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Traum und Vision | BR24

© © bpk | Museum der bildenden Künste, Leipzig | Bertram Kober (Punctum Leipzig)

"Die Lebensstufen" von Caspar David Friedrich

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    Traum und Vision

    Romantik! Ein magisches Wort. Bis heute haben die Ideen dieser Epoche nichts von ihrer Faszination verloren: Die Albertina in Wien zeigt nun die "Welten der Romantik" in einer großartigen Ausstellung. Von Norbert Haberger

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    "Ein Maler soll nicht bloß malen, was er vor sich sieht, sondern auch, was er in sich sieht", sagt Caspar David Friedrich. "Sieht er aber nichts in sich, so unterlasse er auch zu malen, was er vor sich sieht."

    Das komplette Menschenleben in einem Bild

     Die Romantiker sind die ersten, die bemerken wie der Anblick einer schönen Landschaft unsere Empfindung stärkt. Das Meer als ein Symbol. Das Bild "Die Lebensstufen" von Caspar David Friedrich zeigt fünf Schiffe: Die Lebensreise des Menschen von der Kindheit am behüteten Strand zum Erwachsensein auf hoher See. Zurück als Greis, wieder am Strand vor Anker liegend. Ein Familienbild. Friedrich malt sich hier in hohem Alter selbst mit Sohn, Tochter und Enkeln.

    "Seele, Herz, Gemüt, und Empfindung treten nun die Herrschaft an, anstelle Kalkül, Rationalität und Vernunft. Und Seele und Herz können nur gewonnen werden in der Auseinandersetzung mit der Natur. " Klaus-Albrecht Schröder, Direktor Albertina Wien

    Schattenseiten gehören dazu

    Aber auch das gehört zur Epoche der Romantik. Bilder vom Schrecken des Kriegen: Goyas dämonischer Koloss über dem Schlachtfeld. Die Nachtseite der Romantik. Ungeheuer, Dämonen, Alpträume. "Der Traum der Vernunft gebiert Ungeheuer", so nennt Goya eine seiner berühmtesten Radierungen. In den "Desastres de la guerra“ dokumentiert er die Greuel, die Napoleon über Europa bringt. Die Ideale von Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit -  pervertiert in ihr Gegenteil.

    "Nicht nur was für Romantiker"

    Capriccio-Autor Norbert Haberger: "Was mich in der Ausstellung am meisten fasziniert hat? Die Epoche der Romantik ist so vielfältig. Sie reicht von Caspar David Friedrichs genialen Landschaften über die fast kitschigen Jesus- und Heiligenbilder der sog. Nazarener bis zu Goyas schrecklichen Kriegsbildern. Das wird einem in dieser Ausstellung mit tollen Exponaten vor Augen geführt. Also nicht nur was für Romantiker."

    Ausstellungs-Tipp

    "Welten der Romantik"
    Albertina, Wien
    bis 21. Februar 2016

    Von
    • Markus Koebnik
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