nicht das Ende von allem. Diese Abstimmung, diese Wahl ist nicht mal die Hälfte von dem, was vor uns liegt und was morgen und übermorgen passieren muss. Aber sie ist ein Werkzeug, eine Waffe in unsrem Arsenal und wir werden kämpfen. Wir befinden uns im Krieg."

    Zu den hoch umstrittenen Überraschungssiegern gehörte die Republikanerin Marjorie Taylor Greene, die in einem konservativen Wahlkreis in Georgia ins US-Repräsentantenhaus gewählt wurde. Die Politikerin gilt als Sympathisantin von "QAnon", einem bizarren Kreis von Verschwörungstheoretikern, der Donald Trump treu ergeben ist, weil dieser angeblich gegen "satanistische Rituale" einer internationalen Politiker-Elite vorgeht.

    Trump hat Ärger mit Twitter

    Seit der Wahlnacht hatte Donald Trump mehrmals Ärger mit seinem Lieblingsmedium Twitter, weil er auf seinem Kanal noch in der Nacht gewarnt hatte, seine Gegner versuchten, den Wahlsieg "zu stehlen". Das werde er "niemals zulassen". Nach Schließung der Wahllokale dürften keine Stimmen mehr "abgegeben" werden. Diesen Tweet kennzeichnete Twitter als "irreführend", ebenso wie eine Nachricht vom Morgen.

    Nachdem er offenbar etwas geruht hatte, schrieb Trump, noch vergangene Nacht habe er "oft deutlich" in vielen Schlüsselstaaten in Führung gelegen, die von Demokraten "regiert und kontrolliert" würden. Einer nach dem anderen seien diese Erfolge auf "magische Weise" verschwunden, während "Überraschungszettel" aufgetaucht seien. Das sei "sehr merkwürdig" und im Übrigen hätten die Meinungsforscher "vollkommen und historisch falsch gelegen". Die Briefwahlzettel bezeichnete der Präsident in ihrer Wirkung gar als "vernichtend" und "zerstörerisch". Es würde derzeit "hart daran gearbeitet", seinen einstweiligen Vorsprung von 500 000 Stimmen in Pennsylvania "zu beseitigen".

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