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TV-Marathon: Mondlandung und andere Fernseh-Events | BR24

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Die erste Mondlandung jährt sich zum 50. Mal. Es war das Ende eines jahrzehntelangen Wettrennens ins All zwischen den USA und Russland. Und es war ein Weltereignis, als 1969 Neil Armstrong als erster Mensch den Mond betreten hat.

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TV-Marathon: Mondlandung und andere Fernseh-Events

Die Landung auf dem Mond war nicht zuletzt ein großes Medienereignis. Über viele Stunden übertrug auch das deutsche Fernsehen das Weltraum-Abenteuer. Und es gab noch andere TV-Ereignisse, die die Nationen in Atem hielten.

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"Its one small step for man, but a giant leap for mankind." Neil Armstrong bei der Landung auf dem Mond

Diese Worte Neil Armstrongs sind berühmt geworden – und bildeten den Höhepunkt eines insgesamt 195 Stunden dauernden Fernsehereignisses – wobei viele Fernsehsender nur die entscheidenden Stunden der "Apollo 11"-Mission auf dem Mond übertrugen.

Erstes Live-Ereignis: Die Krönung von Queen Elizabeth II

Das erste kollektive Live-Fernseherlebnis flimmerte aber bereits 16 Jahre zuvor über die Bildschirme: 1953, als das Fernsehen noch in seinen kleinsten Kinderschuhen steckte, übertrug die BBC die Krönung der jungen Elizabeth zur Königin von England in Westminster Abbey in alle Welt.

Acht Stunden zog sich das Ereignis hin, das, so sagte Elizabeth selbst später in einem Interview, für sie eine "einzige Tortur" gewesen sei. Allein in Großbritannien saßen 27 Millionen Menschen vor den Fernsehern.

Fassungslos: Mauerbau und Mauerfall

Acht Jahre später gab es in Deutschland ein weniger erfreuliches Ereignis zu vermelden: Was viele schon seit Monaten vermutet hatten, wurde nun wahr: Die DDR riegelte am 13. August 1961 ihre Grenzen ab und begann mit dem Bau einer Mauer rund um West-Berlin.

"Seit etwa ein Uhr heute Nacht rattern die Pressluftbohrer….und bohren einen Graben quer durch die Ebert-Straße hier am Brandenburger Tor." Medienbericht über den Mauerbau 1961

Fassungslos berichteten die Radio- und Fernsehreporter, wie eine Stadt eingemauert wurde. Erst 28 Jahre später fiel die Mauer – auch das wurde ein Fernsehereignis. Erst nach und nach wurde an dem Abend deutlich, was vor sich ging, um halb elf in den ARD-Tagesthemen war die Lage klarer:

"Dieser 9. November ist ein historischer Tag. Die DDR hat mitgeteilt, dass ihre Grenzen für jedermann geöffnet sind, die Tore in der Mauer stehen weit offen." ARD-Tagesthemen am 9. November 1989

Eine Nation vor dem TV: Die Ermordung John F. Kennedys

Nicht minder dramatisch als beim Mauerbau ging es 1963 in den USA zu – als Präsident John F. Kennedy in Dallas, Texas, ermordet wurde. Dieser Besuch wurde nicht live übertragen – und Amerikas Nachrichten-Star Walter Cronkite überbrachte mit einiger Verzögerung, erst 38 Minuten nach dem Tod Kennedys, die schlechte Nachricht:

"From Dallas, Texas, the flash, apparently official, President Kennedy died at 1pm central standard time - 2 o'clock eastern standard time, some 38 minutes ago." Walter Cronkite im US-TV

Fußball-WM geht immer

Deutsche Fernsehzuschauer erinnern sich meist an deutlich erfreulichere Fernsehereignisse, etwa 1974, als die Bundesrepublik zum zweiten Mal – nach 1954 – Fußballweltmeister wurde. Der Schlusskommentar fiel für heutige Verhältnisse erstaunlich nüchtern aus:

"Jetzt müssen sie nur noch einmal alle Kräfte zusammennehmen und den Ball halten…. Müller kriegt ihn vom Freistoß und fällt zu Boden…und das Spiel ist aus…"

Straßenfeger: "Das Halstuch"

In den sechziger Jahren, als die Welt der vielen Fernsehkanäle noch weit weg war, waren auch die Krimis echte Straßenfeger. Allen voran "Stahlnetz", die Adaption einer amerikanischen Serie, oder: "Das Halstuch".

Damals 1962, als es nur ein einziges Fernseh-Programm in Deutschland gab, waren die Straßen buchstäblich menschenleer. Fast alle saßen zu Hause oder in Kneipen und schauten "Das Halstuch". Allerdings: Kurz vor der letzten Folge vermasselte der Berliner Kabarettist Wolfgang Neuss die Krimi-Spannung und verriet, wer der Mörder war. Ein regelrechter Skandal!

Und heute? Heute versammelt sich nur noch selten die Nation vor dem "TV-Lagerfeuer": Beim "Eurovision Song Contest" vielleicht, bei den Fußball- EMs und WMs, zum "Tatort". Das war es auch schon - kein Wunder, angesichts der unzähligen Fernsehkanäle und Videoangebote im Internet.